*
7
Einleitung. 3
tionsſyſtem genannt wird. Wirken ſollte nämlich dieſe Föderation nach außen durch Stärke und Unuͤberwindlichkeit; deshalb ward der Rhein⸗ bund, und die Koͤnigreiche Holland, Italien und NReapel geſchafſen; nach innen durch Einheit der Verfaſſung und Verwaltung ¹), und deshalb finden wir die Verfaſſung des Hauptſtaats Frankreich unter mehrern oder wenigern Modificationen in den genannten Reichen, dem Koͤnigreiche Weſtphalen, und nur mit Veraͤnderung einiger Nahmen in dem Koͤnigreiche Bayern, Großherzogtbum Warſchau u. a. Deshalb wurde auch das Gebiet des buͤrgerlichen Geſetzbuches der Franzoſen (Code civil des Frangais) auf die ganze Foͤderation erweitert, und dieſem der allgemeinere Nahme Code Napoleon gegeben ²).
1) Eine ſehr gute Vergleichung der verſchtedenen von Napoleon gegebenen Conſtl⸗ tutionen ſ. in Crome und Jaup Germanien. Bd. 1. Heft 1.(Gießen 1808. 8.) S. 15o ff.
2) Motife du projet de loi concernant le Cod⸗ Napoldon(vom 3. Sept. 1807.)—*c'eſt dans les mémes vues de former un nouveau lien eutre les
peuples, qu'il(le Code eſt encore deſti 6 à divers peuples d'Allemagne; et deja ſi l'on conſidère l'étendue des pays oů il eſt, oů il ſera en vigueur, ou peut le regarder comme le droit commun de l'Furope;“ ſagte Bigot de Preameneu als Redner der Regierung. Noch deutlicher druͤckte ſich Chabot de l'Allier als Redner im Cabinet aus;„— n'en doutez pas, Meſſieurs, il étendra plus loin(qu'au dela les Alpes et du Rbin) encore ſon empire: bien ſuperieur au Code juſtinien, il doit auſſi ſurpaſſer ſa fortune et ſes ſuccès. Puiſſe-til, regiſſaut bientõt l'Furope euticre, etablir de nouveaux rappro- chemens entre les peuples du coutinent, les unir[ous les rapports civils comme ils le ſont déja ſous les rapports politiques et n'en faire pour ainſi dire, qu'une ſeule et mème famille vivant en paix ſous les mẽmes loix.“— S. Moniteur 1807. Nr. 137.— J. Fr. Reitemeyer das Napoleonsrecht, als allgemetnes 6 in Europa, insbe ſondere in Teutſchland betrachtet. Frankf. an der Oder 1809. 3.
5. 4. 2) Ueber Italien.
Zuerſt faßte dieſes Geſetzbuch feſten Fuß da, woher es ſeinen Ur⸗
ſprung mittelbar erhalten: in Italien. Denn in den ehemaligen Staa⸗
ten von Parma, Piacenza und Guaſtalla galt es vom 1. Julius 1605 an, nachdem ſchon einen Monat fruͤher die Civil⸗ und Criminal⸗ gerichte der beyden erſtern Staaten auf franzöſiſchen Fuß organiſirt, und dem Caſſationsgerichte zu Paris unterworfen waren. Im Koͤnigreiche x A 2 ta⸗


