1. Buch. X. Tit. Von der Minderjährigkeit, ꝛc. 477
Handlung ſich beziehenden Geſchäfte nicht als großjäbrig angeſehen werde, wenn er nicht emancipirt iſt; indeſſen iſt das Gegentheil in der Jurisprudenz unbezweifelt. S. Pes- peisses, tom. 1. tit. 2. Sect. 2. n. 22. und alle von ihm da⸗ ſelbſt angefuͤhrten Schriftſteller; Bretonnier, tom. 2. liv. 4. quest. 13. Rousseaud, V. restitution, Ject. 2. n. 10. Man hielt es nehmlich für ungerecht, daß ein Minderjähri⸗ ger, dem ſeine Verwandten erlauben Handlung zu treiben, gegen die Verbindlichkeiten, die er in dieſer Eigenſchaft ein⸗ geht, in den vorigen Stand ſollte eingeſetzt werden können; das ſicherſte iſt jedoch, ſich an den Worten des Artikels zu halten.*)
Vor dem Schluſſe dieſes Titels glaubte ich zwey Fragen ab⸗ handeln zu können, die ſchon bey mehrern Appellations⸗Hö⸗ fen vorgekommen, und nicht auf einerley Art entſchieden wor— den ſind, ob nehmlich 1) ein Minderjähriger muͤndigen Al⸗ ters, der vor der Verkündigung des Geſetzbuches aus der Vor⸗ mundſchaft getreten war, nach deſſen Verkündung wieder unter dieſelbe zurücktreten müſſe, und ob er 2) nun bis zu ſeinem achtzehnten Jahre den Genuß ſeines Vermoͤgens verliere, den er ſchon vorher erworben hatte?
Wirklich kamen dieſe Fragen bey der Civil-Section des Caſ⸗ ſations⸗Hofes in der Sache Hilken wider Schöffer zur Spra⸗ che, wovon ich ſchon unter dem Art. 448 Meldung gethan habe; wie ich daſelbſt bereits bemerkté, hat der Caſſations⸗
Art. 9. Die Erben, welche ſich melden, um die Hinterlaſ⸗ ſenſchaft eines vor ſeinem Austritte aus dem Spitale, vor ſeiner Emaneipation oder Volljährigkeit geſtorbenen Kindes in Empfang zu nehmen, ſind gehalten, das Spital für die Nahrungsmittel und Auslagen zu entſchädigen, welche dem Kinde, waͤhrend der Zeit, als es der Verwaltung zur Laſt war, gegeben und für daſſelbe gemacht worden ſind; der Betrag der vom Spitale be⸗ zogenen Eiukuͤnfte wird jedoch in Aufrechnung gebracht.
*) Der a. Artikel des Handlungs⸗Geſetzbuches enthaͤlt ber dieſe Frage eine deutliche Beſtimmung.


