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umwunden und erinnert an die Soldaten des wackeren Rit⸗ ters Sir John Falſtaff, während jener mit den Bändern
Schotten.
ner begierig nach dem Einſatze greift. Von den Zuſchauern
Feierſtunden. 1865.
auf der Schulter und dem Federbuſche ſich ſpaniſch trägt. Den letzten bezeichnet die Feder auf der Mütze als einen den Verlierenden ausſpottet.
Die Würfel rollen auf der Trommel und das Geſicht des Spaniers verlängert ſich bedeutend, während ſein Geg⸗
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bleibt der eine phlegmatiſch auf ſeinen Stock gelehnt; der zweite, mit dem Helme auf dem Kopfe, verfolgt mit leb⸗ haftem Intereſſe den Gang des Spieles, während der letzte Das kleine Gemälde iſt gut entworfen, die Nebenſachen ſind mit großer Sorgfalt be⸗ handelt und das Ganze iſt ſo voll Leben, daß man unwill⸗ kürlich ein gewiſſes Intereſſe an der Parthie und an den Spielern nimmt. 2
Unteröſtreich, auch Niederöſtreich oder das Land unter der Ens genannt, zeichnet ſich durch nichts mehr aus, als durch die vielen Gebirge, von denen es durchzogen iſt. Berg und Thal, Wald und Weinreben— in dieſen vier Wörtern liegt faſt Alles, was man von jener herrlichen Provinz ſagen kann, natürlich aber mit dem Beiſatze, daß die Berg⸗ und Wald⸗Parthien bei Weitem in der Mehr⸗ zahl und ſo zu ſagen tonangebend ſind. In früheren Zei⸗ ten theilte man das Land in vier Kreiſe, welche man äußerſt bezeichnend das Viertel„unter dem Wiener Wald“, das Viertel„ob dem Wiener Wald“, das Viertel„unter dem Mannhartsberg“ und das Viertel„ob dem Mannharts⸗ berg“ nannte. Jetzt iſt die Eintheilung eine andere, jedoch nicht aus phyſiſchen, ſondern aus politiſchen Gründen, denn der Mannhartsberg und der Wiener Wald ſind immer noch vorhanden, und an ſie ſchließen ſich an der Semmering, der Wechſelberg, der Scheibwald, der Preinek, der Göller, der große Oetſcher, der Gippelberg, der Kahlenberg, der Schneeberg und wie dieſe Berge und Wälder alle heißen. Der Holzreichthum des Landes kann daher, da die meiſten jener Berge bis an den Gipfel hinauf bewachſen ſind, nie hoch genug angeſchlagen werden, und iſt in der That ein wahrhaft außerordentlicher. Aber ſo fragt man ſich billig, wie iſt es denn möglich, dieſen Reichthum auszubeuten, da ein großer Theil der Waldhöhen und Waldſchluchten faſt unzugänglicher Natur iſt? Gibt es doch dort weite Strecken, wo auf viele Stunden im Umkreis keine menſchliche Woh⸗ nung zu finden iſt! Kommt man doch in Gegenden, wo die Einſamkeit ſo groß iſt, daß der Wanderer glauben würde, er ſei allein hier auf der Welt, wenn ihm nicht hie und da ein ſcheues Wild begegnete! Findet man doch der Parthien in Menge, wo der dichte Wald kein Sonnen⸗ licht durchſcheinen läßt und wo die düſtere Stille, welche nur hie und da von dem Gekreiſch des Bergfelken oder eines andern Raubvogels unterbrochen wird, faſt unheimlich auf den Menſchen einwirkt! Was kann nun in ſolchen Wild⸗ niſſen der Wald nützen? Wie wäre es möglich, die Rieſen⸗ bäume jene ſteilen Abhänge hinab oder jene noch ſteileren Abgründe hinauf zu ſchleppen und ſie ſo für den menſch⸗ lichen Bedarf nutzbar zu machen? Doch die Antwort iſt eine ſehr einfache:„der Wald wird in Kohlen verwandelt und trägt auf dieſe Art hundertfältigen Gewinn.“
Man ſieht hieraus, daß in Niederöſtreich der Kohlen⸗
Niederöſtreichiſche gaisführer und Rohlenbauern.
