480 1. Buch. Xl. Tit. Von der Volljaͤhrigkeit, ꝛc.
„ter erlangt man die Fähigkeit zu allen Handlungen des buͤt⸗ „gerlichen Lebens, jedoch mit Vorbehalt der unter dem Titel „von der Ehe enthaltenen Einſchränkung.«
die Depoſitarien ihrer Macht das Recht haben, ihre Geſetze mit den Umſtaͤnden in Hatmonie zu ſetzen, und ſowohl die Veraͤnde⸗ rungen, die m National⸗Geiſte bewirkt werden, als die Einſich⸗ ten, die ſie ſich durch die Erfahrung erwerben, benutzen koͤnnen, um die Vorſchriften der geſellſchaftlichen Verhältniſſe zu vervoll⸗ kommnen.
Immer iſt alſo der Stand des Menſchen dem Willen der Geſetzgeber des geſellſchaftlichen Körpers, dem Er angehoͤrt, un⸗ tergeordnet, und folglich immer bedingt. Die Befugniß, die er Kraft eines Geſetzes von geſtern hatte, kann ihm durch ein Geſetz von heute benommen werden.
Ueber das individuelle Unrecht, ſo er hiedurch leidet, darf er ſich nicht beſchweren; denn nach einer der urſprünglichen Be⸗ dingungen des geſellſchaftlichen Vertrages muß daß Intereſſe der Einzelnen dem Intereſſe Aller weichen. Das Geſetz greift den Menſchen, wie er im Augenblicke iſt, wo es erſcheint, und unterwirft ihn von nun an ſeiner ganzen Macht.
Es iſt leicht, die Folgen vorherzuſehen, die ſich aus dieſen Grundſaͤtzen herleiten laſſen, wenn man ſie auf die vorgetragenen Fragen anwendet.
Es folgt nehmlich daraus:
1) Daß ein vor dem Geſetzbuche aus der Vormundſchaft ge⸗ tretenes Kind, bey der Verkündung deſſelben in die Vormund⸗ ſchaft wieder zuruͤckfaͤllt.
Dieſe Entſcheidung entſpringt aus der Natur der Dinge, in⸗ dem die Regeln über die Vormundſchaft per ſoͤnliche Ge⸗ ſetze ſind Tutela person prinoipaliter datur, rehies per conse- Juenet am tantum. Welche ſeltſame Miſchung würde man nicht, im entgegengeſetzten Syſteme, in unſern bürgerlichen Eigenſchaften wahrnehmen? Perſonen vom nehmlichen Alter, vom nehmlichen Geſchlechte würden in dem nehmlichen Staate zwey verſchiedenen Geſetzen unterworfen, und die einen Herren ihrer Perſonen, die andern unter der Gewalt eines Dritten ſeyn.
Solche Widerſprüche duldet die Vernunft nicht. Sie will daß alle Bürger die nehmlichen Befugniſſe haben, der nehmli⸗


