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plauderte es und blühte in dem Meer von Liebe, welches ſeine kleine Perſon umgab, wie eine leicht ſchaukelnde Waſ⸗ ſerblume fröhlich und harmlos auf. Von Tante Hedwig war die Kleine nach kurzer Zeit unzertrennlich, denn dieſe bot bei all' ihrer ungewöhnlichen geiſtigen Bildung, dem eigenthümlichen Gemiſch von weiblicher Anmuth und tiefem Ernſt wie klaſſiſcher Ruhe, welches ſich durch die Gewohn⸗ heit, ohne Altersgenoſſinnen zu leben, jeden äußeren Ein⸗ druck in ſich zu vertiefen, und nach dem gediegenen Vor⸗ bilde der ernſten Männer, mit denen ſie verkehrte, erſt ein klares Bild des Gedankens zu haben, ehe ſie ihn in der lebendigen Form des Wortes wiedergab, gebildet hatte,— bei alledem alſo bot Hedwig die meiſten Anknüpfungspunkte für das Kind, weil ihr Sinn empfänglich und voll Ver⸗ ſtändniß für die Kinderſeele war, mit welcher ihre eigene Reinheit und Harmloſigkeit harmonirte.
Hedwigs Auftreten bei Hofe glich einem Triumphzug. Die Kavaliere waren entzückt, endlich einmal eine ſo friſche, herrliche Erſcheinung den antiken Titularſchönheiten des glat⸗ ten Parkets beigeordnet zu ſehen. Sie ſelbſt war glücklich, von allen Seiten ſo vieler Liebe zu begegnen, hätte ſie je⸗ doch mitunter hinter die Couliſſen ſchauen können, ihr harm⸗ loſes Gemüth würde erſtarrt ſein über die Bosheit, von welcher die Lippen derer überfloſſen, welche ihr kurz zuvor die ſüßeſten Worte ſagten. Nicht genug, daß ſie ſo ſchön und lieblich war, es konnte ſich auch Niemand darüber täu⸗ ſchen, wie viel ſie der Erbprinzeſſin, dem Prinzen und be⸗ ſonders dem Fürſten galt. Die Oberhofmeiſterin, Gräfin Steckwitz, eine Couſine des Grafen Steckwitz, welchem einſt die ſchöne Hildegard Geiersberg ihre Hand reichen ſollte, war beſonders entrüſtet, mit welcher ignorance ſich dieſe Baroneß über die indispenſable Formen der Etikette hin⸗ wegſetzte, welche in entſprechender Grandezza aufrecht zu erhalten ihr bei dem einfachen Sinn des Fürſten ohnedies ſe vies Mühe machte.
Es war am Nachmittage eines freundlichen Septem⸗ bertages; der Hof weilte in Alfredsburg noch bei B. und war in den reizenden Garten befohlen worden, wo fremde Künſtler im Verein mit der fürſtlichen Kapelle konzertiren ſollten.— Die Oberhofmeiſterin geleitete eben die Baro⸗ nin v. Str., welche ihrer Verwandtſchaft mit der Gräfin die Einladung zum Hofkonzert verdankte, bis an die Thür des Salons; ihre gelben, eingetrockneten Wangen würden ſich ſicher mit einem ſchwachen Roth der Freude überzogen haben, wenn das aufgelegte Rouge nicht beſcheiden jeden derartigen Zeugen einer menſchlichen Empfindung verhüllte; die grüngrauen Augen leuchteten jedoch vor Befriedigung, als ſie zu ihrem Beſuch ſprach:„Sie wiſſen alſo genau, chere cousine, daß die alte Frau, welcher Durchlaucht in ſeiner nubegreiflichen Güte den fürſtlichen Pavillon einge⸗ räumt habe, und bei welcher die Stötterfeld jede Stunde zubringt, in der ſie nicht an den Dienſt bei Ihrer Hoheit gefeſſelt wird, die Wittwe eines ‚Beſenbinders“, ſowie die Stötterfeld die Nichte deſſelben Geiersberg iſt, welcher einſt ſo ſpurlos mit ſeiner Tochter verſchwand, nachdem er dank⸗ bar die Ehre einer Familienverbindung mit meinem erlauch⸗ ten verſtorbenen Conſin angenommen?“
„ Ich habe dieſe Nachrichten aus ſicherer Quelle! Mein Güteradminiſtrator, ein junger Mann von den an⸗ geſehmſten Air's, kennt die Verhältniſſe der Stötterfeld gegau, weil er mit ihr aufgewachſen, und für ſeinen Vater dſ vormundſchaftlichen Befugyiſe über ſie ausübte, dem⸗ ſſich auch Einſicht in die Paach beemhielt. Er deutete mir ſprner an, die junge Dame und Ler Baumeiſter Wendler,
Feierſtunden. 1865.
