1. Buch. Xl. Tit. Von der Vollährigkeit, ꝛ0. 491
Art. 408.„Das Urtheil über eine Klage auf Interdie— „tion kann nur in der öffentlichen Audienz, nachdem die Par⸗ „teyen vernommen, oder doch vorgeladen worden ſind, erlaſſen „werden.“
Alle dieſe Artikel drucken bloß dasjenige aus, was bey den Klagen auf Interdiction gebräuchlich warz geſchieht auch ſchon in denſelben keine ausdruͤckliche Erwähnung von Ver⸗ nehmung der Zeugen, ſo muß man doch annehmen, daß ein Zeugen⸗Verhör Statt haben werde, weil der Art. 493 dem Kläger die Pflicht auflegt, die Zeugen vorzubringen.
Von einer Vorſichts⸗Maßregel, die man doch für die vorzüglichſte hielt, thun dieſe Artikel keine Meldung, nehm— lich von der Unterſuchung durch Aerzte und Wundärzte, die freylich beſſer, wie jeder andere, beurtheilen können, ob der Wahnſinn, oder die Raſerey ein gewöhnlicher und anhal⸗ tender Zuſtand, oder ob er bloß zufällig, und heilbar ſey; in dem Gerichtsbarkeits⸗Umfange der Parlamente von Tou⸗ louſe und von Bordeaux unterließ man wenigſtens niemahls dieſe Formalität. S. Serres, P. 89: Lapeyrère, lett. 7 n. I.
Art. 400.„Wird das Geſuch auf Interdiction verwor⸗ „fen, ſo kann deſſen ungeachtet, wenn es die Umſtände er⸗ „fordern, das Gericht verordnen, daß der Beklagte ohne „Dazwiſchenkunft eines Beyſtandes, der in demſelben Ur⸗ „theile ihm anzuordnen iſt, in der Folge nicht rechten, kei⸗ „nen Vergleich ſchließen, kein Anlehn aufnehmen, kein Mo⸗ „bilar⸗Capital erheben, noch hierüber quittiren, weder ſeine „Güter veraͤußern noch mit Hypotheken beſchweren könne.“
Unter den Handlungen, welche dieſer Artikel aufzählt, findet man nicht das Verboth zu teſtiren, oder durch Schen⸗ kung begünſtigt zu werden; inzwiſchen erklärt der F. 2 inst. qui testam. fac. poss. den gerichtlich erklarten Verſchwender für unfähig zu teſtiren, und eben ſo enthält der Art. 935 unſeres Geſetzbuches die Verfügung, daß ein Interdicirter allein keine Schenkung annehmen könne. Dieſe Stellen ſind auf den Fall unſeres Artikels nicht anwendbar, eben ſo we⸗


