Teil eines Werkes 
Viertes Stück (1808)
Entstehung
Seite
292
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292 Eiin Theil der franzöſiſchen Juriſten haͤlt dafuͤr, das Geſetz ſei woͤrtlich zu nehmen. Der Teſtirer muͤſ⸗ ſe ſein Teſtament dem Notar in die Feder dictiren und dieſer es niederſchreiben, wie es ihm dictirt worden.*) Ein anderer Theil hingegen, an deren Spitze ſich der Praͤſident des Caſſationshofes von Malevil⸗ le*) befindet, iſt der Meinung, das Geſetz wolle nur, daß der Deſtirer ſeinen letzten Willen ſelbſt erklaͤ⸗ re, auch ſei der Notar beim Niederſchreiben deſſelben nicht an die Worte und Ausdruͤcke gebunden, deren ſich der Teſtirer bediene, er ſei nur ſchuldig, den Sinn der von dem Teſtirer getroffenen Dispoſitionen genau und richtig auszudrucken. Die Vertheidiger der erſten Meinung berufen ſich vorzugsweiſe auf den Sprachgebrauch und auf die Be⸗ merkungen, welche ſelbſt im Dictionnaire de Taca- demie uͤber das Wort: dicter, vorkommen; hier⸗ naͤchſt auf die Abſicht des Geſetzgebers, welche keine andere ſeyn koͤnne, als die, daß der Wille des Teſti⸗ rers auf's genaueſte und mit ſeinen eignen Worten zu Papier gebracht und alles fremdartige Einſchiebſel ver⸗ huͤtet werden moͤchte.*) Die Vertheidiger der zweiten Meinung dagegen fuͤhren fuͤr dieſe an, daß man die Geſetze, welche bis⸗ her das Dietiren vorgeſchrieben haͤtten, immer ſo und nicht woͤrtlich verſtanden habe, und daß, da der Re⸗ gierungsbeſchluß vom 24ſten Prairial XI(13. Jun. 1803) vorſchreibe, daß alle Teſtamente in franzdſi⸗ ſcher Sprache aufgenommen werden ſollten, ſich ſchon ſo das: dicter, nicht woͤrtlich zuſammt dem écrire tel qu'il eſt dicté nehmen laſſe, weil ſonſt Auslaͤn⸗

29 Siehe die Jurisprudence du Code crv⁵f, Tom. J. part. 4.See folg. und 2 part. pag. 269 folg

*) In ſeinem mehrmals eitirten Commentar ad h. art. ) Pandeat. frangoiſ. Tom. IX. pag. 28 ſfed.

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