Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1813)
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen

33

worfen, und den Kindern die Abfaſſung eines ſchrift⸗ lichen, durch den Civilſtandsbeamten und zwei Zeu⸗ gen zu uͤberreichenden Geſuchs aufgegeben.

Bei Abfaſſung des Nachtrags uͤber den Vortrag sur les actes de Iétat civil hatte ich, mit Umge⸗ hung aller Form, blos vorgeſchlagen, daß der deut⸗ ſche Civilbeamte die Eltern und Großeltern, oder den Familienrath uͤber ihren Rath oder Einwilligung zu Protokoll vernehmen muͤſſe. Ich trage bei naͤhe⸗ rer Anſicht der Sache kein Bedenken, der Baieri⸗ ſchen Anwendungsart der ebengenannten Artikel, vor der, von mir vorgeſchlagenen, den Vorzug zu geben.

Da nach meinem Vorſchlag der Pfarrer zum Ofcier de l'état civil beſtimmt iſt, ſo iſt die Aus⸗ fuͤhrung leicht, und die Befragung der Eltern und Großeltern der moraliſchen Wuͤrde des Pfarrers an⸗ gemeſſen.

Der 155te Artikel erhaͤlt ſeine Anwendbarkeit durch dasjenige, was ich über die Art der Anwendung des Titels des absens geſagt habe.

Der 156te Artikel wuͤrde in der Anwendung kei⸗ ne Schwierigkeiten darbieten, wenn nicht gar zu deut⸗ lich des procureur impérial darin erwaͤhnt wuͤrde.

Der Baieriſche Civilkoder hat den Knoten zer⸗ hauen und dem procureur impérial gerat ezu das Richteramt ſubſtituirt. Nach meinen Antraͤgen sur les actes de J'état civil, vertritt der deutſche Ci⸗ vilbeamte oder das Untergericht bei der Controlle der registres de l'état civil die Stelle des procureur impérial; es werden ihm am Ende des Jahrs die Duyplicate jener Regiſter zugeſtellt, um ſie zu verglei⸗ chen, die begangenen Fehler anzuzeigen und auf die geeignete Strafe anzutragen.

Fuͤglich wird dem nämlichen Beamten die An⸗ zeige der vom Pfarrer geſetzwidrig vorgenommenen Traunng uͤbertragen.

1I. Bd. 3