(34N Art. XXXV.
Die Kinder, oder ihre Deszendenten erben ihre Väter und Muͤtter, GrosVäter, Gros Muͤtter, oder andre Aszendenten, ohne Unterſchied des Geſchlechts, oder der ErſtGeburt, und gleichviel, ob ſie aus verſchiedenen Ehen gezeugt ſind.
Anmerkungen Zum Art. 35. Schon bei den Römern hatten alle
Kinder gleiche Rechte auf die Erbſchaft ihrer Va⸗ ter.(Siehe leßt. Kap. der Novelle 22, de nuptiis, lex 77. F. evictis de legat. 2) Die meiſten Herkom⸗ men hatten jedoch dieſe Regel verkannt. In mehre⸗ ren Provinzen gehoͤrte die ganze Erbſchaft den Brü⸗ dern, und den Schweſtern nur eine unbedeutende Ausſteuer. Selbſt von den Bruͤdern erhielt in meh⸗ rereu Provinzen, ſo wie bei dem geſammten Adel, der älteſte alles, die andern wurden wie die Schwe⸗ ſtern behandelt. Dies war die erſte Urſache des be⸗ ſtändigen Zwiſtes unter den ältern und den juͤngern⸗ der oft in gluͤhenden Haß übergieng, und von dem Ungluͤck und dem beſtändigen Anblick der reichern Geſchwiſter genährt, alle Familien Bande zerriß. Die Römer kannten weder das Recht der Erſtgeburt noch die geſetzliche Ausſchlieſſung der Tochter.(J. Emant cipati g. instit. de heredit: quæ ab intest. defer.) Die Verfügungen der zwolf Tafeln hub Juſtinian durch die Novelle 118 auf, worin er allen Kindern gleiche Rechte ertheilte, und dieſe Novelle, welche die letzte Epoche der römiſchen Geſetzgebung ausmacht⸗ ward fortan in den Ländern, worin das geſchriebene Recht galt, vefolgt. Alle Ausnahmen, welche nach⸗ her in die Herkommen aufgenommen wurden, ſchrei⸗ ben ſich von dem Feudal Syſtem her. Auch noch un⸗ ter den erſten franzoſiſchen Konigen galt der Grund⸗ ſaß der Gleichheit unter den Kindern, wie bas Ge⸗ ſeß Eduards: si qui intestatus obierit, liberi ejus zuecedunt in Capita ausweißt. Unter den Capetin⸗


