1. Buch. Kl. Tit. Von der Volljährigkeit ꝛ. 489
ſinnig erklärten Menſchen in einer Zwiſchenzeit, wo er ver⸗
nünftig war, und zwar ſo errichtetes Teſtament, wie ein verntnftiger Mann es würde haben machen können, gültig ſey. Dieſe Geſetze befolgte man in der Praris; wie man bey Despeisses, tom. 2 p. 10. Cambolas, liw.§ ch. 50. Ricard, des Ponations, part. I. n. 147 u⸗ f. und bey Serres, p. 247 ſehen kann.
Dieſer Autoritäten ungeachtet hat unſer Geſetzbuch ſehr klug gethan, ſelbſt die Interdiction derjenigen zu erlauben, die zu Zeiten ganz vernünftig ſeyn wuͤrden, und bey denen, wie Herr Emmeri in ſeiner Rede ans Geſetebungs⸗Corps ſich ausdrückt, die Vernunſt bloß etwas zufälliges iſt, um dem Mißbrauche, den man von ihrem gewöhnlichen Zuſtande von Wahnſinn leicht machen könnte, und den Prozeſſen vor⸗ zubeugen, die die Frage veranlaßte, ob nehmlich der Raſende zur Zeit, als er den Act, der angegriffen wird, machte⸗ ſich in einem Zuſtande befand, wo er Gebrauch von ſeiner Vernunft hatte, oder nicht. S. den Art. 502.
Art. 490.„Jeder Verwandte iſt berechtigt, auf Inter⸗ „diction ſeines Verwandten anzutragen. Eben ſo kann ein „Ehegatte wider den andern die Interdiction nachſuchen.“
Art. 491.„Wider Raſende iſt es Pflicht des kaiſerlichen „Procurators auf die Interdiction anzutragen, wenn weder „der Ehegatte, noch die Verwandten dieſes thun; er kann „ſie ebenfalls wider Blödſinnige oder Wahnſinnige nachſu⸗ „chen, wenn dieſe weder einen Ehegatten, weder eine Ehe⸗ „gattinn, noch einen bekannten Blutsfreund haben.«
Mit Recht hat man zwiſchen der Raſerey und dem Wahn⸗ ſinn einen Unterſchied gemacht. Iſt jemand in Raſerey ver⸗ fallen, ſo iſt der Geſellſchaft daran gelegen, daß er außer Stand geſetzt werde, ihr zu ſchaden, und deßwegen wird dem offentlichen Miniſterium die Klage auf Interdiction gegen ihn anvertraut, wenn die Verwandten ſie nicht anſtellen; um ei⸗ nen Wahnſinnigen hingegen kann ſich das öffentliche Mini⸗


