Teil eines Werkes 
Band 2
Seite
549
Einzelbild herunterladen

er Sün⸗ n ihnen öste die Verband Andere, Kranken c, um t Sorg⸗ die arme in weni⸗ nen, der

erfahrten

damals ſie den owie zur übniß der zallfahr⸗ er recht⸗ licht nur gehende e, indem de Abtei die ein⸗ rthätiges man er⸗ gernan roraliſche bei noth⸗ enge von aber die tergebene aller Art, los wer⸗ nachher d Lum⸗ ekannten Aten ſich ts führ⸗ es Liden ruf kam. deßwegen dieul⸗ tten wer⸗ ein him⸗ Gr.

Feierſtunden. 1865.

OO

tete der Volksmund, daß der Verluſt des Mazzaloth die Urſache geweſen ſei, daß Moriz das Glück, das ihm bis dahin treu eigen geweſen, bei Sivershauſen verließ. Einen Sohn als Erben hinterließ Moritz nicht. Sein Bruder Auguſt ward ſein Nachfolger, ein munterer Herr, der diefroligkeit liebte und dieergetzlichkeit, zumal bei derFaſtnachtfreude, dazu auch ein Glas aqua vitae und einengenzlichen Trunk, eine Leidenſchaft, die ihm bei ſei⸗ nerLeibesſchwachheit nicht immer zum Beſten bekam, der aber dabei doch während ſeiner langen Regierung von 1553 bis 1586 die ausreichendſte Gelegenheit fand, ſein großes Talent für die Organiſation des Landes und für die Ver⸗ waltung des Staatshaushaltes nicht minder zu bewähren, als Ordnung, Disciplin und weiſe Sparſamkeit in der Hofwirthſchaft einzuführen, in dieſem letzten Punkte von Anna, ſeiner wirthſchaftlichen Gattin, fleißig und getreu⸗ lichſt unterſtützt, die auch, wie wir ſehen werden, in der Neigung für ein Glas aqua vitae mit dem Herrn Ge⸗ mahl beſtens harmonirte. Wir leſen nicht ohne Theilnahme und Intereſſe von den Sparſamkeitsreformen, welche Fried⸗

rich Wilhelm I. am preußiſchen Hofe nach dem Ableben

ſeines Vaters einführte, es nöthigen uns gar nicht ſelten die Beſtrebungen dieſes Königs in dieſer Richtung ein Lächeln ab, wenn wir ſehen, wie ſein haushälteriſcher Sinn ſogar auf dem Krankenbette die Tagesberichte aus Küche und Keller mit Argusblicken revidirt, wie er eine gar ſpar⸗ taniſche Haus⸗ und Tafelordnung für ſeine Familie feſt⸗ ſetzt, welchenoch nach meinem Tode gelten ſoll weß⸗ halb uns nicht auch einmal mit den ungleich weniger be⸗ kannten und doch nicht weniger anziehenden Beſtrebungen des Kurfürſten Auguſt von Sachſen auf dem nämlichen Gebiete beſchäftigen?

Gleich eine der erſten Regierungshandlungen des neuen Regenten war die unterem 12. September 1553 ausgefer⸗ tigte Beſtallung für denGrafen und Herrn Friedrich Magnuſen zu Solmis auf der Herrſchaft Sonnewalde. Beſagter Graf und Herr ſollte eine Hofordnung entwerfen zund über deren Ausführung wachen. Zu dem Ende ward er wie vorſichtig!auf ein jahrlang zumRath und Diener des Kurfürſten angenommen und ihm befoh⸗ len,alle Tage ſich die Hofrechnung vortragen zu laſſen, die vleiſſig beſehen, und wenn er findet, das in Küchen oder Keller oder ſonſt zu viell vertan, ſoll ehr nachfor⸗ ſchunge und im fall der notturft einſehenn haben. Ob ſich's auch begebe, daß der Marſchall Küchenmeiſter, Schenk und andere Diener in ihren Ambtern nachlaßig wören, denen ſoll er mit Ernſte unterſagen und im Fall der not⸗ turft dem Churfürſten berichten. Er ſoll auch vleißig ach⸗ tung geben, das alle Dinge zu rechter Zeit in den Vor⸗ rath geſchickt werden und das niemand am Hofe geſpeiſet, denn die zu ſpeiſen befohlen, das man auch nicht ſpeiſe und trank in die ſtadt trage, und damit ſolchs deſto füglicher geſchehe, ſoll er einen guten und vleißigen torwärter ord⸗ nen. Am Schluſſe der Urkunde heißt es:Zu ſolchem einem Dienſte wollen wir Ime halten 12 Pferde, damit ſol ehr uns gerüſtet dienen. Wir wollen Ime auch ſoviell knechte und pferdefutter und mahell auch gewöhnliche hofe⸗ kleidunge, hufſchlagk, Vesper und ſchlafftrank und auf jedes pferdt die Jahrlangk 125 gulden gehen laſſen. Darzu wollen wir ihnen mit einer wonungn verſen, deßgleichen mit holze vor ſeine haußhaltunge. Obſchon nun Graf Sols die ertheilte Inſtruktion zur vollen Zufriedenheit ſei⸗ nes Auftraggebers erfüllte und ſich auch ſonſt in ſeinen Funktionen genügend bewährte, ſo ward ihm nach Ablauf

