Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung, Privatrecht : Erster Theil (1809)
Entstehung
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zialſtatuten) ihrer geſetzlichen Wirkung beraubt; daß aber das franzoͤſiſche Recht auch noch eine consuetudo kennt, wobei es auf das Rechtliche ankommt, beweiſen die Artikel 1641, 1648, 1754, 1759 ꝛc. Wenn der Geſetzge⸗ ber ſich dabei ſorgfaͤltig immer des Wortes usage bedient, ſo hat man den Grund darin zu ſuchen, daß ſeit der Ab⸗ faſſung der coutumes das Wort coutume im Sprach⸗ gebrauch von einem ſchriftlichen LandRechte, im Gegenſatz des roͤmiſchen Rechtes, und nicht von einem ungeſchriebenen Gewohnheits Rechte verſtanden wird. §. 9. Alle Geſetze gebieten oder verbieten. Sie verlie⸗ ven ihre verbindliche Kraſt 1) durch ein ſpäteres Geſetz 2) durch ein entgegengeſetztes Gewohnheits Recht. 1. 7 f de legib.(1. 30Loers, introd. chap. XV. Thibaut a. a. O. 1) Die Römer ſagten: Legis virtus hæc est: imperare, vetare, permirtere, punire; allein StrafGeſetze ſind fuͤr ſich allein nicht denkbar, indem ſie ſich immer auf ein anderes Geſetz beziehen, deſſen Vollzug ſie zu verſichern be⸗ ſtimmt ſind. Da ferner alles erlaubt iſt, was kein Geſetz verbietet, ſo bezieht ſich auch jedes Geſetz, welches eine Handlung erlaubt, nothwendig auf ein anderes, das ſie vorher verboten hatte. Es bleiben alſo nur gebietende und verbietende Geſetze uͤbrig. In einem andern Sin⸗ ne hatten ältere Rechts Gelehrten das Recht in præceptivum et permissivum eingetheilt. Coccejus, L. 1. T. 1. 2) Ein Geſetz kann ganz oder zum Theil abrogirt werden. Es können Zuſätze zu demſelben gemacht werden: derogare,