Teil eines Werkes 
Band 1
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1 6 Feierſtunden. 1864. . 4

6₰daß wir auch hohe franzöſiſche Gäſte erwarten. Alles, um Bereſen(Ochſenknechte) ſingen ihre Lieder, die einen unga⸗ unſere Fragen zu ſtudiren, unſere Nationalität zu wahren. riſch, wieder andere ſerbiſch oder deutſch, ſich manchmal )Gottes Wunder, erwiedert Herr Békeſſy, doch ſich durch einen kräftigen Anruf ihrer Thiere unterbrechend und

beſinnend, daß er ja ein Magyare ſei, geht auch er in das ſelbſt wieder angetrieben von dem ſchlanken Haiduken, der magyariſche Idiom über wir aber übergehen ihn und da in dem blauen S hnürrock einhergeht. Was immer den Patriotismus der in Ungarn lebenden Deutſchen und Neues die landwirthſchaftliche Wiſſenſchaft darbietet, hier rollen über Stock und Stein, das heißt wir gleiten mit iſt es zu ſehen. Jetzt ſäet eine ſinnreiche Maſchine den dem Schlitten dahin über die weiße, glitzernde Fläche, denn Samen, wie ein Gartenbeet pulvert die rieſige Eiſenwalze was wir jetzt erzählt, iſt uns ja vor Monden ſchon wie⸗ den Boden, und nach wenigen Monden ſchon erſcheint ein

2... 1 2. derfahren, als noch die Sonne hell und warm glühte über anderes Produkt menſchlichen Sch unſerem Haupte! Geſchichtliche Erinnerungen verdrängen und legt den Segen des Fleißes unter ſeinem raſtloſen alle anderen, iſt doch die ganze Gegend hier ein ungeheures Meſſer in Schwaden nieder zu den Füßen der Menſchen.

Grab, getränkt mit dem Blute der Chriſtenheit vor langen, Nun aber tritt die Menſchenhand in ihr Recht, Hunderte langen Jahren, als Suleiman I. mit ſeinen Horden in ſind beſchäftigt, Garben zu binden Ungarn erſchien und dieſes Land um 150 Jahre der Civi⸗ ähnliche Schober in Menge auf den Feldern doch nur liſation brachte. Deutſche Kräfte, deutſche Männer waren zu ephemerem Daſein, denn bald ſehen wir die größte Er⸗ es, welche nachher das verödete Land wieder bevölkerten und findung moderner ökonomiſcher Mechanik auf dem Kampf⸗ aufgerichtet haben, aber vergeſſen iſt leichter als bewahren, platze, die Dampfdreſchmaſchine. Sie ſchüttelt aus den darum will man jetzt dem deutſchen Elemente in Ungarn gelben, ſegengefüllten Garben die nährende Frucht; jetzt, den Kontrakt kündigen! im Winter, ſteht ſie daheim im ſchützenden Schuppen, wohl verwahrt, wie ein treues Roß, dem man gerne die Raſt II. gönnt nach überſtandenen Mühen. Der Bauer freilich pflegt noch ſein Getreide auszureiten oder zu treten, ein Auf der Landſtraße gegen Süden fortfahrend, erblicken ſehr vorſündfluthliches Verfahren.(Siehe Bild S. 5.) wir in der Ferne die Dörfer der Sokäczen, ein ſlaviſcher Schwindeln muß es Einem faſt, wenn wir die Fort⸗ Volksſtamm, in der Kultur auf ziemlich niedriger Stufe. ſchritte der neueſten Zeit in allen techniſchen Fächern, be⸗ Ackerbau und Viehzucht treiben ſie, wie's der Urahn betrieb, ſonders im Maſchinenweſen betrachten. Und gerade die und auch nicht beſſer gewußt. Brennt's etwa drinnen im Landwirthſchaft iſt es, welche ſich dieſer neuen Schöpfungen Dorfe, ſo rührt ſich der, welcher eben auf dem Felde ackert, nicht eher zur Hilfe, als bis der Brand in der Nähe ſei⸗ ner eigenen Wohnung wüthet. Die Weiber lieben frei⸗ lich, wo wäre es nicht alſo den Putz leidenſchaftlich.

