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Gesetzbuch Napoleons / nach dem officiellen Texte übersetzt von Daniels, Substituten des kaiserlichen General-Procurators bey dem Cassations-Hofe in Paris
Entstehung
Seite
20
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2o k. Buch. I. Tit. Von den Urkunden des Civil⸗Standes.

einen andern, der mit einer beſondern Vollmacht in authen⸗

tiſcher Form verſehen iſt, vertreten laſſen.

37. Nur Mannsperſonen, die wenigſtens ein und zwan⸗ zig Jahre alt ſind, Verwandte oder andere, duͤrfen bey der Anfnahme der Urkunden des Civil⸗Standes als Zeugen zugezo⸗ gen werden; ſie werden von den Intereſſenten ſelbſt gewaͤhlt. 38. Der Beamte des Civil⸗Standes muß den erſchei⸗ nenden Theilen oder ihren Bevollmaͤchtigten und den Zeugen die Urkunden vorleſen..

Es ſoll in denſelben Meldung von der Erfuͤllung dieſer Formalitaͤt geſchehen.

30. Dieſe Urkunden muͤſſen von dem Beamten des Civil⸗ Standes, von den erſcheinenden Theilen und den Zeugen unter⸗ zeichnet werden, oder man muß die Urſache anfuͤhren, welche die Erſcheinenden und die Zeugen zu unterzeichnen verhindert.*)

*) N Kllt. Gutachten des Staats⸗Raths vom 12 Thermidor 12. J.(21. Junius 1304), genehmiget vom Kaiſer den asſten (3. Auguſt.) Der Staats⸗Rath ꝛe. uͤber die Frage, ob die von dem Miniſter des Innern vorgelegten Formulare der Urkunden des Civil⸗ Standes den Beamten des Civil⸗Standes überſendet werden ſollen, um die Gleichförmigkeit derſelben im ganzen Reiche zu ſichern, in Erwägung, daß, wenn es, vorzüglich bey dieſem Gegenſtande, gefährlich ſeyn kann, buchſtäblich dieſe oder jene Redaetion vorzu⸗ ſchreiben, ſo daß der Gebrauch jeder andern unterſagt ſey, und die Subſtanz ſelbſt der Urkunde gefaͤhrden könnte,(ein Nachtheil, dem man dadurch hat vorbeugen wollen, daß man keine beſondere For⸗ mulare in das Geſetzbuch Napoleons aufgenommen hat) es doch ſehr vortheilhaft iſt, einer zahlreichen Claſſe von Beamten, welche nicht alle einen gleichen Grad von Erfahrung haben, einen Leitfaden zu geben; allein daß dieſes kein Gegenſtand eines Geſetzes oder eines kaiſerl. Deeretes ſeyn kann, weil Formulare, wenn man ſie anneh⸗ men will, bloß als Rathſchläge und nicht als Vorſchriften, als Beyſpiele und nicht als frenge verbindende Verfügungen gelten kön⸗ nen: iſt der Meinung, daß die vorgelegten Formulare weſent⸗ lich gut, und nach obigem Geſichtspunete nützlich ſind; allein daß ſie nur im Wege eines miniſteriellen Unterrichts, den Befehlen gemäß, welche der Kaiſer zu erthejlen für zweckmäßig ſinden mag, bekannt gemacht werden dürfen.