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vom Amts⸗
m armen iligen Kauf
Julian die
Fremde,
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„Ja, und ſchlecht iſt mir's bekommen!“ verſetzte Si⸗ mon.„Ich fand den Unglücklichen,— dieſe Schlange, ſollte ich vielmehr ſagen,— halb verhungert und in Ge⸗ fahr, erſchoſſen zu werden, hatte Erbarmen mit ihm,— ja, Sennor,— gewährte ihm Schutz und verbarg ihn! Und das war ein gutes Werk,— ja, Sennor,— wenn Ihr auch nein ſagt. Aber wie hat er mir dafür gelohnt? — Wie ein ſchlechter, nichtswürdiger Menſch,— ja, Sennor!“
„Du kannteſt ihn doch?“
„Ich? Nicht mehr, als Ihr!“
„Aber du wußteſt doch, daß er ein Rebell war?“
„Natürlich wußte ich es, denn man braucht nicht zu fürchten, erſchoſſen zu werden, wenn man nichts gethan hat, als den Roſenkranz beten.“
Alſo wußteſt du, daß er ein Rebell war?“
„Noch einmal!— Wozu dieſe Frage von Neuem?“
„Weil Connivenz vorhanden ſein kann, und meine Pflicht iſt—⸗
„Connivenz?— Was wollet Ihr damit ſagen?“ unterbrach Simon den Alcalde.
„Connivenz,“ erklärte Letzterer,—„das heißt, wenn Jemand im Einverſtändniß mit der rebelliſchen Partei iſt, oder ihr Beiſtand und Hülfe leiſtet.“
„Nichts von allem dem habe ich gethan, Sennor; das wiſſet Ihr ſo gut wie ich. Einem Unglücklichen habe ich meine Hand gereicht, und bin dafür beſtohlen worden. Wenn Ihr deshalb eine Anklage gegen mich erheben woll⸗ tet, ſo hieße es ſiedendes Waſſer auf eine Brandwunde gießen.“
„Ich muß meine Pflicht erfüllen,“ verſetzte der Al⸗ calde in hochtrabendem Tone;„denn wenn ich es nicht thäte, könnte man mich ſelbſt für mitſchuldig halten.“
„Um Gottes willen, Sennor,“ rief der arme Simon in Todesangſt,„Ihr werdet doch einen Freund nicht zu Grunde richten wollen?“
„Man begleitet einen Freund bis an die Pforte der Hölle,“ erwiederte der Alcalde,„und verläßt ihn dort.“
Es wäre traurig, dem Prozeſſe Schritt für Schritt zu folgen, der gegen den armen Simon eingeleitet wurde, und die Abſcheulichkeiten zu ſchildern, deren ſich die Rechts⸗ gelehrten ſchuldig machten, um Geld von ihm zu erpreſſen und ihn völlig zu ruiniren. Es war einer von jenen häufigen Fällen, die ſich jetzt noch täglich auf dem Lande in Spanien ereignen, in denen die Armen auf eine oder die andere Weiſe den geheimen Verfolgungen zum Opfer fallen, die Gerechtigkeit mit Füßen getreten, die Unſchuld hintergangen und das Recht mit einem ſolchen Netze von Spitzfindigkeiten umhüllt wird, daß die Intereſſenten, gleich den Fliegen, welche in die Gewebe der Spinnen fallen, den Muth verlieren, und daß Denjenigen die Hände ge⸗ bunden ſind, die ihnen gern helfen möchten.
Simon erſchöpfte alle ſeine Hülfsquellen, die Gläu— biger drängten ihn, und er wurde wegen der bedeutenden
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Feierſtunden. 1864.
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Noch ſchlimmer aber war es, als er wahrnahm, wie es auf barbariſche Weiſe von den Kindern des neuen Beſitzers gemißhandelt wurde, und es, ſeinen alten Herrn ſuchend, den Kopf nach ihm umwendete. Agueda weinte bitter⸗ lich, und Simon entfernte ſich, um ungeſehen daſſelbe zu thun.
Auch der gefühlloſeſte Menſch würde Mitleid beim Anblicke der armen alten Frau empfunden haben, als ſie troſtlos weinend den verkauften Garten verließ.
