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Präliminar⸗Titel. Von der Verfündigung, den Wirkungen ꝛc. 1
rend zehn Tage, nachdem es bereits erlaſſen worden, ver⸗ ſchoben; wollte man nun dieſer erſten Friſt noch 15 Tage
hinzuſetzen, ſo würde das Geſetz oft ſeinen Zweck verfehlen;
allen Grundſätzen zufolge ſey 2) ein Geſetz vom Tage an verbindlich, wo es ganz zu Stande gekommen und be⸗ kannt iſt; unſchicklich würde es 3) ſeyn, wenn man es an den ſeiner Verkündigung nahe gelegenen Hrten ſo lange Zeit ohne Vollziehung laſſen wollte; man müſſe alſo 4) dieſe Vollziehung nach dem Verhältniſſe der Entfernungen in Grade abtheilen; ohnehin würde§) das Geſetz von der ihm ſchuldigen Ehrfurcht dadurch nichts verlieren, daß es in jedem Departemente erſt nach Ablauf ſolcher Friſten vollzogen wird, die hinlänglich ſind, um die Vermuthung zu begründen, daß es gehöig bekannt geworden ſey⸗
Dieſe Betrachtungen behielten das Uebergewicht, und ſo ward, nach einigem Schwanken über die Feſtſetzung der Fri⸗ ſten, der Artikel endlich ſo angenommen, wie er wirklich iſt⸗
So viel geht nun aus dieſer Discuſſion hervor, daß die beſtimmte Friſt auf alle Geſetze ohne Unterſchied an⸗ wendbar iſt, und eben dieſes ſagt auch ausdrücklich Herr Portalis in der Rede, die er bey der Vorlegung dieſes Ge⸗ ſetzes ans Geſetzgebungs⸗Corps gehalten hat; nur jene ſind hievon ausgenommen, dié für die Colonien erlaſſen werden, weil dieſe der beſondern Verordnung unterworfen ſind, welche die Reglerung deßfalls zu machen den Auftrag erhalten hat.
Uebrigens iſt dieſe Discuſſion noch dazu geeignet, eine Schwierigkeit aus dem Wege zu räumen, die dieſer Artikel, der Sorgfalt ungeachtet, die an ſeine Abfaſſung verwendet worden iſt, noch übrig zu laſſen ſcheinen möchte.
Es heißt nehmlich im F. 1, daß die Geſetze in jedem Theile des Reiches von dem Augenblicke an vollzogen wer⸗
durch den Kaiſer promulgirt, es ſey dann, daß während dieſer Zeit wegen Conſtitutions⸗Verletzung an den Senat recurrirt wor⸗ den wäre. Dieſer Rerurs findet gegen ſchon promulgirte Geſeße nicht Statt.
Malev. 2


