1. Buch. 1. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte. 31
hat. Ueber dieſe intereſſante Frage verdient die Abhandlung des Herrn Merlin, General-Procuratoren beym Caſſations⸗ Hofe, im ſechſten Bande ſeiner Sammlung von Rechtsfra⸗ gen S. 241 u. folg. ſo wie auch das Urtheil nachgeleſen zu werden, welches ſeinem Antrage gemäß am 28. Germinal 12. J. von geſagtem Gerichts⸗Hofe erlaſſen worden iſt.
Nachdem nun der Rath ſeine Meinung über den bür— gerlichen Tod der Ausgewanderten entſcheidend geäußert hatte, entſchied er ebenfalls, daß eine auf ſie ſich beziehende Einſchränkung dem Artikel beygefügt werden ſollte; und doch findet ſich dieſe Ausnahme nicht darin; bloß hat man dem Art. 21, der den Franzoſen betrifft, welcher ohne Bewilligung des Kaiſers Dienſt im Auslande nehmen wide, noch die Clauſel hinzugeſetzt; alles mit Vorbehalt der Strsfen, die das Criminal⸗Geſetz wider die Franzoſen verbaͤngt, die wider ihr Paterland die Waffen getragen haben, oder in der Zolge tragen werden, ſo daß noch jetzt die Frage ſchwer zu loͤſen ſeyn mag, ob die Kinder der ausgewander⸗ ten, die im Auslande geboren ſind, ihre rechtliche Eigen⸗ ſchaft eines Franzoſen zurückerhalten können, wenn ſie die im Art. 9 vorgeſchriebenen Formalitäten erſüllen; folgende Gründe ſcheinen jedoch dieſe Frage hinlänglich zu beantworten.
1) Nicht deßwegen hört jemand auf, Franzoſe von Ge— burt zu ſeyn, weil er bürgerlich todt iſt; ſein politiſcher Tod, dieſes Bild des natürlichen, kann nicht mehr Einfluß als dieſer, auf den Stand der Kinder haben, und was hindert das Kind eines Verurtheilten, Franzoſe zu ſeyn, es zu blei— ben oder zu werden? Die Fehler der Väter können doch in ihren Kindern nicht geſtraft werden.
2) Der Art. a1 ſpricht nur von Franzoſen, welche die Waffen wider ihr Vaterland getragen haben; alle Ausgewan⸗ derte befinden ſich aber doch nicht in dieſem Falle; zudem ſpricht ja auch dieſer Artikel nur von den Vätern.
3) Der Art. 10 war Anfangs ſo abgefaßt: ein im Aus⸗ lande von einem Pater erzeugtes Bind, welcher ſeinem


