nme der
1”
rwiederte prieſen! zeele—, barinnen
ggſſtigen⸗
Varm⸗ do hat& ſcen Weg mell!“
mund ge⸗
aufte ſich
Herzens! ich, und un doch und die erd! ein ſchrie er, as, hel⸗ verhin⸗ unglück⸗ wus dn en hat!“ zweifeln⸗ Unwil⸗ ber hörte ſen wur⸗ der unter
gereitcwe
eiſtand zu 1 hörbar
Bürger⸗ fen Alle. jter und ngeſchrei . Noch gebeugt . welcher 5, 313)
Jr,„Ju⸗
verlo⸗ ie Erde,
2
Feierſtunden. 1864.
———
—
—
übergab, nachzuſehen, ob ſie bereits in dem an den Hinter⸗ hof ſtoßenden Olivenwäldchen angekommen ſeien. Das junge Mädchen beeilte ſich, dem Auftrage zu genügen, und traf an dem bezeichneten Orte einen Mann. Schleunigſt
zurückkehrend, theilte ſie dem Kapitän die gemachte Ent⸗ deckung mit und ſtellte die Leiter an, um ihn vom Spei⸗
cher herabſteigen zu laſſen. Letzterer that es, ohne ein Wort zu ſagen, und Agueda, erfreut und nichts Böſes ahnend, begleitete ihn in den Hinterhof, um die Thür wieder zu ſchließen, ſobald er ſich entfernt haben würde. Allein kaum war ſie dort angelangt, als ſich zwei Männer, welche auf der Lauer geſtanden hatten, auf ſie ſtürzten und ſie feſt⸗ hielten, während der Kapitän ihr durch ein Tuch den Mund verſchloß und Hände und Füße band. Dann ſtieg der Böſewicht zu Pferde, und die beiden Männer ſetzten das junge Mädchen vor ihn, ſprangen hierauf gleichfalls in den Sattel und ſprengten im Galopp davon.
Als Julian eine halbe Stunde ſpäter an Simon Ver⸗ de's Thür vorüberging, hörte er das Klagen und Stöhnen der Großmutter Anna und das Geſchrei der Nachbarinnen, welche die Entführung mit angeſehen hatten. Augenblicklich nach Hauſe eilend, begegnete er ſeinem Freunde, dem Schenk⸗ wirth.
„Joachim,“ rief er mit heftig bewegter, aber dennoch feſter und entſchloſſener Stimme,„nimm ein Pferd und ſattele mir die Stute, während ich meine Waffen hole.“
Ohne Zaudern that der Schenkwirth, was ihm ge⸗ heißen wurde; und als Julian zurückkam, fragte er nur:
„Wohin gehen wir?“
„Nach Porſuna, um die Landſtraße von Benocaz zu erreichen; die Nichtswürdigen haben den Weg nach Portu⸗ gal eingeſchlagen.
Mit dieſen Worten ſetzte Julian ſein Pferd in Ga⸗ lopp, und Joachim folgte ihm wie der Donner dem Blitze.
Kaum hatten die Flüchtigen eine Meile zurückgelegt, als ſie das Traben von Pferden hinter ſich hörten.
„Wir ſind verloren,“ rief der Kapitän,„es iſt die Bürgergarde!“..
„ Laſſet Eurem Pferde die Zügel,“ ſagte einer ſeiner Begleiter und Mitſchuldigen, welcher die Bemerkung ge⸗ macht hatte, daß die Thiere der Verfolgenden beſſer waren als die ihrigen, und ihnen mit jedem Augenblicke näher kamen.
„Kapitän,“ fügte der Andere hinzu,„ſetzet das Frauen⸗ zimmer ab; es hindert unſere Flucht. Verlieren müßt Ihr es doch auf jeden Fall; bringet deshalb Eure Freiheit nicht zum Opfer.“
Die Verfolger kamen näher und näher, und der Ka⸗ pitän ſetzte deshalb endlich Agueda an der Seite des Weges ab und jagte dann geſtreckten Laufes ſeinen Begleitern nach, welche ihm voraus gekommen waren. Kaum ſah ſich das junge Mädchen in Freiheit, als es ihr nach mehreren An⸗ ſtrengungen auch gelang, die Bande der Hände zu löſen. Sie riß das Tuch vom Munde, und als die verfolgenden Reiter in die Nähe kamen, rief ſie:„Hülfe! Hülfe!“ Allein es war kein Bürgergardiſt, der ihr den erſehnten Beiſtand brachte, ſondern mit innigem Entzücken erkannte ſie Julian.