„Grämet Euch nicht, Mutter,“ ſagte Simon, ſeinen eigenen Schmerz gewaltſam unterdrückend, um nicht den der guten Alten noch mehr zu vermehren,„Matthias, dem ich das Geld zur Bedachung ſeines Hauſes geliehen habe, das er mir bis jetzt noch nicht zurückgeben konnte, hat mir geſagt, daß wir, ſo lange ſein Haus ſtehe, bei ihm Zuflucht finden ſollten. Ihr ſehet alſo, daß wir weder ohne Ob⸗ dach, noch ohne Freunde ſind.“
„Gott meiner Seele!“ rief die alte Frau,„der Gar⸗ ten, der ſeit ſo langen Jahren in unſerer Familie vom Bater auf den Sohn übergegangen iſt,— in dem ihr Alle geboren worden ſeid, und wo ich um die Abgeſchiedenen getrauert habe, die früher zur Zahl der Unſerigen gehörten, der Garten, deſſen Orangenbäume ſich mit ſo ſchönen weißen Blüthen ſchmückten, und deſſen Weinlaube uns im Sommer ſo ſüßen Schatten gewährte!— O mein Gott, wer wird jetzt die Pflanzen wäſſern, die ich geſetzt habe, und den Vögeln Futter geben, die furchtlos meiner Stimme folgten?“
„Mutter,“ tröſtete Simon,„bekümmert Euch nicht! Wir nehmen das Beſte mit uns, ein gutes Gewiſſen. Ueberall, wohin wir gehen, wird es uns ein weiches La⸗ ger bereiten.“
Im Geiſte aber fügte er hinzu:
„Elender Dieb! Schlange, die uns als Belohnung für unſere Wohlthaten zu Grunde gerichtet hat! Und die⸗ ſer ſchuftige Alcalde, der ſich durch den Fall ſeines Opfers bereichert! Einer iſt ſo viel werth wie der Andere! Gott ſtehe ihnen bei!“
„Mutter,“ fuhr er dann mit lauter Stimme fort, als die Thränen der alten Frau nicht aufhören wollten, „Gott verläßt Niemand. Ihr, die Ihr die heilige Ge⸗ ſchichte ſo wohl kennet, denket nur an die Gnade Gottes, die dem armen Hiob zu Theil wurde, und an die Qualen des reichen Geizhalſes!“
„Ja, deine Qualen, du herzloſer Alcalde, der ſelbſt mit meinen weißen Haaren kein Erbarmen gehabt hat, müſſen eben ſo ſchrecklich ſein!“ rief jammernd die alte Frau.
„Ihr zerreißet mir das Herz, Mutter,“ unterbrach ſie Simon, da ihr Schmerz nicht zu lindern war;„man ſollte faſt glauben, daß Euch die ganze Welt verlaſſen hätte! Aber bin ich nicht da, der Stab Eures Alters? Und iſt meine Tochter nicht da, um Euch Freude zu machen?— überall wird Aqueda Euch durch Geſang und
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Koſten dieſer ſchweren Anklage verfolgt, ſo daß der arme Liebe zu erheitern ſuchen, und wohin wir ö⸗ Mann ſich endlich genöthigt ſah, ſeinen Garten zu ver⸗ gen überall wiſd ner mit un ſein!“ inh ahhe i kaufen, den der Alcalde für ein Drittel des eigentlichen Werthes erwarb. Da jedoch der Erlös nicht hinreichte, um alle Schulden zu decken, ſo mußte er auch das letzte Beſitz 3 thumn⸗ hi feu⸗ ſeinee trene alte Gefährtin, verkauſen. V.
nmöglich iſt es, den Schmerz zu ſchildern, welcher ſein Mehrere Jahre waren verfloſſen. Gleich eine 8 Herz zerriß, als er das arme Thier in die Hände des ſeinem urſorünalicgen Boden mieſiingten Biüme ilt Amtsſchreibers fallen und aus dem Stalle fortführen ſah, Familie gelitten und getrauert; allein unter dem Einfluſſe in dem es ſo lange die Stunden der Ruhe genoſſen hatte. des großen menſchlichen Tröſters, der Zeit, und ſeiner ſanften
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