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Ehe, die Eheſcheidung, die Kindſchaft, die Annahme an Kin⸗ des⸗Statt, die väterliche Gewalt, und aus dem zweyten, der Zuwachs, den eine Sache erhält, der Nießbrauch, der Gebrauch, die Wohnung, und die Dienſtbarkeiten; hat ja doch anch der einſichtsvolle Domat, nachdem er die nöthigen Begriffe über die Perſonen und Sachen zum Gegenſtande eines Präliminar— Buches gemacht hatte, ſein Werk bloß in zwey Theile zer— fallen laſſen, wovon der Erſte von den Contracten, der Zweyte von der Erbfolge handelt! Hat nicht Despeises, der doch alle Materien des Civil⸗Rechtes mit vieler Methode und Klarheit bearbeitet hat, die nehmliche Eintheilung befolgt? Dieſe zwey bewährten Schriftſteller hätten doch wohl Nachah⸗ mung verdient!
Indeſſen läßt ſich doch auch die Eintheilung, ſo wie ſie im Civil Geſetzbuche vorkommt, durch gute Gründe verthei— digen; ſie iſt einfach; jedes Buch biethet 43 verſchiedene Gegenſtände dar; ſie iſt zuverläßig beſſer, als jene der In⸗ ſtitutionen die man immer hat; und im Grunde, muß man doch nachgeben, daß, da die nehm⸗ lichen Gegenſtände ſich unter verſchiedenen Geſichts⸗Punkten betrachten laſſen, jede Eintheilung bey dieſen großen Mate⸗ rien nothwendig mit einiger Willkühr verknüpft iſt.
So geſchah es dann auch, daß faſt das ganze Prälimi⸗ nar⸗Buch, welches Herr Portalis nach dem Beyſpiele des Werkes: Livre des Lois von Domat abgefaßt, und worin er ſein Muſter weit übertrofſen hatte, ohne Widerſpruch hinweggelaſſen wurde; man ſagt zwar, daß ein Civil⸗Geſetz⸗ buch keine Definitionen enthalten, und alles, was bloß Ge⸗ lehrſamkeit wäre, dem Vortrage über die Rechtslehre in den Schulen überlaſſen werden müſſe; ich kenne die Regel: omnis d finitio in jure periculosa est; indeſſen geſtehe ich, daß ich immer den Verluſt jener ſchönen Vorderſeite bedaure, die ſo günſtige Vorurtheile für das Haupt⸗Gebäude erregte.


