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subrogare, abrogare, obrogare. In zweifelhaften Fällen befolgt man das ſpätere Geſet in dem Sinne, wo⸗ rin es von dem fruͤheren am wenigſten abweicht.
2) Man hat behauptet, die abrogatio ſowohl als die dero⸗ gatio des Geſetzes durch entgegengeſetztes Gewohnheits Recht ſei nach franzoͤſiſchem Recht nie zuläſſig. Einen beſtimmten Beweiß des Gegentheils liefert ein Gutachten des Staats⸗ raths vom 13 November 1805,(Siehe mein Journal fuͤr Geſetzkunde und Rechts Gelehrſamkeit, 2ter Jahrgang 2ter Band, S. 439), worin es ausdruͤcklich heißt: attendu Pespece de désuétude, ou la prohibition dont il sagie
eit tombée. Doch muß das Gewohnheits Recht, um einem geſchriebenen Geſetze opponirt zu werden, allge⸗ mein ſein; eine coutume locale kann nie einem Ge⸗ ſetz derogiren, weil nicht vermuthet werden kann, daß ſie
zur Kenntniß des Geſetzgebers gelangt ſei, und daher keine ſtilſchweigende Einwilligung von ſeiner Seite unterſtellt werden kann.
4) Man theilt die Geſetze ferner in einheimiſche und re⸗ zipirte ein. In Frankreich hät man heut zu Tage kein
rezipirtes Recht mehr. Man ſehe, was wir weiter unten uͤber die Kraft der roͤmiſchen Geſetze bemerken werden.
§. 10.
Die Gerechtigkeit iſt der unabänderliche und feſte Wil⸗ le, jedem die ihm gebuͤhrende Rechte zuzutheilen und zu handhaben.
Voet, L.1. C. 1. 96 et7. Thlbant S.. P. 55 4) Nur beiläuſig erwaͤhnen wir der heut zu Tage ganz unprakti⸗
ſchen Eintheilungen der Gerechtigkeit x) in allgemeine und


