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Feierſtunden. 1864. 11
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ſich gegen die Heirath ſträubte, die nicht ſeine eigene Wahl ihm jetzt zur Verſöhnung und Milde; Niemand deckte geweſen war, doch in ihr den Engel ſeines Lebens gefunden. mit ſchonender Liebe ſeine Fehler vor den lauernden Augen Auch Friedrich gelobte ohne Zaudern der erſt ſieben⸗ der Feinde. Die zweite Gemahlin, die der erſt vierzig⸗ jährigen Braut Liebe und Treue; er ſelbſt war noch Jüng- jährige, durch die Vermählung der Tochter ganz verein⸗ ling, der die Entfaltung ihrer Blüthe abwarten konnte, ſamte Kaiſer in ſein Haus eingeführt hatte, trat zu ſeinen und die kleine Agnes, die das geiſtſprühende Auge, das Feinden über; ſeine beiden Söhne übten Verrath an ihm. lichte blonde Gelocke des Vaters mit den fein geſchnittenen Nur die Tochter und ihr Gemahl blieben dem in Schmerz Zügen, der holden Anmuth der italieniſchen Mutter beſaß, ſie V und Kampf frühe alkernden Kaiſer treu. Friedrich führte verſprach ſich aus der Knoſpe zur herrlichſten Blüthe zu entfalten. mit Glück und tapferem Muthe die Kämpfe des Kaiſers; Während nun Agnes zur Jungfrau heranwuchs, grün⸗ er verſuchte den ſtürmiſchen Mann zur Mäßigung, ſeine dete Friedrich ſeinen Herzogsthron in Schwaben, deſſen Be⸗ Söhne zur Kindespflicht zurückzuführen— doch er hatte ſitz ihm die Feinde des Kaiſers, Rudolph und nach deſſen den Beruf ſeines Lebens erfüllt, indem er im Herzogthum Tode der Markgraf von Zähringen, verwehrte, der als Schwaben die Macht ſeines Hauſes und die Zukunſt des nächſter Verwandter Rudolphs darauf Anſpruch erheben Reiches gründete; er ſollte nicht hineingezogen werden in wollte. Auch war die alte Stammburg im Thale, das das immer verworrenere, frevelnde Treiben des alten ſali⸗ Wäſchenſchloß, nicht geeignet, dem Herzog zur Reſidenz zu ſchen Kaiſerhauſes, dem die Axt ſchon an die Wurzel gelegt dienen und eine Kaiſerstochter aufzunehmen. Friedrich über⸗ war, in den unnatürlichen Kampf zwiſchen Vater und Söhnen. ließ dieſelbe ſeinen jüngeren Brüdern und ließ ſich auf dem Eine Sage erzählt, daß, als Friedrich einſt mit Ag— Gipfel des Hohenſtaufen, der einem Könige gleich dort über nes zur Jagd geritten war in die ſchattigen Wälder am den Thälern emporragt, eine herrliche Burg erbauen. Bau⸗ Fuße des Hohenſtaufen, die Herzogin ihren Ehering verlor, meiſter aus Italien ſollen von ihm herbeigerufen worden den ſie mit dem Reithandſchuh von der Hand geſtreift haben ſein, da die dentſche Baukunſt erſt in der rechten Entwick⸗ mochte. Agnes, die ein böſes Vorzeichen darin erblickte, lung begriffen war. Er ſelbſt legte den Namen„Büren“ verfiel in untröſtliche Betrübniß, und ihrem Gemahl ging ab und nannte ſich von da an Hohenſtaufen. dieſe ſo zu Herzen, daß er gelobte, eine Kirche zu bauen Als einundzwanzigjähriger Jüngling ſchon ſoll einer an dem Orte, da der Ring gefunden würde*). Er fand Sage zufolge Friedrich mit zweien ſeiner Brüder, vermuth⸗ ſich am St. Johannistag, und der Herzog, nachdem er den lich den Kaiſerhof beſuchend, an der Gruft Karls des Finder fürſtlich belohnt hatte, legte den Grund zu der ſchö⸗ Großen zu Aachen geſtanden haben.„Warum kann ich nen Johanniskirche, mit deſſen Erbauung zugleich die Stadt nicht erreichen, was dieſer Todte einſt erreicht hat?“ rief Gmünd entſtand. Hatte jenes Zeichen dennoch wahr ge⸗ er wehmüthig aus.„Du wirſt es erreichen!“ ſprach ein ſprochen? War es etwa eine Ahnung, die den Herzog ver⸗ fremder Mönch, der in der Nähe ſtand und ſeinen Blick mochte, als ſeine Burg vollendet war, unweit auf einem auf die Züge des Jünglings geheftet hielt.— Nun hatte waldumgränzten Hügel, beſpült von der klaren Fluth der er ſchon die Stufen zum Throne Karls des Großen inne, Rems, den Grund zu legen zu einem Kloſter, Lorch, und
den ſeine Söhne und Enkel beſtiegen. dort eine Erbgruft für ſich und ſeine Nachkommen zu bauen? Als er an den Kaiſerhof zurückkehrte, um die Braut 1102 wurde das Kloſter eingeweiht und drei Jahre
heimzunführen, 1089, da wurde das Band, das die kaiſer⸗ ſpäter ſchon der Gründer, Friedrich, der erſte Hohenſtaufe, liche Vaterhand geſchlungen hatte, noch geheiligt durch die hingerafft in der Blüthe und Kraft ſeiner Mannsjahre, zur Weihe der Liebe. Agnes war in wunderſamer Schönheit neuen Gruft hinabgetragen. Noch trägt das alte Grabmal erblüht; des Vaters Geiſt, vermählt mit den weiblichen in Form eines Sarkophages die Inſchrift:
Tugenden der ſanften Mutter, beſeelte ihre jugendlichen Allhie lit begraben
Züge, Friedrich von Hohenſtaufen aber, vom Jüngling Herzog Friedrich von Schwaben.
