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27. Kontumazial⸗ Verurtheilungen zieben den burgerlichen Tod erſt nach den fuͤnf Jahren, die auf den Vollzug des Urtheils in effigie folgen und wäh⸗ rend welchen der Verurtheilte ſich ſtellen kann, nach ſich.
28. Die in contumaciam Verurtheilte ſollen waͤh⸗ rend den funf Jahren, oder bis dahin ſie ſich ſtellen, oder bis ſie in dieſer Zeittriſt verhaftet werden, der Ausuͤbung der CiviſRechte beraubt bleiben.
Ihre Guͤter werden wie jene der Abweſenden ver⸗ waltet und ihre Rechte auf gleiche Weiſe geltend gemacht.
ag. Wenn ein in coniumactam Verurtheilter ſich in den fuͤnf Jahren, von dem Tage der Exekution an zu rechnen, freiwillig ſtellt, oder wenn er in dieſer Zeitfriſt ergriffen und gefangen geſetzt worden iſt, ſo iſt das Urtheil von Rechtswegen vernichtet; der Angeklagte muß in den Beſitz ſeiner Guͤter wieder eingeſetzt und von neuem gerichtet werden; und wenn er, durch dieſes neue Urtheil, zu derſelben Strafe oder einer andern Strafe, die ebenfalls den buͤrgerlichen Tod nach ſich zieht, verurtheilt wird, ſo tritt dieſer bloß von dem Tage des Vollzugs des zwei⸗ ten Urtheils an zu rechnen ein.
z0. Wenn ein in contumaciam Verurtheilter, der ſich nicht geſtellt hat, oder erſt nach den fuͤnf Jahren gefangen worden iſt, durch das zweite Urtheil freige⸗
ſprochen, oder bloß zu einer Straſe verurtheilt worden iſt, die den buͤrgerlichen Tod nicht nach ſich zieht, ſo tritt er fur die Zukunft, und von dem Tage an, wo er wieder vor Gericht erſchienen iſt, in den vollen Genuß ſeiner CivilRechte wieder ein, aber das erſte Urtheil behält fuͤr das Verfloſſene die Wir⸗ kungen, welche der burgerliche Tod in dem Zwi⸗ ſchenraum, ſeit der Epoche des Ablaufs der fünf Jab⸗ re bis zu dem Tage ſeiner Erſcheinung vor Gericht⸗
nach ſich gezogen hatte.


