Teil eines Werkes 
Band 2
Seite
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Floßes wird auf einem Ständer ein Baumſtamm angebracht,

Feierſtun

bringt und weil er weiß, wie es in der Welt zugeht, als eine Art Orakel betrachten, welches man in jeglicher Ver⸗ legenheit um Rath zu fragen habe.

Der Gaisführer, das iſt die Nro. 1 der Kohlenbren⸗ ner, bringt es ſelten zu einigem Vermögen, und noch weni⸗ ger hat er großen Genuß vom Leben. Der taglöhnende

Das Holzflößen

Die Holzflößerei auf den größeren Flüſſen Frankreichs, beſonders die Bretter⸗ und Schiffbauflößerei nach den Küſten⸗ ſtädten, ſowie die von Bau⸗ und Brennholz nach Paris, Lyon, Straßburg und anderen größeren Städten des Lan⸗ des, iſt von gleicher Wichtigkeit und Bedeutung, als die Flößerei auf Deutſchlands Hauptſtrömen, und wird, mit wenig Abweichungen, wie hier betrieben, und die Flößer mit ihren Floßknechten, welche das Einwerfen, Fortſchaffen und Herausnehmen des Holzes zu beſorgen haben, bilden ein eigenes Völkchen. Wie in Deutſchland, iſt auch in Frankreich das Floßrecht genau beſtimmt; abgeſehen von Flößen von Brennholz auf kleinen Flüſſen, Gräben, Kanä⸗ len und Teichen, iſt das Flößen von Bau⸗ und Nutzholz nur auf größeren Flüſſen geſtattet, die wie die Seine, Loire, Charente, Garonne und Dordogne, der Rhone und Rhein ꝛc., geeignet ſind, Flöße zu tragen, ohne daß der Schifffahrt dadurch Hinderniſſe bereitet werden.

Die Flöße werden auf gleiche Weiſe wie im Schwarz⸗ walde zuſammengefügt. Zum Bau eines Floßes werden Balken oder Stämme der Länge nach neben einander gelegt und mit zähen Ruthen, den Flößwieden, an einen Quer⸗ balken, das Flößband, feſtgebunden, und durch Blocknägel, hölzerne Nägel die Bänder des Floßes an die einzelnen Baumſtämme befeſtigt. Am Hinter⸗ und Vordertheil des

der zum Steuerruder des Floßes dient, und nach vornen ſpitzig zum Angreifen, nach hinten breit zum Steuern ge⸗ hauen iſt. Wenn Bretter auf Flößen transportirt werden ſollen, werden ſie an dem einen Ende nicht ganz durch⸗ ſchnitten, und genau ſo wie Stammfloße zuſammengebun⸗

den. 1865.

Kohlenbrenner bleibt ein Knecht ſein Leben lang und nimmt deßhalb auch die Geſinnung eines Knechtes an. Der Koh⸗ lenbauer allein arbeitet ſich nicht ſelten über ſeinen Stand empor, und läßt ſogar hie und da ſeine Tochter oder ſei⸗ nen Sohn, obwohl mit ſchwerem Herzen, zu einem andern Ernährungszweig greifen. Th. Gr.

in Frankreich.

ſtämmen über einander angebracht, und es iſt nicht ſelten, Flöße von 46 Fuß Tiefgang, einer Länge von 1000 Fuß und einer Breite von 5060 Fuß auf der Seine, Ga⸗ ronne und Rhone ꝛc. zu ſehen. Solche große Flöße wer⸗ den durch lange Schlagruder regiert, von denen eine Reihe bis zu zwanzig auf dem unteren, eine andere eben ſo große auf dem oberen Ende des Floßes angebracht ſind. Auf den meiſten der Flöße ſind Hütten errichtet, in welchen der Theil der Mannſchaft, welcher von den Rudern abgetreten iſt, ſeine Ruhe findet, und die Vorräthe an Viktualien zum Unterhalt der Floßmannſchaft untergebracht werden. Der Floßführer, der, wenn das Floß groß iſt, oft 40 50 Leute unter ſich hat, ertheilt das Kommando nach Art der Schiffs⸗ kapitäne. Sind mehrere Stämme nach der Länge mit ein⸗ ander verbunden, nennt man das Floß ein gebundenes, einzelne verbundene Stämme loſe Langholzflöße. Beim Flößen befindet ſich der Flößer ſtets auf dem Vot

