Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1813)
Entstehung
Seite
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Die eigentliche Schwierigkeit iſt daher folgende:

Die erſte Inſtanz kann nicht in die Hofgerichte verlegt, ſie muß den Aemtern gelaſſen werden. Das Ministère public muß dagegen ſoll es ſeinen Zweck erreichen gleich bei der erſten Inſtanz in Wirk⸗ ſamkeit treten. Bei der Amteinſtanz dagegen läßt ſich kein Ministère public errichten.

In Anſehung des erſten Buchs des Code Na- polcon iſt die Aufloͤſung der Schwierigkeit moͤglich.

Die meiſten und wichtigſten Funktionen, wel⸗ che nach Inhalt des erſten Theils des Code Napo- leon das erſte Inſtanzgericht ausuͤbt, Erkenntniſſe uͤber Eheſachen, Aufſicht uͤber Minderjaͤhrige, Pro⸗ digalitätserktärung, Verſchollenheitserklaͤrungen, An⸗ ordnung der Abweſenheitscuratel ꝛc. ſind unſern hoͤ⸗ heren Gerichten, Conſiſtorien, Hofgerichten, Juſtiz⸗ kanzleien ubertragen.

Es tritt mithin bei allen Gegenſtaͤnden dieſer Art gleich in der erſten Inſtanz ſchon bei uns ein uͤber die Amtsjuſtiz erhabenes judicium formatum in Wirkſamkeit.

Bei dieſen naͤmlichen Gegenſtaͤnden kann es daher nicht auffallen, wenn man die Attribute des tribunal de prémière instance unſern Hofgerichten uͤberträgt. Ich ſchlage dieſe Einrichtung vor.

Die im Herzogthum Raſſau jetzt beſtehende Ordnung wird nur in zweifacher Hinſicht eine Abaͤn⸗ derung beduͤrfen.

Einmal beſteht jetzt fuͤr das ganze Herzogthum Wiesbaden nur Ein Hofgericht. Der Juſtiz⸗Se⸗ nat zu Thal⸗Ehrenbreitſtein iſt Gericht erſter Inſtanz fuͤr privilegirte Perſonen.

Das Herzogthum ſteht an Groͤße und Volks⸗ menge einem franzoͤſiſchen Departement gleich. Jedes Departement iſt in mehrere Bezirke(arron- dissement) getheilt, und jeder Bezirk beſit ein tri- bunal de prémiere instance, welches daher auch