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9) Die Verfaſſer des Koder(prälim. Buch, Tit. 11, Art. 1.) nahmen auſſer obigen drei Klaſſen von Geſetzen eine vierte an, welche alle die begreifen ſollte, die in keine dieſer drei UnterAbtheilungen gehoͤren. Wir nehmen dieſe vierte Klaſſe nicht an: die Geſetze in Betreff der Hierarchie und Kompetenz der GerichtsBehoͤrden, die Krimina Geſetzzebung, die Polizey Geſetze, die Geſetze uͤber die MilitairVerfaſſung und das Finanz Syſtem ſind ſtaatsrechtliche Verfuͤgungen; die
HandelsGeſetze gehoren dem Voͤlkerrecht an, wenn ſie die Handlungs Verhaltniſſe zwiſchen mehreren Nationen regu⸗ tiren, dem Staatsrecht, wenn ſie den Unordnungen und Verbrechen, zu welchen der Handel Anlaß geben kann, vor⸗ beugen oder ſie beſtrafen, oder wenn ſie beſondere Gerichts⸗ Behoͤrden fuͤr Handlungsſachen niederſetzen, oder die Induſtrie mit Auflagen belegen; dem CivilRecht, wenn ſie die Form und die Wirkungen der HandlungsGeſchaͤfte reguliren; eben ſo ſind die SeeGeſetze, die ausgenommen, welche vol⸗ kerrechtliche Verfuͤgungen enthalten, entweder Militair⸗oder Polizey oder Civi Geſetze; die RuralGeſetze gehoͤren, in ſo weit ſie PolizeVerfuͤgungen enthalten, ins KriminalRecht, in ſo weit ihre Verfuͤgungen die Verhältniſſe zum Eigenthum reguliren, ins PrivatRecht.(Locré a. a. O. Kap. XVI.
10) Noch bleibt uns die Eintheilung der Geſetze in Geiſtli⸗ 2 che und Weltliche zu unterſuchen uͤbrig; ReligionsDog⸗ men haben, ſo wie die Vorſchriften der Moral, nur in ſo weit eine verbindliche Kraft vor dem aͤuſſern Richter, als der Geſetzgeber ſie ihnen zugeſteht, und nur das oͤffentliche Wohl kann ihn hierzu bewegen. Jeder aͤuſſerliche Gottes⸗ dienſt iſt ein Gegenſtand der StaatsPolizey, weil die öffent⸗ liche Ordnung dabei intereſſirt iſt; dieſe allein beſtimmt da⸗


