Teil eines Werkes 
Band 2
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den, römiſche Städte und Burgen angelegt und dieſelben mit Beſatzung verſehen. Hieraus wollen nun Einige ſchließen, Probus habe unſere Grenzwehr, wo nicht zuerſt angelegt, doch wenigſtens bedeutend verſtärkt, und beehren ſie daher mit der BenennungWall des Probus; ja, die Einbildungskraft des großen engliſchen Geſchichtſchreibers Gibbon ſieht an der Stelle einer ſo rohen Befeſtigung, wie der Wall geweſen, eine ſteinerne Mauer ſich erheben, welche er in ſchicklichen Abſtänden noch durch Thürme verſtärkt. Indeſſen dürften wohl jene Anlagen des Probus, von welchen der genannte Geſchichtſchreiber ſpricht, ſich auf bloße Schutzwehren am Rhein und an der Donau für die Städte am andern Ufer beſchränken, welche nach dem Tode des Probus von den Deutſchen überwältigt wurden. 3 Wie ſich übrigens die Zeit der Entſtehung unſerer Grenzwehr nicht genau beſtimmen läßt, ſo herrſcht auch Dunkelheit darüber, wann ſie, und mit ihr das durch ſie gedeckte Land, von den Römern aufgegeben wurde. Einige Winke der Alten ſcheinen ſchon auf die zweite Hälfte des dritten Jahrhunderts hinzuweiſen. Jedenfalls bewahrte die⸗ ſelbe war ſie auch ſtärker als der Muth ihrer Verthei⸗ diger mit nicht größerem Glücke dieſe Grenze, als ähn⸗ liche Anſtalten in China, im Kaukaſus, in Dacien und Britannien gethan hatten. Denn ein thätiger Feind, wel⸗ cher ſeine Angriffspunkte wählen und verändern kann, muß am Ende irgend eine ſchwache Stelle und einen unbewach⸗ ten Augenblick finden. Stärke, wie Aufmerkſamkeit der Vertheidiger wird getheilt, und bei den ſtandhafteſten Trup⸗ pen wirkt blinder Schrecken ſtark genug, um eine an einem einzigen Orte durchbrochene Linie faſt augenblicklich zu ver⸗ laſſen. Wie Tacitus der Erſte unter den Alten iſt, welcher unſere Grenzwehr erwähnt, ſo ſind der Geſchichtſchreiber Oroſius, aus dem Anfange des fünften Jahrhunderts, und der Geograph Arthikus, vielleicht aus demſelben Zeitalter, die Letzten, welche von ihr ſprechen. Der Erſte gibt ſie als Grenzſcheide zwiſchen Germanien und Gallien an; der Zweite ſagt: ſie trenne Gallien und Germanien von der Donau. So viel über das Geſchichtliche unſerer Grenz⸗ wehr; gehen wir nun zur Beſchreibung derſelben über. Ihren Anfang nimmt ſie um dies der Vollſtän⸗ digkeit wegen zu bemerken ſchon im Königreich Bayern, unfern der Stadt Kellheim, ſechs Stunden oberhalb Re⸗ gensburg, an der Mündung der Altmühl, am linken Ufer der Donau, gegenüber dem auf dem rechten Ufer gelegenen Benediktinerſtifte Weltenburg und dem durch römiſche An⸗ lagen befeſtigten Arzberg. Nachdem die Linie von Südoſt gegen Nordweſt, nicht unterbrochen durch Flüſſe, Berge, Höhen oder Tiefen, meiſt in gerader Richtung ziehend, in der Nähe von Mönchsroth das Königreich Bayern ver⸗ laſſen, erreicht ſie die württembergiſche Grenze ſüdlich von dem Weiler Eck, Oberamts Ellwangen. Dieſen Oberamts⸗ bezirk indeß, ſowie die Oberämter Aalen und Gmünd, durch⸗ zieht ſie weniger in Geſtalt einer Mauer, als in der einer gepflaſterten Straße, als welche ſie auch in Bayern er⸗ ſcheint und an mehreren Stellen gegenwärtig noch benützt wird, obgleich hier, wie dort, Teufelsmauer genannt. Allein die Linie hatte noch eine andere Beſtimmung, als die einer Straße. Abgeſehen davon, daß ſie große Strecken ſchnur⸗ gerade hinzieht, über Berg und Thal, und dann auf ein⸗ mal, nicht in Bögen, ſondern in Winkeln die Richtung verändert, ſo zeigen die vielen Spuren von Befeſtigungen, als: Thürme, Wachhäuſer, künſtlich aufgeworfene, mit Grä⸗ ben umgebene Hügel und Kaſtelle, die ſich längs des Straßen⸗ walles befinden, hinlänglich, daß es eine bedeutende Defen⸗

Feierſtunden. 1864.

