Teil eines Werkes 
Band 2
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ſcheinen auch die Griechen empfunden zu haben, wie es aus ihren Werken hervorgeht. Hätten wir eine umfaſſende po⸗ puläre Geſchichte der Baukunſt in ihrer Geſammtheit ſchon von ihnen überkommen, die durch fortdauernde Beiträge angemeſſen vermehrt ward, wir würden heute nicht da an⸗ fangen müſſen, wo ſie ſchon hingelangt waren. Bei der Macht, welche jetzt Druck und Schrift gewonnen, bei der Kenntniß, welche durch ſie von Allem, was ſich im Ge⸗ biete des öffentlichen, geiſtig oder bildneriſch produktiven Lebens in jede Schicht der Geſellſchaft dringen wird, find wir jedenfalls vor den Griechen bevorzugt, denn unſere Werke werden ſich vervollkommnen, ſie werden nicht in ihren Ruinen, ſondern in Bild und Wort fortleben. Wenn dann ein gewaltiges Netz von Eiſenwegen Länder und Völker verbindet, wie ich es von der Zukunft erwarte, wenn die Anfänge, welche in Deutſchland mein geliebtes Nürnberg ſchon gemacht, auf Flügeln die Nationen zu einander tra⸗ gen, und das ſtöhnende Dampfroß die Miſſion eines großen Reformators und Humaniſten erfüllt, dann, Hedwig, möchte ich noch einmal ein Jüngling ſein, um mit voller Kraft Steine ſammeln zu helfen am großen Bau der alle Zweige des geiſtigen und ſtaatlichen Lebens durchdringenden Intel⸗ ligenz. Daß die Griechen auch ſchon den Werth der Eiſen⸗ wege geſchätzt, freilich ohne die treibende Kraft des Dam⸗ pfes zu kennen, erſah ich aus Ueberreſten von Schienen⸗ wegen im Thale von Eleus beim Tempel der Ceres, die allem Anſcheine nach befahren wurden. Wir fangen aber die Triebkraft des Waſſers auf und machen ſie uns dienſt⸗ bar. O, das heilige Waſſer! Wie der Gürtel der Venus ſchlingt es ſich um unſere ſchöne Erde, und ſtrömt vom Himmel herab, um Blumen und Früchte zu zeugen in ſei⸗ ner Vermählung mit ihr. Wie ein Atlas trägt es das Schiff auf ſeinem Rücken und führt uns in entfernte Pole; in ſeiner höchſten Schönheit dringt es aus dem Auge des Menſchen und befruchtet ſeine Seele. Schon die Indier verehrten die Majeſtät des Waſſers; ſie ſuchten im Innern ihrer Heiligthümer durch die Dragops die Geſtalt der Waſ⸗ ſerblaſe wiederzugeben. Ja Hedwig, das Leben iſt reich

Feierſtunden. 1865.

und groß, ſchön ſelbſt in ſeinen Schmerzen; ich beklage nur, daß die Jugend nicht doppelt ſo lange währt, als das

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Naturgeſetz geſtattet; doch halten wir ſie in uns feſt, ich Tlaide⸗ wir vermögen ſie noch an unſer Greiſenalter zu feſſeln.

Der Fürſt ließ nach flüchtiger Durchſicht des Briefs ſeine milden Augen lange auf Hedwig ruhen, die mit dem Vertrauen eines Kindes zu ihm emporblickte, dann berührte er leiſe ihren Scheitel mit der Hand, und ſprach:

Ich werde dieſe Zeilen noch einmal mit Ruhe durch⸗ leſen, denn ſie ſind der Text zu dem, was mich aus den Werken des ſchöpferiſchen jungen Meiſters anſpricht. Eines nur bedaure ich tief: er hat auch in dieſem Schreiben nicht angegeben, wann er wiederkehrt, und wo ihn eine Nachricht ſicher antrifft. Ich hoffe jedoch, er wird ſich nicht allzu lange von ſeinem Kinde und Ihnen trennen. Er ſcheint Sie feſt in ſeinem Herzen zu tragen.

Seine Freundſchaft und die geiſtige Gemeinſchaft mit ihm machen mich glücklich, Durchlaucht! entgegnete Hed⸗ wig leicht.

