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urſprung der Guͤter, um ihre Erbfolge zu regu⸗ liren.
Art. XXlIIIl.
Jede, Aszendenten oder Kollateral Erben zugefal⸗
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— Anmerkungen.
Dieſer Wunſch aͤnſſerte ſeinen Einfluß nicht allein in den Geſetzen uͤber die Erbfolge, ſondern auch in je⸗ nen, die auf die Befugniß uͤber das Eigenthum zu ver⸗ fuͤgen, Bezug haben. Ein Sterbender konnte die ei⸗ genthuͤmlichen Guͤter entweder gar nicht oder nur einen kleinen Theil derſelben vermachen; nach an⸗ dern, noch ſtrengern, Herkommen konnte er ſie nicht einmal durch Schenkungen zwiſchen Lebenden ver⸗ aͤuſſern. Endlich nahm eben daher das den Ver⸗ wandten zuſtehende AbtriebsRecht ſeinen Urſprung, welches eine, für das oͤffentliche und das Privat⸗ Intereſſe ſo gefaͤhrliche Unſicherheit des Beſitzthums zur Folge hatte.
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Dieſe Geſetzgebung mußte nothwendig unzaͤhlige Prozeſſe erzeugen, und die Theilung jeder Erb⸗ ſchaft erſchweren. Eudlich konnte man ſie unmoͤglich fuͤr den vermuthlichen Willen des Verſtorbenen hal⸗ ten, da oft entfernte, ihm unbekannte Verwandte die nahen, welche ſein ganzes Leben hindurch ſeiner Zuneigung genoſſen, ausſchloſſen. Alle dieſe Unter⸗ ſcheidungen ſind daher durch das neue Geſetz aufge⸗ hoben. Es giebt nur eine Erbſchafts Maſſe ohne Ruͤck⸗ ſicht auf den verſchiedenen Urſprung der Güter, wor⸗ aus ſie beſteht. Es bedarf keiner Bemerkung, daß der Unterſchied der Guͤter, in adliche, RitterGüter, und gemeine, buͤrgerliche Guͤter, als Ueberbleibſel des Feudalſyſtems hier in keine Erwaͤgung kommen konnte, da mit den Privilegien der Staͤnde auch die Privilegien des Bodens verſchwunden ſind.
Zum Art. 23. Allein bei der Annahme dieſes Grund⸗
ſatzes glaubte man jedoch auch das Syſtem der Her⸗


