Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1813)
Entstehung
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I.

Erſter Vortrag der Herzoglich Naſſauiſchen Commiſſion uͤber den fuͤnften Titel des er⸗ ſten Buchs des Code Napoléon, sur le mariage.

l32)

De franzoͤſiſche Geſetzgebung behandelt die Ehe als ein rein buͤrgerliches Verhaͤltniß.

Die Geſetzgebung des geſitteten Europa's behan⸗ delte ſie bisher als ein religioͤſes Inſtitut.

Frankreichs Geſetz verbietet niemand, dieſe An⸗ ſicht auch durch aͤußere Handlungen zu bekennen. Der Staat miſcht ſich indeſſen nicht in die Forderungen des Gewiſſens. Er nimmt von demjenigen keine Rotitz, was die Kirche in Anſehung der Ehe ver⸗ langt und unterſagt. Er knuͤpft an aͤußere kirchliche Handlungen keine Folgen.

Die uͤbrige europaͤiſche Geſetzgebung raͤumt zwar der Kirche bey der Ehe keine Oberherrſchaft uͤber den Staat ein. Sie achtet aber doch auch äͤußerlich ihre Gebote und Verbote. Sie verfuͤgt nichts gegen den Sinn der Kirche. Nur macht

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