I. Buch. IH. Tit. Von den Urkunden des Civil⸗Standes. 25
47. Jede Urkunde des Civil⸗Standes, ſie mag Franzoſen oder Auslaͤnder betreffen, die in einem fremden Lande gefer⸗ tiget worden, hat volle Beweiskraft, wenn ſie nach der im beſagtem Lande hergebrachten Form abgefaſſet iſt.
2) Daß der Miniſter des Jnnern von neuem durch eine Inſtrue⸗ tion in Erinnerung bringen muß, daß die Angeſtellten bey den Mairien, die ſich Seeretare und General⸗Seeretare nennen, keinen oͤffentlichen Charakter haben, daß ſie keine Urkunde, keine Ausfer⸗ tigung, ſo wie keinen Auszug aus obrigkeitlichen Urkunden authen⸗ tiſch machen können, und daß insbeſondere Auszüge aus den Urkun⸗ den des Civil⸗Standes nur von dem öffentlichen Beamten ausge⸗ fertiget werden koͤnnen, bey dem die Regiſter hinterlegt ſind;
3) Und daß im Allgemeinen, um jeder Zweydeutigkeit vorzu⸗ beugen, der Miniſter die Maire wieder an den Grundſatz erinnern muß, daß in den Urkunden, wo der Verwalter allein verantwortlich iſt, ſeine Unterſchrift allein hinreicht, und in denſelben keine andere vorkommen varf.
No XVI. Cireular des Groß⸗Richters, Juſtitz⸗Miniſters, an die Präſidenten der Gerichte erſter Inſtanz und an die bey denſelben angeſtellten kaiſerl. Proeuratoren, vom 27. Auguſt 1807.
Ein Gutachten des Staats⸗Raths, genehmiget von Sr. Maj. den 2. verfloſſenen Monats Julius, und welches in das Geſetz⸗ Buͤlletin Nro. 150 eingerückt iſt, bringt den Mairen die ihnen auferlegte Verbindlichkeit in Erinnerung, alle Urkunden ihrer Ver⸗ waltung ſelbſt zu unterzeichnen, und macht ihnen bekannt, daß die Angeſtellten bey den Mairien, unter der Benennung der Seeretare, keinen öffentlichen Charakter haben, und aus dieſem Grunde keine Urkunde, keine Ausfertigung, ſo wie keinen Auszug aus den Urkun⸗ den der Obrigkeiren authentiſch machen können. Der Miniſter des Innern hat den Hru. Präfeeten aufgetragen, ſchickliche Maß⸗ regeln zu ergreifen, um dem Mißbrauche ein Ende zu machen, der ſich in dieſer Hinſicht eingeſchlichen hatte. Se. Execellenz empſiehlt ihnen, den Mairen zu bemerken, daß keine Urkunde des Civil⸗ Standes, welche von den Angeſtellten der Mairien ausgefertiget iſt, von den Präſidenten der Gerichte legaliſirt werden wird, und daß die Angeſtellten, welche künftig was immer für Verwaltungs⸗ urkunden unterſchreiben, ſich in den Fall ſetzen, entweder von Amtswegen oder von den Parteyen, die von dieſen Urkunden keinen Gebrauch machen konnten, gerichtlich belangt zu werden.
Ich lade Sie daher ein, von Ihrer Seite zur Verhinderung dieſer Mißbraͤuche mitzuwirken.


