20
Einſpru⸗„5) Bisweilen tritt der Fall ein, daß nach erfolgtem Aufge⸗
chr.
bote Eanſpruͤche gegen die Heirath eingelegt werden, und es iſt, wenn ſolches auf eine gultige Weiſe geſchieht, den Beamten des Eivilſtundes unterſagt, die Abſchlieſung der Ehe vorzunehmen ehe ein ſolcher Einſpruch gehorig wieder aufgehoben iſt). Auch hierauf hat daher der Bramte alle Aufmerkſamkeit zu richten.
Oha der Einſpruch gegruͤndet iſt, dies geht den Beamten des Civilſtandes nichts an, wenn nur derſelbe von der im allgemeinen dazu berechtigten Perſonen und in der geſetzlichen Form bey ihm eingelegt wird. Jene Perſonen ſind: der mit inem der Verlobten angeblich ſchon Verheirathete 2, die Eltern und Groseltern?) und in deren Ermangelung, der Onkel und die Tante, die Geſchwiſter und rechte Geſchwi⸗ ßerkinder„desgleichen der vom Familienrath dazu gutopiſirte Vormund oder Eurator eines der Verlobten bo. Zur geſetzli⸗ chen Form wird erfordert, daß der Einſpruch in einem ſchrift⸗ lchen von einet nöffentlichen Perſon/ infonderheit einem Ro⸗ tar, gufgenpmmenen Aufſatz peyfaßt, und von dem Einſpre⸗ chenden oder deſſen Bevollmaͤchtigten unterſchrieben ſey 6.
2) N. Geſetzbuch(Art68.(Ah. MWai
*) Inſtruction S. 25.
a) Nicht aber auch der, welcher ſich auf ein bloſes Eheverſprechen be zieht, da ein ſolches gegenwaͤrtig keine Verbindlichkeit hervorbringt.— Da indeſſem jeves Grſetz auf die Vegangenheit krins Anwendung lei⸗ det, ſpeſcheint eß der Sache angemeſſen, diejenigen Eheverloͤhniſſe, wel⸗ che vor dem rten Jan. 1808 gültig geſchehen ſind, noch ſuͤr verbindlich zu halten. b) N. Geſetzbuch Art. 172⸗7.. 5, c) Inſtruction S. 2. N. Geſetzbuch Art 66.(Anh. R. 1V.)


