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„Es drängt und jubelt, ſiugt und klingt Durch Roms verwitterte Straßen,
Die Narrheit hoch die Fahne ſchwingt, Die Maskenſchwärme raſen,
und du wirſt zu dem Schluſſe gelangen, daß in Deutſch⸗ land das Maskentreiben eine kränkliche, in unfruchtbaren Boden verſetzte Pflanze iſt, daß faſt alle in den verſchiede⸗ nen Städten und Gegenden üblichen Faſtnachtsluſtbarkeiten einen plumpen und ſchwerfälligen, ja ſelbſt zuweilen faſt rohen Charakter als Gepräge an ſich tragen.
In der früheren, in der„guten alten“ Zeit nament⸗ lich hatten ſich gar ſeltſame und wunderliche Gebräuche da⸗ bei eingeſchlichen.
Wir wollen hier von einigen berichten.
Es war einſt in Leipzig z. B. eine alte Gewohnheit, daß ſich an der Faſtnacht junge, muthwillige Leute durch Verkleidungen und Larven unkenntlich machten und mit einem Pfluge durch die Straßen zogen, um heirathsfähige Mäd⸗ chen zu ergreifen und ſie mit Gewalt davor zu ſpannen. Es ſollte dies für dieſelben eine Art von Strafe ſein, daß ſie noch ledig geblieben waren. Bei dieſer Gelegenheit er⸗ eignete es ſich aber im Jahre 1499, daß einer von dieſen vermummten Geſellen, der ein Mädchen, das ſich, um ihnen zu entgehen, in ein Haus geflüchtet hatte, trotz des hart⸗ näckigſten Sträubens an den Pflug zerren wollte, von die⸗
nit einem Meſſer erſtochen wurde. Vor das Gericht
entſchuldigte ſich das Mädchen, das in der Angſt erzens und in der Verzweiflung zu einer Mörderin damit, daß es ſagte, es habe keinen Menſchen,
— ein Geſpenſt getödtet.
In anderen deutſchen Städten war es üblich, daß die Fleiſcher zur Faſtnacht oder auch am Neujahrstage eine ungeheure große Wurſt herumtrugen und ſich dabei luſtig machten. So leſen wir in Wagenſeil's„Erziehung eines Prinzen“(S. 269) von einer ſolchen„Bratwurſt“, welche die Fleiſcher von Königsberg im Jahre 1583 gemacht haben; dieſelbe iſt 596 Ellen lang geweſen, hat 434 Pfund gewo⸗ gen, u. A. 36 Schinken enthalten und iſt von 91 Mezger⸗ burſchen unter dem Abſingen luſtiger Lieder auf hölzernen Gabeln durch die Stadt getragen worden. Aber dieſe Wurſt war noch nichts im Vergleich zu einer 18 Jahre ſpäter ge⸗ machten, denn letztere war 1005 Ellen lang, wog 900 Pfund und hatte u. A. 81 geräucherte Schinken und 18 ½ Pfund Pfeffer beanſprucht! Nach einer am Neujahrstage mit der⸗ ſelben veranſtalteten feierlichen Prozeſſion iſt dann dieſe Rieſin unter den Würſten von den Fleiſchern in Geſell⸗ ſchaft einer anderen für unſer leibliches Wohl ſorgenden Zunft, der Bäcker, verſpeist worden, die in Folge deſſen für den 6. Januar aus 12 Scheffel Waizenmehl 8 große Strietzel, deren jede 5 Ellen Länge hatte, und 6 mächtig große Brätzeln buken, um ſie gleichfalls durch die Stadt tragen zu laſſen und ſie wieder mit den Fleiſchern zu ver⸗ zehren. Dieſer komiſchen Begebenheit iſt ſogar ein großes lateiniſches Gedicht gewidmet worden, das auch durch den Druck unter folgendem Titel verbreitet worden iſt:
»Historia de Botulo, mille et quinque vlnas longo, qui Calend. Januar. a Laniis: nec non de Panibus octo(quos Struetzlas vocant) longis quinque vlnas, qui 6. Jan. a Pistoribus circumferebantur Regiomont. Borussiae, Anno 1601. Carmine heroico comprehensa a Josua Neigshorn.«
Auch in Nürnberg haben ehemals die Fleiſcher an der Faſtnacht dergleichen Rieſenwürſte herumgetragen. Die letzte derartige Ceremonie fand im Jahre 1658 ſtatt, und iſt
Feierſtunden. 1865.
