1. Buch. I. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Ctvil⸗Rechte. 35
Zu bemerken iſt übrigens, daß in Gemäßheit eines vom Groß⸗Richter im Frimaire 13. J. an die Tribunäle geſand⸗ ten Rundſchreibens unſer Artikel 14 auf die Schweitzer nicht anwendbar iſt, und zwar in Kraft des zwiſchen beyden Nationen im J. 12. geſchloſſenen Tractates.*)
*) Daß dieſer Artikel auf Fremde unter ſich nicht anwendbar ſey, geht aus ſeinem Inhalte und aus der Natur der Sache ſelbſt hervor. Entſteht unter Fremden, die ſich in Frankreich aufhal⸗ ten, ein Rechtsſtreit, ſo iſt die Gerichtsbarkeit der daſigen Tri⸗ bunäle nur in ſo fern gegründet, als ¹) die Klage ein daſelbſt begangenes Verbrechen, und den Erſatz des dadurch zugeſügten Schadens, oder 2) dingliche Rechte, oder 2) Verbindlichkeiten zum Gegenſtande hat, die Fremde gegen Fremde auf den frantö⸗ ſiſchen Jahr⸗Märkten eingegangen haben, oder 4) als die Frem⸗ den ſich freywillig jener Gerichts barkeit unterworfen haben; außer die⸗ ſen Fällen aber bleibt es bey der Regel: actor sequitur forum rei, und ſo entſchied der Caſſations⸗Hof am 22ten Jänner 1806 in der Sache der beyden Amerikaner der Herrn Montflorence, und Skipwith, daß die franzöſiſchen Tribunäle über die von erſterm gegen letztern um Erfüllung einer perſönlichen, aus kei⸗ nem Handels⸗Geſchäfte eutſtandenen Verbindlichkeit angeſtellt Klage zu erkennen nicht befugt ſeyen. Journal des audiences des la Cour de Cassalion de l'an 1806. p. 160. u. f.
Was inzwiſchen die eigentliche Anwendung des vorliegenden Artikels betrifft, ſo entſchied a) der Appellations Hof von Paris am 16. Germ. 13. J. gegen den Lord Barrington, der ſich als Kriegs⸗Gefungener in Frantreich befand, und einen in London zahlbaten, aber mit Proteſt zurückgekommenen Wechſel zu Gun⸗ ſten eines Franzoſen ausgeſtellt hatte, daß auch Fremde, die ſich als KriegsGefangene in Frankreich befinden, der Gerichts⸗ barkeit der daſigen Tribunäle ſolcher Verbindlichkeiten halber unterworfen ſeyen; und wenn auch ſchon b) der vorlicgende Ar⸗ tikel nur von ſolchen Verbindlichkeiten zu ſprechen ſcheint, die aus einem von Fremden mit Franzoſen geſchloſſenen Contraecte entſtehen, ſo iſt es doch richtig, daß das Wort: Verbindlichkei— ten, hier im allgemeinen Sinne genommen wird und alle Hand⸗ lungen in ſich begreift, wodurch ein Fremder ſich, ſelbſt im Aus⸗ lande, gegen einen Franzoſen verbinden konnte. Dieß nahm auch der Appellations⸗Hof von Poitiers in dem urtheile an, welches er am s. Prairial 13. J. gegen den ſchwediſchen Schiffs⸗Capitain