zum Manne gereift, leuchtete an männlicher Schönheit und S ſem Kind d
Kraft, an Geiſt und an edelem Sinne als der erſte aus Sein. Nuchtömenulnn lunen auch hier bei
dem Kreiſe der Fürſten hervor. Ihre Herzen mußten ſich. Gott ihnen all'n genädig ſei. 3
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finden, denn Feese chlent nur fin dis anedeen lren.„ Da war's öde geworden auf dem herrlichen Hohen⸗ Er liebte ſie von ganzer Seele ja!— ſtaufen, in den prunkvollen Hallen, in dem blühenden Von dir nun, Agnes, herrlich kommen ſoll Lande— öde in Agnes' Herzen. Wo ſollte die Verwitt⸗ S ſöin aunsſenmm 1 Srnlne wete, alles Glückes, aller Freude Beraubte Troſt, wo Schutz Die vräntlich dic hin jenem Tag unndi⸗ und Stütze für ihre noch unmündigen Söhne finden? Ihr
Er führte die ſchöne Braut hinweg von dem unter. unghitaha⸗ ſchuldbelaſteter Vater lag in Kerkerbanden;
höhlten Boden des Thrones in das ſtille, ſchöne Schwaben⸗ der fiobelde Beuden hatte dir Kerone vem Hüuple des Ba⸗ land. Hier erſt auf der herrlichen Herzogsburg Hohen⸗ kers Heriſſen. 3 he das Drauerjahr auf. Hohenſtaufen zu ſtaufen, an Friedrichs Herzen, ging fuͤr Agnes ein ſonni⸗ Ende Ade dat⸗ Kaiſer Heinrich dein Gafängniß rutflohen ger, goldſtrahlender Tag auf; die Gewitterwolken, die den(vergl. der Verfaſſerin Erzählung:„Kaiſer und Fährmann“) Morgen ihres Lebens umdüſtert hatten, lagen hinter ihr. und ſtarb, belaſtet mit Bann und Acht in erbarmender Zwei Söhne, Friedrich, geb. 1090, und Konrad, geb. Jeinde Händen. Der verrüthexiſche⸗ Sohn Heinrich, der 1093, krönten ihr eheliches Glück. Kraft und Milde, vinſt. War nen vuetriedener Fnirſcher,; Dor Schönheit und Geiſt hatten die Eltern auf Beide vererbt. verſpr 4 9 hen eonden Wane. 19 fein, an ſeinen Thron, Gut war es für Agnes, daß ſie an des edeln Hohen⸗ ruch der 5 1 lche zu ſüin, ſie 8 Derzogthum ſtaufen Seite eine Heimath für ihr Herz und ihr. Leben zu eſchutzen, nach welchem ſeit Friedrichs Tode wieder gefunden hatte! Ihre Mutter, die edle Bertha, war ge⸗ lauernde Feindesaugen blickten. Heinrich ſelbſt, der am ſtorben, am Ende des Jahres 1087. Mit ihr war ſein*) Das Nähere darüber in der bei Scheitlin in Stuttgart erſchie⸗ ſchützender Engel von Heinrich gewichen. Niemand redete nenen kleinen Erzählung:„Der Ring der Herzogin“ von L. Pichler. . 1 2
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