I. Buch. Xl. Tit. Von der Volljährigkeit, ꝛe. 499
Eigenthum verwaltet, ſondern man beſtimme ſich nach noto⸗ riſchen Thatſachen⸗
Nachdem alle dieſe Gruͤnde von beyden Seiten einmahl gegeneinander verglichen, und abgewogen waren, nahm man, ſo zu ſagen, Vergleichs⸗Weiſe, die Maßregel an, den Verſchwendern einen gerichtlichen Rathgeber(Beyſtand) anzuordnen.
In unſerem Entwurfe hatten wir noch eine andere Gattung von Beyſtand in Vorſchlag gebracht, den wir einen freywil⸗ ligen nannten; wir ſtellten nehmlich demjenigen, welcher fühlen wuͤrde, daß ſeine Geiſtes⸗Kräfte abnehmen, frey, einen ſolchen Beyſtand, ohne deſſen Dazwiſchenkunft er keine Verbindlichkeit eingehen koͤnnte, vom Richter zu begehren⸗ Wer iſt aber wohl derjenige, der ſelbſt dieſe Abnahme ſeiner Geiſtes⸗Kräfte anerkennt? Dieß bringt die Begebenheit in Erinnerung, die ſich zwiſchen Gilblas, und dem Erz⸗Biſchof von Grenade zugetragen hat.*)
Nach dieſer umſtändlichen Auseinanderſetzung, und nach den über die Art. 489 und 499 gemachten Anmerkungen be⸗ duͤrfen die drey folgenden Artikel keiner weitern Erläuterung.
Art. 513.» Den Verſchwendern kann verbothen werden, „ohne Dazwiſchenkunft eines von dem Gerichte ihnen ange⸗ „ordneten Beyſtandes zu rechten, Vergleiche zu ſchließen, „ein Anlehen aufzunehmen, ein Mobilar-Capital zu erheben, „und darüber zu quittiren, ihre Guͤter zu veräußern, oder „mit Hypotheken zu beſchweren.«*4)
*) Histoire de Gilblas de Santillane, par Lesage, liv. VII. chap. 3 et 5.— Indeſſen ſind ſchon zwey Fälle der Art beym Civil⸗ Tribunal in Cöln vorgekommen, und ein freywilliger Curator iſt denjenigen, die darum anſtanden, gngeordnet worden.
*) Die Civil⸗Section des Caſſations⸗Hofes entſchied am z0. May 1806, nachdem ſie vorher die beyden andern Seetionen zu Rathe gezogen hatte, daß, nach dem vorliegenden Artikel, die vor der Verkuͤndigung des Geſetzbuches Napoleyns gegen Verſchwender