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ſionslinie, und zuverläſſig der römiſche limes transrhena- nus, die überrheiniſche Grenzwehr, war. Dieſe wallartig geführte Hochſtraße diente wie ein gründlicher Forſcher bemerkt zugleich als Grenzlinie, als Bruſtwehr und als Verbindungsſtraße der an ihr ſich befindenden Befeſtigungen. In den Bezirk Welzheim bei Kleindeinbach eingetreten, ver⸗ ändert ſie bei Lorch ihre Richtung, ihre ganze Phyſiognomie und ſelbſt ihren Namen. Nachdem ſie ſich nämlich bisher von Oſten nach Weſten gezogen, wendet ſie ſich am letztgenann⸗ ten Orte, wo auch die von den Donauquellen längs der Alptraufe ſich hinziehende Grenze Obergermaniens und Rhͤ⸗ tiens(Rhaetia secunda) hinlief, einen beinahe rechten Win⸗ kel bildend, auf einmal gegen Nordweſt, nun die Richtung mit dem Laufe des Rheins, wie bisher mit dem der Donau paralleliſirend. Glich, wie ſchon bemerkt, die Linie bisher einer gepflaſterten, dammartigen Straße, ſo erſcheint ſie dagegen von Lorch an als ein vollkommener Erdwall, wel⸗ cher einſt in einem Zuſammenhange fortlief, nun aber theils durch die Länge der Zeit ſtreckenweiſe bis zur Un⸗ kenntlichkeit verfallen, theils von der Cultur vertilgt, nur noch mehr oder minder ſichtbare Spuren hinterlaſſen hat. An den beſterhaltenen Stellen hat der Wall an der ſteilen Außenſeite(Oſtſeite) immer noch 10 12 Fuß, an der flach abgedachten Innenſeite(Weſtſeite) 4 Fuß Höhe, oben eine Breite von 45 Fuß und an der Baſis von 25 30 Fuß. An der Außenſeite läuft ein 25 30 Fuß breiter Graben hin, der ſich gegen unten bis anf 2 Fuß verengt. Die Tiefe deſſelben bildet die Höhen-Außenſeite des Walles und beträgt demnach 1012 Fuß. Gedeckt war derſelbe, ſo lange er zur Vertheidigung und zum Schutze diente, durch oben angebrachte Palliſaden, worauf ſchon die ver⸗ ſchiedene BenennungPfahlhecke,Pfahlgraben, welche er an verſchiedenen Orten von Lorch an führt, ſowie die Namen einiger unweit des Walls gelegener Orte, als: Pfahlheim, Pfahldorf, Pfahlbronn, Pfahlhauſen u. ſ. w., hinweiſen. Längs des Walles ſtanden an der innern Seite, genau zwanzig Schritte(60 württemb. Fuß) hinter dem⸗ ſelben, kleine Vertheidigungsgebäude, in der Regel, wenn die Terrainverhältniſſe es erlaubten, tauſend römiſche Schritte (5163 württemb. Fuß) das eine von dem andern entfernt: das Normalmaß bei derartigen Befeſtigungen. Dieſes Maß wurde in dem Falle nicht eingehalten, wann die Terrain⸗ verhältniſſe eine Abweichung nothwendig machten, in welchem Falle, je nach den Umſtänden, bald etwas abgebrochen, bald zugegeben wurde. Die noch aufgefundenen, 2 Fuß dicken Grundmauern derſelben ſind Vierecke, von denen je eine Seite 15 Fuß beträgt. Im Munde des Volkes heißen dieſe Wachhäuschen gewöhnlichKapellen, eine Benennung, welche, ſowie der NameKirche,Kloſter ꝛc., häufig als eine volksthümliche Andeutung der ehemals über der Erde ſichtbaren Römergebäude vorkommt. Als der Verfaſſer dieſes Aufſatzes in ſeinen jüngeren Jahren den Welzheimer Wald beſuchte, ſprach er mehrfach mit älteren Leuten, welche ſich noch recht gut erinnerten, mehrere dieſer Wachhäuschen in einem noch ziemlich wohl erhaltenen Zuſtande geſehen zu haben. Wann ein Feind ſich genähert(der Schwede, ſagte Einer, mich belehrend), ſo habe man von dem Häus⸗ chen aus, wo man ihn zuerſt bemerkt, bei Tage ein Fähn⸗ lein, bei Nacht aber eine brennende Fackel geſchwenkt: die⸗ ſes Signal ſei von dem nächſtgelegenen aus, und ſo von allen, den ganzen Wall entlang, wiederholt worden, wor⸗ auf in kurzer Zeit eine anſehnliche Mannſchaft auf dem bedrohten Punkte ſich geſammelt habe. Außer den häufigen

Spuren von Wachhäuschen findet man aber auch noch