492 I. Buch. Xl. Tit. Von der Volljährigkeit ꝛc.
nig, als auf jenen des Art. 513; denn deßwegen iſt ein Menſch nicht interdicirt, weil man ihm einen Rathgeber anordnet; und ſo hat auch Herr Emmeri ſchon erinnert, daß dieſer Menſch des bürgerlichen Lebens nicht unfaͤhig ſey, ſich ver— heirathen, und ein Teſtament machen dürfe, welche Rechte diejenigen nicht ausuͤben können, die wegen Blödſinn, Wahn⸗ ſinn, oder Raſerey interdicirt worden ſind.
Art. 500.„Wird von dem in der erſten Inſtanz ergan— „genen Urtheile appellirt, ſo kann der Appellations-Hof, „wenn er es für nöthig erachtet, denjenigen, deſſen Inter⸗ „diction nachgeſucht wird, von neuem über Fragen verneh— „men, oder durch einen Conmiſſar vernehmen laſſen.“
Art. 5o1.„Jedes in der Apyellations- oder in erſter In⸗ „ſtanz ergangene Urtheil, wodurch die Interdiction oder die „Anordnung eines Beyſtandes erkannt wird, muß auf Be⸗ „treiben des Klaͤgers ausgelöſet, der Partey ſelbſt inſinuirt, „und in zehn Tagen, den Tabellen eingetragen werden, die „in dem Audienz⸗Saale, und in den Schreibſtuben der No⸗ „tarien des Arrondiſſements angeſchlagen ſeyn ſollen.“*)
Dieß geſchieht, um das Publicum zu benachrichtigen, daß es ſich in keine Contracte mit dem Interdicirten einlaſſe. Iſt das Urtheil nicht angeheftet worden, ſo können, meines Erachtens, die Verwandten nicht zugelaſſen werden, einen Act anzufechten, den ein Dritter in gutem Glauben mit dem Interdicirten geſchloſſen haben mag; wenigſtens iſt es gewiß, daß der Notar,der einem ſolchen Act aufgenommen hätte, unerach⸗ tet ihm die Interdiction angezeigt worden war, für allen Schaden gegen die in Irrthum geführte Partey haften müßte.
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*) So lange das Urtheil noch nicht inſinuirt, ſo lange es ſogar noch nicht rechtskräftig geworden iſt, kann zur Ernennung eines Curators nicht geſchritten werden. So erkanute der Caſſations⸗ Hof in der nehmlichen Sache, die in der Note zjum Art. 416
angefuͤhrt worden iſt. B.


