Teil eines Werkes 
Erster Band (1808)
Entstehung
Seite
479
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I. Buch. Xl. Tit. Von der PVoljjaͤhrigkeit, z. 475 Eilfter Pßtel.

Von der Volaͤhrigkeit, der Interdiction und dem gerichtlich angeordneten Beyſtande. (Deeretirt den 29. März 1803. Promulgirt den 3. April.)

S ſte s Capyite Von der Volljährigkeit⸗

Art. 488. Die Volljährigkeit iſt auf das Alter von ein und zwanzig vollen Jahren feſtgeſetzt. Mit dieſem Al⸗

ſetze, die die perſoͤnliche Fähigkeit zu disponiren, oder durch Schenkung beguͤnſtiget zu werden, beſtimmen, ihre Wirkung ei⸗ nigermaßen auf die Güter aus, und eben ſo machen die Ge⸗ ſetze, die eine gewiſſe Quote des Vermögens für unveräußer⸗ lich oder indisponibel erklären, die Perſon des Eigenthümers oder Beſitzers in Beziehung auf dieſe Quote ſeines Vermoͤgens unfaͤhig.

Dieſer wechſelſeitige Einfluß, dieſe Aehnlichkeit von Reſulta⸗ ten, welche dieſe Geſetze hervorbringen, macht es zuweilen ſo ſchwer, ſie von einander zu unterſcheiden, daß der Rechtsgelehrte oft nicht weiß, zu welcher Claſſe er ſie rechnen ſoll.

Im Zweifel muß er ſich begnuͤgen, daruͤber zu urtheilen, je nachdem ſie der einen oder der andern Gattung am nächſten kommen; er muß den darin herrſchenden Charakter in Erwaͤgung ziehen, und unterſuchen, ob ſie einen unmittelbaren Einfluß auf die Perſon oder auf die Gäter ausüben, und dieſem nach, als perſönliche Statute, diejenigen, die das meiſte von dieſer Gattung, und als dingliche jene anwenden, die am Meiſten hievon an ſich zu haben ſcheinen.

Ehe man indeſſen weiter geht, muß man einen Grundſatz an⸗ nehmen, nehmlich dieſen, daß alles, was zur Claſſe der perſoͤnli⸗ chen Statuten gehört, immerwaͤhrend vom Geſetzgeber abhaͤngig iſt, und dieſer die buͤrgerlichen Eigenſchaften einer Perſon immer zu modificiren das Recht hat.

Dieſer Grundſatz iſt eine Folge des geſellſchaftlichen Vertrags der das größte Glück Aller zum Zwecke hat. Da der Zuſtand der Völker ſich alle Augenblicke verändert, ſo müſſen allerdings