Von dem Tumulte angezogen, den die oben geſchilderte Scene vor Simons Hauſe verurſachte, trat der Alcalde aus ſeiner Wohnung und näherte ſich dem Orte, an dem die Verſammlung ſich befand. Unbeſchreiblich waren ſein Aergep und ſein Staunen, als er hier ſeinen Sohn in der
Rolle des Helden figuriren ſah, welcher Simon Verde's
315
—-———
Tochter befreit hatte, und ſeine eigenen, vom Schweiße triefenden Pferde erkannte.
Seinen Schritt beſchleunigend, begegnete er zuerſt dem Schenkwirthe Joachim. Er faßte ihn beim Kragen und fragte:
„Wer hat dir, du frecher, unverſchämter Bube, er⸗ laubt, meine Pferde aus dem Stalle zu ziehen und deine Laſt von dreihundert Pfund darauf zu legen?“
„Ich war es, mein Vater, der es ihm geheißen hat,“ erwiederte Julian mit reſpektvollem, aber feſtem Tone.
„Bringe die Pferde zurück,“ ſagte der Alcalde, welcher vor Zeugen keinen Auftritt mit ſeinem Sohne herbeiführen wollte;„wir werden weiter darüber ſprechen.“
Julian gehorchte.
„Entferne dich aus meiner Gegenwart,“ fuhr darauf der Alcalde, an den Schenkwirth gewendet, fort.„Wenn ich mich nicht mäßigte, würde ich dich mit Schlägen jetzt ſo zurichten, wie du meine armen Pferde zugerichtet haſt.“
Der Schenkwirth bediente ſich ſeiner langen Beine ſo hurtig als möglich, um in der Dunkelheit zu verſchwinden, wie es der große Schatten Samuels, von der Hexe zu En⸗ dor heraufbeſchworen, gethan hatte..
„Und nun,“ fügte der Alcalde hinzu,„rathe ich der Geliebten dieſes Abenteurers, ihre Schande zu verbergen, und lade den Hehler des Verbrechers ein, ſich augenblicklich dem Gefängniſſe zu überliefern.“.
Eine tiefe Stille trat nach jener ergreifenden Scene ein, welche wenige Minuten zuvor alle Herzen hatte ſchla⸗ gen laſſen und allen Augen Freudenthränen entlockt hatte. Die Lichter erloſchen, die Thüren ſchloſſen ſich, und Dun⸗ kelheit und Stille traten an die Stelle deſſen, was das Schönſte auf Erden iſt, an die Stelle der Freude Aller über das Glück eines Einzelnen.
VII.
Mehr als ein Jahr war verfloſſen. Es war ein kal⸗ ter, nebeliger Decembermorgen; der Regen fiel und der Wind blies, die Landſchaft kleidete ſich in traurige Farben, die Schmetterlinge waren geflohen, die Vögel ſchwiegen, und die Blumen, welche ſonſt nicht dem Froſte erliegen und Andaluſiens Felder auch im Winter zu ſchmücken pfle⸗ gen, hingen die Kelche. Der Strom floß rauſchend durch die Ufer und führte den Raub ſeiner Nebenflüſſe mit ſich. Große Schwärme von Raben kreisten in der Luft und verleumdeten die unſichtbare Sonne. Es war einer von denjenigen Tagen, welche dem Reichen die Freuden und Annehmlichkeiten ſeines Herdes ſo ſüß machen und dem Armen die Kälte des ſeinigen doppelt empfinden laſſen.
Auf dem von Triana nach Gelves am Flußufer ent⸗ lang führenden Wege kam ein Mann langſamen und ſchwe⸗ ren Schrittes gegangen. Sein Geſicht trug die Spnren ſchwerer Leiden; die Haare waren weiß, und ſein Auge, obgleich ſanft und gutmüthig, drückte ſo tiefe Trauer aus, daß es mehr Mitleid erweckte, als wenn ſein Mund ge⸗ klagt hätte. Dieſer Mann war Simon Verde, den man aus dem Gefängniſſe entlaſſen hatte, nachdem er ein Jahr darin zugebracht. Er wußte, was er zu Hauſe finden würde: eine Tochter, der die Verleumdung den ehrlichen Namen geraubt hatte und deren Geſundheit von Kummer und Scham untergraben worden, und eine Mutter, deren Augen in Folge der Thränen erblindet waren, während Beide ihr Daſein nur durch Almoſen erhalten hatten.
. 40*


