88
teres zur Abſchlieſung der Ehe geſchritten werden, in ſo fern entweder das urtheil, welches denſelben ſchon fuͤr abweſend erklaͤrt hat, oder in Ermangelung eines ſolchen Urtheils, das⸗ jenige, worin deshalb ein Zeugenverhor verfuͤgt wurde, oder, falls noch gar kein Urtheil ergangen iſt, eine Notorietaͤtsur⸗ kunde beygebracht wird, die von dem Friedensrichter des Or⸗ tes, wo der Ascendent ſeinen letzten bekannten Wohnſitz hat⸗ te, ausgefertigt iſt, und die Erklaͤrung von vier Zeugen ent⸗ haͤlt, welche eben dieſer Friedensrichter von Amtswegen vor⸗ gefordert hat.
136. Die Beamten des Civil⸗Standes, welche zur Abſchlie⸗ ſung einer von Soͤhnen, ehe ſie das fuͤnf und zwanzigſte, oder von Töchtern, ehe ſie das ein und zwanzigſte Jahr ih⸗ res Alters zuruͤckgelegt haben, eingegangenen Ehe geſchrit⸗ ten ſind, ohne in der Heirathsurkunde die Einwilligung der Eltern, der Groseltern oder der Familie, in den Fällen, worin die eine oder die andere erforderlich iſt, ausdruͤcklich erwaͤhnt zu haben, ſollen auf der Intereſſenten oder des koͤ⸗ niglichen Procurators Betreiben bey dem Gerichte der erſten
Inſtanz des Ortes, wo die Ehe geſchloſſen worden, in die
Geldſtrafe, welche im 192 Artikel verordnet iſt, und uͤberdies zu einer Gefaͤngnißſtrafe verurtheilt werden, deren Dauer nicht unter ſechs Monaten ſeyn darf.
157. Wenn das ehrerbietige Nachſuchen in den Faͤllen, wo daſſelbe vorgeſchrieben iſt, unterlaſſen wurde, ſoll der Be⸗ amte des Civilſtandes, der die Heirath abgeſchloſſen hat, zu der nemlichen Geldbuſe und zu einer Gefaͤngnißſtrafe, die nicht unter einem Mongte ſeyn darf, verurtheilt werden.