und bald ragen häuſer⸗

mit dem, was man jetzt einen miſerablen Pflug nennen würde, einem ſchwerfälligen, unlenkſamen Dingsda, an welchem die Roſſe ſich müde ſchleppten und doch wenig ge⸗ Ketten aus Gold oder Münzen, ſilbergeſtickte Gewänder, nug leiſteten; jetzt iſt bereits der Anfang gemacht, und wie meiſt von weißer Farbe, bedecken und umhüllen ſie.(Siehe ſchnell wird die Fortſetzung folgen! Der Dampfpflug wühlt Bild S. 4) Man ſieht unter ihnen ſehr hübſche, von dun⸗ die Erde durch mit einem Heer von Scharen, in einer keln Augen überſtrahlte Geſichter und ſchöne Körperformen. Tiefe, daß die jungfräuliche, bis nun unberührte Erde nun Nicht ſo apathiſch, wie der Sokacze, iſt ſein Roß. Ein auch hervorgerufen wird zum Dienſte der Vegetation kleines feuriges Thier, das er mit einem Stäbchen berührt, und das Alles im zwanzigſten Theile der Zeit gegen früher. um es einem Pfeile gleich hinſauſen zu laſſen über die Freilich iſt da, wie überall, zu verbeſſern, den Verhältniſ⸗ Haide. ſen anzupaſſen, allein am Ende kommt es doch dahin, wo⸗

hin man es bringen will. Lokomotive werden unſere Laſten

Jetzt aber nimm, o Leſer, Abſchied von der belebten Straße, du wirſt keiner von acht Pferden gezogenen Poſt⸗ auf Straßen und Felder ſchleppen, gleichviel ob durch Chaiſe mit gelangweilten, frierenden Paſſagieren mehr be⸗ Dampf oder eine wohlfeilere Kraft; einer rieſigen Um⸗ gegnen, wir fahren nun durch den Ueberreſt eines Thores, wälzung in Allem und Jedem müſſen unſere Nachkommen welches aus mir unbekanntem Grunde das ſchwarze Thor gewärtig ſein, denn der menſchliche Geiſt iſt groß und an fekete kapu heißt. Und nun beginnt eine neue einHalt nicht oder wer weiß es no ch lange Welt, das Reich des großen, adeligen Grundbeſitzes. Ari⸗ 3

nicht zu denken! ſtokratiſche, hohe Baumwände machen ſchon von Weitem Dieſes und ähnliches ging mir durch den Sinn, als

die Abgrenzung vom bäuerlichen Felde kenntlich, und erſt ein tüchtiger Ruck des Schlittens, verurſacht durch eine im Innern der Umfaſſung wird der Unterſchied recht klar. ſchnelle Parade der Pferde, mich wieder in die Gegenwart Da ſind keine kleinen, ſchmalen Ackerſtreifen, baumlos und zurückrief. Da ſtand ich vor dem lieben Hauſe, das mich voll wuchernden Unkrautes, lange Alleen von mächtigen ſo oft, ſo lange beherbergt und nun wieder aufnehmen ſollte. Paddelieund Rirleänmen khäilen die de Fläche in eben⸗ S iſt ein altes ſchmuckloſes ebinde mit einem Siwaniert, mäßige Felder. Hie und da ein einzelnes nettes Haus, an das ſich rechts und links, weiterhin ein anſehnliches eine Stallung, ein ganzer Maierhof, aus deſſen Saun ien nrdend. ehenedin Oekonomiegebäude anſchließen. das Gebrülle der Rinder hinaustönt in die ſchlummernde Der kleine hölzerne Thurm droben auf dem ſteilen Dache, winterliche Welt. Man ſiehts dem Ganzen an, daß ein dir mächtigen Gitter an den Fenſtern, das düſtere, ehr⸗ einheitlicher Wille, unterſtützt von dem nervus rerum, hier würdige Grau der Mauern, Alles iſt noch ſo, wie ich's herrſcht. Soweit das Auge reicht, Alles gehört ihm, dem früher geſehen, ſo patriarchaliſch und anheimelnd, drüben reichen Herrn. Manch deutſches Fürſtenthum verſchwände der große Park mit den frrieſigen Eichen und dichten Ge⸗ in den ſ wuinßm reneſih der fllichen Länder! büſchen, das einerue rraz auf eneHidel id da Weitie G ärs Frühjahr oder Sommer, da gäb's ein fröh⸗ des Gartens, jetzt freilich bedeck mit Eis und Schnee, ru liches Bild. Maſſen von Pflügen, beſpannt mit den fanh Erinnerungen Vdißin vergangen Sommernächte und Nach⸗ gehörnten ſchnelle eindern, durchfurchen da die Erde, die tigallenſchlag:.

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großartig bemächtigt hat. Noch unſere Großväter ackerten

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arfſinnes, die Mähmaſchine,

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