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dieſe nach»Wagenseilii Commentatio de Civitate No- ribergensi(p. 162) mit folgender Ueberſchrift ſelbſt in Kupfer geſtochen worden:„Eigentliche Abbildung der lan⸗ gen Bratwurſt, welche von den Knechten des Metzger⸗ Handwerks den 8. und 9. Februar dieſes ablaufenden 1658. Jahres, iſt in der Stadt von ihren zwölf herum getragen worden, und war ihre Länge 658 Ellen, hat an Gewicht gehabt 514 Pfund; die Stangen, daran ſie iſt ge⸗ tragen worden, war 49 Schuhe lang. Die Wurſt war oben mit Grün beſteckt. Die Träger hatten in der linken Hand Gabeln, damit ſie ruhen konnten.“
Eine andere öffentliche Faſtnachtsluſtbarkeit war in Nürnberg das ſogenannte Schönbartlaufen. Schönbart bedeutete aber, weßhalb auch das Wort„Scheinbart“ dafür gebräuchlich war, eine Larve, wie, dem analog, das Zeit⸗ wort„verſchönen“ in der Bedeutung von vermummen viel⸗ fach angewendet wird.
Das Schönbartlaufen beſtand nämlich in folgendem Aufzuge:
Voraus liefen etliche als Narren maskirte Perſonen, die, mit Kolben oder Peitſchen in der Hand, Platz mach⸗ ten. Dann ritt oder ging ein gleichfalls als Narr ver⸗ kleideter Mann mit einem Sacke voll Nüſſe, welche er un⸗ ter die ſich darum raufenden Buben auswarf. Dieſem folgte noch ein anderer Vermummter, meiſtens zu Pferde, der einen Korb mit Eier trug, die mit Roſenwaſſer angefüllt waren und die Beſtimmung hatten, nach Frauen, welche ſich an den Fenſtern oder Hausthüren oder auf der Gaſſe ſehen ließen, geworfen zu werden,„welches denn,“ wie die ſogenannten Schönbartbücher in ihrer Beſchreibung bemer⸗ ken,„gar ſchön geſchmecket“(will ſagen: gerochen). Hierauf kamen die eigentlichen Schönbartsleute ſelbſt mit ihren Schutzhaltern, Hauptleuten und Muſikanten. Sie waren gewöhnlich einander ganz gleich gekleidet, alle Jahre jedoch anders; manchmal nur hatte Einer derſelben eine ganz be⸗ ſonders ſeltſame und eigene Kleidung: ſo war z. B. ein⸗ mal ein Mann als Wolf verkleidet, ein anderes Mal trug Einer ein mit bunten Spiegeln behängtes grünes Kleid, wieder an einer anderen Faſtnacht ſtellte Einer ein india⸗ niſches Weib dar und hatte ſich mit lauter Kaſtanien ge⸗ ſchmückt, und im Jahre 1523 beim Anfange der Refor⸗ mation erregte Einer großes Aufſehen, der in einem Kleide lief, das von lauter Ablaßbriefen mit daran hängenden Sie⸗ geln zuſammengeſetzt war, dergleichen Briefe er auch in den Händen trug.
Den Schluß des Zuges bildete, wenigſtens vom Jahre 1475 an, eine ſogenannte Hölle, die je nach ihrer Größe entweder von Menſchen oder von Pferden auf einer Schleife gezogen wurde. Dieſe Hölle, die entweder einen Thurm, ein Schloß, ein Schiff, eine Windmühle, oder einen Dra⸗ chen, einen Teufel, der böſe Weiber fraß, den Venusberg, einen Vogelheerd, auf dem man Narren und Närrinnen fing u. dgl., vorſtellen ſollte, enthielt Feuerwerksgegenſtände, die am Faſtnachtsabende vor dem Rathhauſe angezündet wurden.
Lag gerade zur Faſtnacht genügend viel Schnee, ſo fuhren auch Schlitten mit herum, in denen theils Perſonen mit Charaktermasken, theils Muſikanten, theils Geharniſchte ſaßen, die mit Turnierſtangen gegen einander ſtießen, um ſich gegenſeitig abzuheben und auszuſtechen. Dergleichen „Geſellenſtechen“ fanden übrigens auch zu anderer Zeit ſtatt.
Der Urſprung des Schönbartlaufens, das ungefähr 200 Jahre hindurch Sitte blieb, war aber dieſer:
Im Jahre 1349 ſtanden die Nürnberger Zünfte gegen
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