und leitet mit langen Floßſtangen das Ganze ſo, daß

Vorfloß nicht an's Ufer ſtößt; will er daſſelbe ſtille

machen, oder den zu ſchnellen Lauf deſſelben hindern,

bedient er ſich dazu des in der Mitte des Floßes befind⸗ lichen Sperrbalkens, eines ſtarken zugeſpitzten Balkens, der durch eine kleine Oeffnung im Geſtöre ſchräg nach vornen in den Boden geſteckt wird. Wenn Eichenholz und Nadel⸗ holzſtämme mit einander verflößt werden, kommt das Eichen⸗ holz ſtets oben auf das Floß. Große Flöße von 800 bis 1000 Fuß Länge und 5060 Fuß Breite haben oft einen Werth von 300 400,000 Francs. Die Flößer haben eine ungemein beſchwerliche, ja gefährliche Arbeit, werden aber auch gut belohnt, und ſind meiſtens, obwohl ein rauher,

den. Auf Flößen, welche ein breites Fahrwaſſer und hin⸗ längliche Tiefe haben, werden oft mehrere Lagen von Baum⸗

doch ſtets jovialer Menſchenſchlag. 2.

Rork und Rorkhandel.

Zu den nützlichſten Stoffen für den täglichen Gebrauch des Menſchen gehört unſtreitig der Kork, welcher trotzdem, daß er eine ſo vielfältige Verwendung findet, ſelbſt in un⸗ ſerem Zeitalter des Verſuchs noch keinen Rivalen gefunden hat, der im Stande wäre, denſelben ganz oder zum Theil zu erſetzen. Im Gegentheile tauchen immer wieder neue Verwendungen auf, welche die Nützlichkeit dieſer Subſtanz nach den verſchiedenſten Richtungen hin beweiſen; denn ab⸗ geſehen von dem Gebrauche des Korks zum Verſtopfen von Gefäſſen, welcher ein ſehr bedeutender iſt, benützt man den⸗ ſelben und neuerdings auch ſämmtliche Abfälle zu ſehr zweck⸗ mäßigen Fabrikaten, von welchen wir hier nur einige wenige aufführen wollen, die beſonders in England verfertigt wer⸗ den, z. B. Schwimmgürtel, beſtehend aus Korkſchnitzeln, welche in einen mit Caoutchuclöſung beſtrichenen Ueberzug⸗ gefüllt werden und ſich als trefflich bewähren, Kork⸗

matratzen, gleichfalls ſtatt mit Roßhaaren mit Korkab⸗ fällen gefüllt, beſonders geeignet für Krankenanſtalten, Kaſernen, und namentlich ihrer Leichtigkeit wegen für Aus⸗ wanderer, und ein neues Fabrikat, das ſogenannteKamp⸗ tulikon, ein inniges Gemenge von gemahlenem Kork mit Caoutchuc, welches zu dünnen Schichten ausgewalzt ſeiner Dauerhaftigkeit wegen ſowohl ſtatt getheerter Tücher zum Schutze vor Feuchtigkeit, als auch zum Belegen feuchter Lokale, Vorplätze ꝛc. empfohlen wird ꝛc.

Der Kork ſtammt nach den neueſten Unterſuchungen von zwei verſchiedenen Eichenarten, welche in Portugal, Spanien, beſonders in Catalonien, Valencia, in Italien, Südfrankreich und in der Provinz Algerien im nördlichen Afrika vorkommen; in Frankreich finden ſich die Korkeichen namentlich in Languedoc, der Provence, in den Umgebun⸗ gen von Bordeaux und im Departement de Var. Neuer⸗

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