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welchen Seine Durchlaucht beſonders protegirten, hegten eine tiefe Inclination für einander, welche in einem leb⸗ haften Briefwechſel auch während des Baumeiſters Verhei⸗ rathung Nahrung und Ausdruck erhielt. Wir ſelbſt ſind eigentlich etwas verwandt mit der Stötterfeld, ich habe je⸗ doch nie in Verbindung mit ihr geſtanden,“ ſagte die Ba⸗ ronin, und empfahl ſich darauf nochmals der ſie mit be⸗ ſonderer Freundlichkeit entlaſſenden Oberhofmeiſterin, welche ihrerſeits kombinirte, auf welche Weiſe ſie der gehaßten jungen Hofdame einen recht empfindlichen Schlag beibrin⸗ gen, und ſie erfolgreich in den Augen der höchſten Herr⸗ ſchaften herabſetzen könne.
Der Gegenſtand dieſer Selbſtberathungen ſaß, nichts ahnend von Allem, was um ſie her vorging, im Garten vor der Wohnung, welche ſie auf ihren Wunſch mit Frau Wendler, Budenberg und der kleinen Hedwig nebſt Wärte⸗ rin theilte. Die Kleine flatterte wie eine Libelle um ſie her und brachte Blumen, welche Tante Hedwig zu einem Kranz vereinigen ſollte, wenn ſie Papa's Brief, auf den ihre Augen jetzt ſo geſpannt gerichtet waren, durchgeleſen. Ein liebevoller Blick, eine Zärtlichkeit und einige Worte, welche ihr die Theilnahme Hedwigs an ihren Spielen bewieſen, ward dem blondlockigen Mädchen jedes Mal, wenn ſie beim Herbeibringen eines friſchen Büſchels Blumen ihr Köpf⸗ chen an ſie lehnte, und die blauen Augen auf die„liebe gute Tante“ richtete.
„Jetzt ſind's genug Blumen, mein Herzkind,“ ſagte Hedwig,„man muß die Blüthen nicht unnütz abpflücken, denn ſie weinen, wenn ſie, ohne Jemand Freude zu machen, verwelken müſſen, und der Erde, welche ſie mit Luſt her⸗ vorbringt, ſowie dem Stock, der ſie trägt, thut es auch wehe, wenn ſie ihnen entriſſen werden; mein Hedchen iſt aber ein ſo liebes gutes Kind, daß es Niemand, auch den Blumen nicht, Schmerz verurſacht.“
„Ich will ſie alle wieder hintragen, damit ſie nicht betrübt ſind wie ich, wenn Tante Hedwig fortgeht,“ rief die Kleine, und raffte die Blumen zuſammen, um ſie fort⸗ zuſchaffrer..
„Nein, das wäre unnütz, du haſt ſie gepflückt, um einen Kranz zu haben, der dir Freude macht, und Allen, die ihn ſehen, gut gefällt; der liebe Gott hat die Blumen dazu geſchaffen, daß ſie uns ein Schmuck und eine rechte Freude ſind; aber jetzt ſind genug hier zu dieſem Zweck, und wenn du das Kränzchen wirſt ſo lange getragen haben, bis es welkt, ſo iſt das ein Zeichen, daß die Blumen trau⸗ rig werden. Wir tragen ſie dann wieder dahin, wo ſie gepflückt wurden, legen ſie in die liebe gute Erde, welche ſie im nächſten Jahre noch ſchöner wiederbringt.“
„Ja, wie die kranke Mama, die ſie auch in die Erde getragen haben, wird die auch wieder aufblühn?“
„Wohl, mein Herz, wir Menſchen ſind die Blumen des lieben Gottes, welche oben in ſeinem lichten ſchönen Garten wieder erblühn, wenn wir hier Freude unter den Andern auszuſtreuen ſuchen, ſo wie dieſe Blumen uns durch ihren Duft ergötzen.“
So verkehrte Hedwig mit dem Kinde, welchem ſie mit der eigenen Sinnigkeit eine glänzende blüthenreiche Brücke über jeden dunklen Grund wob. Mitunter ſprang ſie auch mit ihr umher, ſelbſt ein Kind, ohne daß irgend etwas ihren Bewegungen die klaſſiſche Harmonie nehmen konnte. Heute war dieſe Scene nicht unbeachtet geblieben; eine Nichte der Oberhofmeiſterin, welche ſich auffallend zu Hedwig drängte, befand ſich hinter der verbergenden Fliederhecke, und hörte, wie Hedwig jetzt noch zu der Kleinen ſagte:
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