Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1813)
Entstehung
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Geiſt des franzoſiſchen gerichtlichen Verfahrens abge⸗ faßt iſt, ob ſich gleich die Ergaͤnzung deſſelben eigent⸗ lich im Code de procẽdure civile findet, ſo enthaͤlt doch die buchſtaͤbliche Anwendung des Artikels nichts, was mit einer deutſchen gerichtlichen Verſteigerung an den Meiſtbietenden unvereinbar waͤre. Dagegen läͤßt ſich der Rutzen, den das Vidit und Certificat des Maire unter das die Perſteigerung ankuͤndigende afixum leiſtet, bei einer deutſchen gerichtlichen Ver⸗ ſteigerung nicht wohl einſehen.

Subſtituirt man den deutſchen Vorſteher der Dorfgemeinde, in welchem die zu verkaufenden Guͤ⸗ ter des Minderjaͤhrigen liegen, ſo gewinnt die Sache ein anderes Anſehen.

Er fuͤhrt die Lager und Flurbuͤcher der Gemein⸗ de. Er certifieirt den Eigenthuͤmer, die Eigenſchaft, die Lage, die Anlieger, die Grundſtuͤcke u. ſ. w., ob ſie ftey von Hypotheken ſind u. ſ. w.

Sein vidit kann dem Kaͤufer noch einen hoͤheren Grad von Beruhigung und Sicherheit gewaͤhren.

Vl. Maison commune. Die deutſchen Ge⸗ meinden, kleinen Städte, Flecken und große wohl⸗ habende Doͤrfer haben ein Gemeindehaus. Beym erſten Blick moͤchte man glauben, daß, wenn der Code Napoléon von einer Maison commune rede, es hier eigentlich nichts gebe, das dem franzoͤſiſchen adminiſtrativen und gerichtlichen Syſtem eigen, oder was nach deutſcher Einrichtung zu ſubſtituiren und zu modificiren waͤre. Hoͤchſtens konnte man ſagen, die⸗ jenigen deutſchen Gemeinden, welche kein Maison commune haͤtten, můßten ſich eins verſchaffen ·

Wenn dagegen das erſte Buch des Code Napo- 160n die Maison commune bei dem ehelichen Auf⸗ gebot und bei der Trennung der Kirche ſubſtituirt, ſo wird es wohl noͤthig ſeyn, in der Inſtruction die Kirche wieder dem Maison commune zu ſirbſtitui- ren, mit andern Worten, die Kirche wird die Mai-