Das iſt recht, mein Kind! Ihr Beide ſind innen und außen ein paar ſo herrliche Geſchöpfe Gottes, der Ihnen das Verſtändniß für den Genius gab, welcher den jungen Meiſter auf die Höhen des Menſchthums trägt, daß ihr vereint erſt ein vollkommenes Ganze bildet.

Nach dieſen Worten wandte ſich der Fürſt wieder der Geſellſchaft zu; Hedwig fühlte ſich durch die in ſeinen Worten ausgeſprochene Billigung ihrer Liebe ſo beglückt, wie ein Kind, deſſen Eltern ihren Segen zu dem geſchloſ⸗ ſenen Herzensbund deſſelben geben.

Der Hof hingegen ſchöpfte immer kühnere Vermuthun⸗ gen aus den vertrauten Geſprächen, welche der Fürſt mit Hedwig pflog. Wie ein von unſichtbaren Händen geſchür⸗ tes Feuer verbreitete ſich in Kurzem das Gerücht bis über die Grenzen des Fürſtenthums hinaus, Hedwig ſei die er⸗ klärte Geliebte des Fürſten, welche er ſich wohl bald zu linker Hand antrauen laſſen werde. Die Betreffenden ſelbſt ahnten davon nichts, jedoch ſollte es Hedwig nur zu bald erfahren, daß die reinſten Verhältniſſe von der Gemeinheit, welche von ſich aus urtheilend edle Motive nicht gelten läßt, in den Schmutz getreten werden.

(Fortſetzung folgt.)

Der Skſavenhandel in Rian

Obwohl in Europa faſt allgemein angenommen wird, die Ausführung von Sklaven aus Afrika ſei ganz ver⸗

Krankheiten verloren, ſo kann der Gewinn leicht über 200 Prozent betragen. Sklavenhändler und Theilnehmer

boten, und der Sklavenhandel mit ſelbſtgezüchteten Farbigen am Sklavenhandel ſind daher ſämmtlich reiche Leute. Die nur noch ein in den ſüdlichen Staaten der nordamerikani⸗ Behandlung der Neger auf der Reiſe iſt gegenwärtig die ſchen Union graſſirendes Uebel, das den neueſten Krieg in beſtmöglichſte, die gedacht werden kann, und, wie Viele be⸗ Amerika hervorgerufen, iſt Rio de Janeiro noch immer einer haupten, nicht viel ſchlechter als die der armen Auswande⸗ der Hauptmärkte Braſiliens für den Neger⸗ oder Eboni⸗ rer auf engliſchen, deutſchen, franzöſiſchen, belgiſchen und (Ebenholz⸗) Handel. Die ſüdlichen und mittleren Provin⸗ holländiſchen Auswandererſchiffen. Die braſilianiſchen Schiffe zen des weſtlichen Kaiſerſtaates werden von hier aus mit beſuchen die portugieſiſch⸗afrikaniſchen Beſitzungen Angola, dieſer, dem inländiſchen Plantagenbaue unentbehrlichen Waare Ambris, Molombo, Rio⸗Zaire oder Congo, Cabinda, Ben⸗ verſehen, und im Durchſchnitte noch immer jährlich gegen guela, Quilliman und Mozambique, tauſchen ſo viel Neger zehntauſend Schwarze beiderlei Geſchlechts aus Afrika hier⸗ ein, als die Schiffe mit Bequemlichkeit faſſen können, und her zu Markte gebracht, abgeſehen von hier bereits heimi⸗ die ganze Mannſchaft, vom Kapitän abwärts, iſt bemüht, ſchen Sklaven, die wöchentlich in Menge unter den Ham⸗ die Neger bei guter Geſundheit zu erhalten, denn jeder Ein⸗ mer des Verſteigerers kommen. zelne von ihnen iſt an der Ladung betheiligt. Die männ⸗

Der eigentliche Neger⸗ oder Sklavenhandel mit Afrika, lichen erwachſenen Neger, beſonders wenn ſie einer kriege⸗ der mit braſilianiſchen oder portugieſiſchen Schiffen betrieben riſchen Nation angehörten, werden immer zu Zweien mit

Neger auf der Reiſe, und ſpäter vor dem Verkaufe durch

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wird, erfordert bedeutende Kapitalien, gehen aber nur wenige Ketten und Handſchellen an einander gefeſſelt; eine nun V

wendige Vorſicht, um die moͤgſiche Gefahr eines Aufſtande

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