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Gesetzbuch Napoleons / nach dem officiellen Texte übersetzt von Daniels, Substituten des kaiserlichen General-Procurators bey dem Cassations-Hofe in Paris
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3 S¹6 1I. Cit. Von den urkunden des Civil⸗Standes. 29

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54. In allen Faͤllen, wo ein Gericht der erſten Inſta uz uͤber Urkunden erkennt, die auf den Civil⸗Stand Vezug haben, koͤnnen die dabey intereſſirten Parteyen wider das Urtheil die uͤblichen Rechtsmittel ergreifen.

Civil⸗Standes bey ui der Regiſter begangen worden ſind, durch den 50 Art. des Geſetzbuches Napoleons den Gerichten erſter Inſtan; eingeräumt it man dieſe Vergehen nicht vor die Correctionnel⸗Gerichte bringen könne, ohne den Tirt des Geſetzes abzuändern und ſeine Strenge zu vermehren.

Ueber die zweyte Frage iſt ſeine Meinung, daß man die Beamten des Civil Standes nicht als Agenten der Regierung betrachten kaun, und daß ſie daher die Wohlthat des 75. Art. der Conſtitution in Anſpruch zu nehmen nicht berechtiget ſind. Die Verfahrungsart bey der Klage gegen ſie iſt in den Beweggruͤnden des 2. Lit. des Geſetzbuches Napoleons, ſo wie ſie bey dem Geſetzgebungs Corps eutwickelt wurden, vorgeſchrieben; dort heißt es:Der Commiſſar fertiget einen ſummariſchen Verbal Prozeß; er denuneirt die Ver⸗ gehen, und trägt auf die Verurtheilung zu den Geldbußen an. Die Autoriſation der höhern Obrigkeit wird alſo nicht erfordert; und dieſer Grundſatz muß um ſo mehr gehandhabt werden, als das Recht der Aufſicht, welches die Regierungs⸗Commiſſare über das Betragen der Beamten des Civil⸗Standes haben, dadurch erhöht wird; letztere müſſen daher, im Uebertretungs Falle, unmittelbar oder auf die bloße Requiſition des Commiſſars bev den Gerichten belangt werden.

Dieſes Gutachten loͤſet alle in dieſer Hinſicht erhobene Schwie⸗ rigkeiten, und Sie haben es zu befolgen. Nur muß ich Ihnen bemerken, daß, da ich Sr. Maj. einen Bericht über die Klagen, welche gegen die Beamten des Civil⸗Standes anzuſtellen ſind, vor⸗ gelegt habe, Sie bis auf weitern Befehl keine anheben muͤſſen⸗ dieſe haͤtten dann eine materielle Verfälſchung oder jede andere Handlung, welche nach dem Geſetze ein Verbrechen iſt, ſich zu Schulden kommen laſſen. Sie müſſen jedoch wachen, daß gedachte Beamten jaͤhrlich die Duplicate ihrer Resiſter auf der Kanzelley⸗ Ihres Gerichtes hinterlegen.

No. XRX. Cireular des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Riniſters, an die kaiſerl. Procuratoren, vom 10. September 1806.

Ich habe Ihnen den 22. Brümaire 14. J. das von Sr. Maj. den 4. Pluvios 12. J. genehmigte Gutachten des Staats⸗Rathes bekannt gemacht, welches von der Art und Weiſe handelt, wie