Die nden ber
e
ot
ge⸗
².)
II
ren at
ite t in „d. oten
Mer die Prr⸗ ſu bie ihn
ni⸗
13
hoͤren. Es giebt alſo, ſtreng genommen, kein poſitives Völ⸗ kerrecht, denn wenn ein Staat einen Friedens⸗oder Allianz⸗ Vertrag verkuͤndigt, damit ſeine Unterthanen ihn als Geſetz
reſpektiren ſollen, ſo iſt dies bloß eine ſtaatsrechtliche Verfoͤ⸗ gung, weil ſie nur die Unterthanen des Landes, in welchem die Verkundigung geſchieht, kraft ihrer Abhaͤngigkeit von dem Staats Oberhaupt bindet.
4) Alles Staats Recht ſetzt eine Regierung voraus; dir
Naturguſtand iſt aber der Zuſtand von Menſchen die keine Regierung haben; die Geſetze, welche die Verhaͤltniſſe zur Regierung beſtimmen, ſind daher poſitiv. Anderſt iſt es §) im PrivatRecht; die Verhaͤltniſſe, welche der Gegen⸗ ſtand deſſelben ſind, ſind größtentheils auch im Naturſtande vorhanden, und werden nur durch den geſellſchaftlichen Zu⸗ ſtand modifizirt.
6) Wir nennen heut zu Tage das PrivatRecht ausſchließ⸗ lich Civil Necht. Sonderbar ſcheint es mir aber, daß man, um dieſen Sprachgebrauch zu rechtfertigen, die Römer veſchuldigt, ſie hätten nicht gewußt, was CivilRecht iſt, und zum Beweiß anfuͤhrt: nach ihrem Syſtem ſei die lex tribuniia auch ein CivilGeſetz(Iew ciwitatis) geweſen. (Loerè, I. 42.*) Wir werden bald finden, daß wir vielleicht beſſer gethan hätten, ihre Benennung beizubehalten.
3) Im Völkerrecht ſind die Verhältniſſe von beiden Seiten kol⸗ lektiv; im Staats Recht ſind ſie es wenigſtens von der einen⸗ im PrivatRecht ſind ſie individuell von beiden Seiten.
8) Die Geſetze, welche die Art beſtimmen, wie die Geſetze aller Art erlaſſen, promulgirt und verbindlich werden, ge⸗ hoͤren dem Staatsrecht an.
*) Ich zitire von Loere immer die OctavAusgabe, weit ſie mehr als die QuartAusgabe gebraucht wird⸗


