358
Frankteichs gerichtliches Verfahren ſich bezieben⸗ don Beſtimmungen, der Koder Napoleon, Ko⸗ dex Napoleon bleiben kann,— darüber laßt der deutſche Proceßklaſſiker den wißbegierigen Leſer in tiefer Finſte niß.
Warum überhaupt ein in Frankreich als Meiſterſtück verehrtes Produkt der Juſtizgeſez⸗ gebung, zu welchem die Erfahrung von Jahr⸗ hunderten den Grund gelegt hat, in welchem die Weisheit der erſten Juriſten des Zeitalters Ludwigs des KVten, eines Lamoignon, Sa⸗ vary, Puſſortu. ſ. w. ſich ausſpricht, miß⸗ lungen ſeyn ſoll— darüber läßt ſich Herr Gönner ebenfalls zu keinen Erklärungen herab.
Die Hypotheſe, daß er vielleicht vom fran⸗ zöſiſchen Clvilproceß nichts verſtehe, ſey fern. Ich will vor dem Recenſentenforum mit keiner Jjurienklage heimgeſucht werden. Auch wür⸗ de dieſe nämliche Hypotheſe die Frage: was doch wohl die Meinung des Herrn Hoftaths und Profeſſors Gönner für Gründe haben mö⸗ ge? ihrer Auflöſung um keine Linie näher bringen. Denn wer den Code de procédure civile nicht verſteht, verſteht auch den Code Napoléon nicht. Aus jener Hypotheſe würde daher un⸗ ausweichlich folgen, daß Herr Gönner die allgemeine und unmodificirte Einführung des