551

des Probejahrs doch keine definitive, ſondern in der neuen Beſtallung vom 29. Sept. 1554 wieder nur eine proviſo⸗ riſche Anſtellungals Oberhofmarſchalk und Rath auf ein Jar. Seine ſpäteren Amtsnachfolger, der Junker Hein⸗ rich von Starſchädel, und dann die Herren Zacharias von Grünbergk und Hanß von Querßwalde, welche beide letz⸗ tere gemeinſchaftlich im Jahre 1568 mit der Verwaltung des Hof⸗ und Hausmarſchallamtes betraut wurden, erhiel⸗ ten nicht minder gemeſſene Inſtruktionen, und namentlich ſind die Anweiſungen an die beiden letztgenannten Mar⸗ ſchälle von einer Ausführlichkeit und Genauigkeit bis herun⸗ ter auf die kleinſten Details, welche nichts zu wünſchen übrig läßt, welche uns aber auch einen höchſt belehrenden Einblick in die Lebensweiſe, überhaupt in die Zuſtände an einem kurfürſtlichen Hofe jener Zeit geſtattet. Eine wört⸗ liche Wiedergabe dieſer Inſtruktion, welche Weber in ſeine Mittheilungen aus dem Dresdener Staatsarchiv aufgenom⸗ men hat, würde bei dem maſſigen Umfange des Aktenſtücks der Geduld unſerer Leſer eine zu harte Probe auferlegen; beſchränken wir uns auf einige charakteriſtiſche Auszüge. Obenan in der Inſtruktion für die beiden Hof⸗ und Haus⸗ marſchälle ſteht die Sorge fürdas Getrengke. Wie be⸗ zeichnend! Die Inſtruktion beginnt nämlich:Wenn S. Churf. Gnaden verrayßen wollen, ſollen ſie das getrengke an die Ortt, dahin dieſelbe verrucken werden, zeittlich zu voranſchaffenn und was alßda auff ſolchenn churfürſtlichen Rayßenn oder Jagtlagern an nottdurftigem vorrat vor Küch und Keller mangeln wirdet, ſoll der Hofmarſchalch Seiner churf. Gn. Gemahel in zeitten vormelden, damit daſſelbige auß dem Hofflager oder ſonſt mit Rath zur Stedte ge⸗ ſchafft werde. In Bezug auf die Stunde der Tafel ſollen beide Marſchallche alle morgenmalzeiten umb ein Uhr nachmittags und die Abendmalzeiten noch denſelbigen abendt um 7 Uhr verſchreibenn laſſen, was allenthalben uffgangen und ſolch verſchreibenn einer jeden malzeit auch was zum Extra und ſonſt ausgegeben wirdt, dreymahl ordentlich weiſe geſchehenn, nemlich das eine in das Buch, welches mein gnedigſter Herr zu Seiner churf. Gn. handen nimmt, welches der marſchalch mit gebrauchen ſoll, daß andere in das Buch ſo der Cammer Schreiber behelt, daß dritte inn das ſo der Küchenſchreiber in der verwarung hat, darein ſoll auch verſchrieben werden, was im Keller, Sil⸗ berkammer und Extra ufgangen und was auß den Emb⸗ tern vor die Küche und den Keller genommen worden. Die nämliche dreifache Buchführung ſoll auch bei allen Ein⸗ käufen für den Haushalt beobachtet werden.Alles Fleiſch, Wilprett und Fiſche, auch alle wurz, als Saffran, Ing⸗ wer, pfefer, muscattennuß, mußcattenblumen, neglein, zimmetrinden, Zucker, mandeln und alles was man bei Centnern, pfunden und dem Gewichte einkaufft und em⸗ pfehet, das ſollen ſie wieder nach Centnern, pfunden, vier⸗ teln und loten verſchreiben laſſen, auch achtung darauf gebenn, daß mit demſelben allen rathlich und treulich umb⸗ gangen, vleißigk verſchriebenn und verrechnet werde, was aber an allerlei obſt und zugemuß nach Scheffelmaßen und Schozkzahl erkauffet und eingenommen, des ſollen ſie auch dergeſtalt nach Scheffelmaßen und Schogkzahl wie es ein⸗ kauft, verſchreibenn, verrechnen und der keinerlei außen laſ⸗ ſenn. Weiter beſtimmte die Inſtruktion auf das Sorg⸗ fältigſte, welche Perſonenvon unſerer churfürſtlichen Taffel zu hoff und auff der Reiſe zu ſpeiſen ſind; die peinliche Aengſtlichkeit, mit welcher gerade dieſer Titel abgehandelt wird, läßt darauf ſchließen, daß dieſes Beneficium des kur⸗

fürſtlichen Freitiſches arg gemißbraͤucht worden ſein muß.