hunderten her in einen andern Stand heirathete oder einen anderen Nahrungszweig ergriffe. Der Vater war Kohlen⸗ brenner, die Mutter war eines Kohlenbrenners Tochter, und ſomit werden die Kinder nicht ſo aus der Art ſchla⸗ gen, daß ſie ein anderes Geſchäft dem ehrenwerthen Ge⸗ werbe der Eltern vorzögen! Freilich iſt es ein hartes und keineswegs anlockendes Gewerbe, man muß ſich dabei vie⸗ len Mühſeligkeiten unterziehen und Widerwärtigkeiten über⸗ winden, welche dem Thalbewohner oder gar dem Städter unüberwindlich erſcheinen; auch iſt der Ertrag, welchen das Kohlenbrennen abwirft, kein ſolch' ausgiebiger, daß darin ein beſonderer Reiz, ſich dieſem Gewerbe zu widmen, lie⸗ gen könnte; aber dennoch läßt der Köhlerſohn nicht von dem, was der Vater, der Großvater, der Urgroßvater und
der Ururgroßvater getrieben, und er würde vor Sehnſucht.i
ſterben, wenn man ihn nöthigen wollte, der civiliſirten Welt anzugehören.
Man darf übrigens nicht glauben, daß das Köhler⸗ gewerbe überall das gleiche ſei und nicht auch ſeine Ver⸗ ſchiedenheiten und Abſtufungen habe. Freilich das Kohlen⸗ brennen ſelbſt geſchieht faſt überall nach der gleichen Me⸗ thode; aber der Ort, wo man die Kohlen brennt, iſt nicht derſelbe, und eben hieraus entwickelt ſich ein Unterſchied in dem Charakter und in der Lebensweiſe der Köhler, der nicht ſo gar gering angeſchlagen werden darf. Der Urtypus V eines niederöſtreichiſchen Köhlers iſt derjenige, welcher in den ganz unzugänglichen Gebirgen haust. Verfügen wir uns z. B. in eines jener wilden Nebenthäler der Trießting, der Pießting, der Prein, der Traiſen oder wie dieſe rei-⸗ ßenden Gebirgswaſſer heißen mögen, und ſchreiten daſelbſt das Thal aufwärts, um in den Alpenſtock ſelbſt einzu⸗ dringen! Der Weg führt mitten durch düſtere Tannenwäl⸗ der hart am Bache hin, und letzterer ſchäumt und tost, als wollte er die Felſen, über welche er ſich hinſtürzt, mit Gewalt zertrümmern. Immer ſchmaler wird der Pfad, immer enger das Thal. Der Fluß fängt an ſich in einen Gießbach zu verwandeln und der Wald rückt ſo nahe, daß man ſich oft zwiſchen den Bäumen durchwinden, oder un⸗ ter den niederhängenden Zweigen durchſchleichen muß. Im⸗ mer einſamer, ſchweigſamer und ernſter wird die Umgebung, der Fußpfad hört ganz auf und man kommt an die Stelle, wo das Waſſer ſich aus den Felſen herauswühlt und mit⸗ ten durch Geſtein und Geſtrüpp ſich ſeinen Weg bahnt.
brenner keine der unwichtigſten Perſönlichkeiten iſt. Im Das Thal iſt zur wüſten Einöde geworden und mächtige Gegentheil, wenn Er nicht wäre, ſo wüßte man nicht, Felſen⸗ und Waldwände verſperren anſcheinend jedes wei⸗ was man mit all' dieſen ungeheuren Waldungen anfangen tere Vordringen. Schon iſt der kühne Wanderer im Be⸗ ſollte; darum bildet auch im Lande unter der Ens das griff, wieder umzukehren, weil es ihm unmöglich ſcheint, Kohlenbrenners⸗Geſchäft einen eigenen Stand, dem viele daß hier noch ein Ausweg zu finden iſt, da ſieht er plötz⸗ Tauſende von Familien angehören, und nicht ſelten trifft lich hoch über ſich mitten in der Waldeinſamkeit einen fei⸗ man Geſchlechter, von denen nie ein Mitglied ſeit Jahr⸗ nen Rauch, welcher zum Himmel emporſteigt, und auf


