1 Buch. 1. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Eivil⸗Aechte. 3
Ueber dieſes Recht muß man nachſehen Bacquet, der einen eigenen Tractat darüber verfertigt hat, Louet und Brodeau lett. A. n. 16. Ricard tom. I. part. J. chap. 3. Sect. 4. La Roche und Graverol Tip. 6. Tit. 9.
Art. 12.»Die Fremde, die ſich mit einem Franzoſen „verheirathet hat, ſolgt dem Zuſtande ihres Mannes.«
Ueber dieſen Artikel konnte kein Zweifel entſtehen.
Art. 13.„ Der Fremde, dem der Kaiſer erlaubt hat, »ſeinen Wohnſitz in Frankreich aufzuſchlagen, genießt, ſo „lange er daſelbſt wohnen bleibt, aller Civil⸗Rechte.«*)
Anfangs war man der Meinung nicht, den Fremden zum Genuſſe der Civil-Rechte von dem Zeitpunkte an zuzu⸗ laſſen, wo die Regierung ihm erlauben würde, in Frank⸗
* Da es dem Art. 3 der Staats⸗Verfaſſung vom J. 8 zufolge unmoͤglich iſt, den Titel eines franzoͤſiſchen Staats⸗Buͤrgers zu erwerben, ohne ſein Dymieil in Frankreich aufzuſchlagen, und der vorliegende Artikel 13 nur mit Bewilligung des Kaiſers, es daſelbſt aufzuſchlagen erlaubt, ſo iſt es einleuchtend, daß ein Frem⸗ der ohne Autoriſation des Kaiſers eben ſo wenig franzoͤſiſcher Staats⸗Buͤrger als Franzoſe werden koͤnne, wie dieß auch das hier folgende Gutachten entſchieden hat.
Gutachten des Staats⸗Rathes vom 18. Prairial 11. J. G. Junius 1803), genehmiget den 20. Prairial(9. Junius 1803). Der Staats⸗Rath, uͤber die Frage, ob der Fremde, wel⸗ cher zufolge des Conſtitutions⸗Aetes vom 22. Frimaire s. J. fran⸗ zoſiſcher Staats⸗Buͤrger werden will, der Verfuͤgung des Artikels des Geſetzbuches Napoleons unterworfen ſey, welcher dem Fremden den Genuß der Eivil⸗Rechte in Frankreich, wenn er da zu wohnen fortfaͤhrt, nur dann bewilliget, wenn der Kaiſer ihn ermaͤchtiget hat, da ſeinen Wohnſitz aufzuſchlagen, iſt der Meinung, daß ein Fremder, der ſich in Frankreich niederlaſſen will, in allen Fällen verbunden iſt, die Erlanbniß des Kaiſers deßwegen nachzuſuchen, und daß, da dieſe Erlaubniß, nach den umſtaͤnden, Modificativnen, Be⸗ ſchraͤnkungen oder ſelbſt dem Widerrufe unterworfen ſeyn kann, es nicht thunlich iſt, durch allgemeine Regeln und Formen etwa in dieſer Hinſicht zu beſtimmen.
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