Zweiter Abſchnitt. Von der Eh e ſcheid ung.
So ausfuͤhrlich die Vorſchriften und Beſtimmungen wa⸗ ren, nach denen ſich der Beamte des Civilſtandes bey der Abſchlieſung einer Ehe zu benehmen hat, ſo einfach ſind ſeine Obliegenheiten bey der Trennung einer Ehe, weil hierbey das Mehrſte und Weſentlichſte von den Gerichten geſchehen muß. Bey dieſen nemlich werden, ohne alle vorherige Nit⸗ wirkung jenes Beamten, die Eheſcheidungsſachen bis zu ei⸗ nem endlichen Erkenntniſſe verhandelt, und erſt, wenn ein ſolches erfolgt iſt, und die Scheidung zugelaſſen hat, gelangt der Beamte des Civilſtandes zu einiger Thaͤtigkeit.— Das Geſetz ſchreibt memlich vor, daß jede vom Gericht erkannte Eheſcheidung nicht eher zur Wirkſamkeit kommen kann, bis ſie von dem Beamten des Civilſtandes(an dem Wohnorte der Ehegatten) foͤrmlich ausgeſprochen iſt 2), und ſetzt ſogar eine Zeit feſt, binnen welcher dieſes geſchehen muß, wenn nicht das Eheſcheidungserkenntniß ganz wirkungslos werden ſoll.
Dieſe Zeit iſt fuͤr ſolche Eheſcheidungen, die auf gegen⸗ ſeitige Einwilligung erfolgen, auf zwanzig Tage, bey Schei⸗ dungen wegen irgend einer andern Urſache aber auf zwey Mo⸗ nate, ſeit dem Erkenntniſſe, wogegen keine Appellation mehr ſtatt findet, beſtimmt a). Bey denen der erſteren Art iſt es
2) N. Geſetzbuch Art. 26]. 294. *) N. Geſetzbuch. Art. 266. 204. a) N. Geſetzbuch Art. 264. 263. 294.
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greae ungser⸗ kenntniſſe.
Ausſpruch der Ehe⸗ ſcheidung.


