—
— 6— 33
174. Wenn gar kein Verwander in aufſteigender Linie vor⸗ handen iſt, ſo koͤnnen der Bruder oder die Schweſter, der Oheim oder die Muhme, die Geſchwiſterkinder, wenn ſie grobjaͤhrig ſind, gar keine Einwendungen erbeben, es ſei denn in folgenden zwei Faͤllen:
rtens. Wenn die kraft des 154 Artikels erforderliche Ein⸗ willigung der Familie nicht erlangt worden iſt;
atens. Wenn der Einwand auf den Bloͤdſinn des kuͤnftigen Ebegatten gegruͤndet iſt; und dieſer Einwand, deſſen bloße und einfache Aufhebung der Gerichtshof ſoll ausſprechen koͤn⸗ nen, ſoll niemals angenommen werden als mit der Ver⸗ pflichtung, daß der Einwendende auf gerichtliche Unterſagung antrage, und in der Zeitfriſt, welche der Urtheilsſpruch an⸗ beraumt, daruber endlich ſprechen laſſe.
175. In beiden durch den vorbergehenden Artikel vorgeſehe⸗ nen Faͤllen darf der Vormund oder Kurator wäͤbrend der Dauer der Vormundſchaft oder Kuratorſtelle nur dann ſich widerſetzen, wenn er durch einen Familienrath, den er zuſammen berufen kann, darzu bevollmaͤchtigt iſt.
176. Jeder Akt, der den Einwand enthaͤlt, ſoll die Eigenſchaft, welche dem Einwendenden das Recht gibt, Einwand zu machen, ausdruͤcken; er ſoll ferner die Erwaͤhlung des Wohnſitzes an dem Orte, wo die Heurath begangen werden ſoll, andeuten; er ſoll gleichfalls, wenn es nicht auf das Begehren eines Anver⸗ wanden in aufſteigender Linie gefertigt worden iſt, die Be⸗ weggruͤnde des Einwandes enthalten; alles unter der Strafe der Nichtigkeit und der Unterſagung der Amtsverrichtungen des Beamten,('interdiction de lOfficier ministeriel) wel⸗ cher den Einwandenthaltenden Akt wuͤrde unterzeichnet haben.
177. Der Gerichtshof erſter Inſtanz ſoll innerhalb zehn Tagen uͤber das Geſuch um Aufhebung des Einwandes entſcheiden.
178. Wenn von dieſer Entſcheidung apellirt wird, ſo ſoll auch dann in den zehn Tagen von der Vorladung geſprochen werden.
179. Wenn der Einwand verworfen wird, ſo konnen die Einwendenden, wenn es anders nicht die Verwanden in auf⸗ ſteigender Linie ſind, zu Schadenerſatz verurtbeilt werden.
Viertes Kapitel. Von dem Anſuchen zur Zernichtung der Ehe. 180. Das Eheband, welches ohne die freie Einwilligung C


