I. Buch. I. Tit. Von dem Genuſſe 4 dem Verluſte der Ciril. Rechte. 15
23. Die Verurtheilung S natuͤrlichen Tode zieht den gerli chen Tod nach ſich.
24. Die uͤbrigen lebenslaͤnglichen Leibesſtraſen ziehen den buͤrgerlichen Tod nur in ſo ferne nach ſich, als das Geſetz dieſe Wirkung damit verbindet.
25. Durch den buͤrgerlichen Tod verliert der Verurtheilte das Eigenthum aller Guͤter, die er beſaß. Seine Suctceſ⸗ ſion wird zu Gunſten ſeiner Erben eroͤffnet, denen ſein Vermoͤgen auf die nehmliche Art anfallt, als wenn er natuͤr⸗ lich und ohne Teſtament geſtorben waͤre.
Er kann fernerhin weder ſelbſt erben, noch das Vermd⸗
gen, das er in der Folge erworben hat, durch Erbrecht auf andere bringen.
Er kann uͤber ſeine Guͤter weder ganz noch zum Theile verfuͤgen, es ſey durch Schenkungen unter den Lebenden oder durch Teſtament, noch auf dieſe Weiſe etwas empfangen, ausgenommen zu ſeinem Unterhalte.
Er kann weder zum Vormund ernannt werden, noch zu den Verrichtungen mitwirken, die ſich auf die Vormundſchaft beziehen.
Er kann nicht Zenge in einem feyerlichen oder authen⸗ tiſchen Acte ſeyn, noch bey Gerichte als 3euge angenommen werden.
Er kann bey Gerichte weder als Beklagter noch als Klaͤger anderſt auftreten, als unter dem Nahmen und unter Ver⸗ tretung eines beſondern Curators, den ihm das Gericht er⸗ nennt, bey welchem die Klage angebracht worden iſt.
Er iſt unfaͤhig eine Heirath zu ſchließen, die eine buͤrgerliche Wirkung hervorbringe.
Die Heirath, die er vorher geſchloſſen hatte, iſt in Bezie⸗ hung auf alle ihre buͤrgerlichen Wirkungen aufgeldſet.
Sein Ehegatte und ſeine Erben koͤnnen, jeder fuͤr ſeinen Antheil, die Rechte ausuͤben, und die Klagen anſtellen, die vurch ſeinen natuͤrlichen Tod eintreten wuͤrden.


