Teil eines Werkes 
Band 2
Seite
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Die Bayeye und das Kußpferd.

(Taf. 23.)

Die Bayeye⸗Neger, welche am Fluß Teoge woh⸗ nun ſchneidet man ab und flicht es kreuzweiſe inein⸗ nen, ſind ein kräftiger, kühner, kriegeriſcher Menſchen- ander, immer neue und neue Schichten darauflegend ſchlag, welche in ihren Sitten viel mit den Buſch⸗ und durchflechtend, bis das Ganze eine dicke und förm⸗ männern gemein haben. Die erſten Spuren der lich undurchdringliche Maſſe geworden iſt. Natürlich Civiliſation ſind bereits bis an die Grenzen ihres kann man eine ſolche Maſſe ſo breit, ſo lang und ſo weiten Landes vorgerückt; die Art jedoch, wie ſie das dick machen, als man will, ohne daß nur ein Nagel Flußpferd jagen, iſt noch ganz dieſelbe, wie ſie ſie von zum Ineinanderhalten geſchlagen werden müßte. Auch ihren Altvordern überkommen haben. darf man ſich auf einem derartigen Floſſe getroſt dem

Sie jagen es nämlich merkwürdigerweiſe ganz auf tiefſten Waſſer anvertrauen! Uebrigens nimmt man dieſelbe Art, wie der Europäer den Walfiſch, d. i. ſie zur Vorſicht mehrere kleine Baumſtamm⸗Nachen mit, erlegen es im Waſſer durch Harpuniren; aber ſie die man hinten anhängt, und errichtet in der Mitte haben dies nicht von den Europäern gelernt, ſondern des Floſſes eine Stange, an welche ein langes Seil ſie jagten auf dieſe Weiſe ſchon, ehe man nur in befeſtigt wird. Will man nun ſtillhalten oder an's Europa an den Walfiſchfang dachte! Land ſteigen, ſo macht man eines der Boote flott, und

Die Harpune, deren ſie ſich dabei bedienen, iſt von ein paar Männer rudern an's Ufer, ſchlingen ſofort ſtarkem Eiſen, kurz und feſt geſtaltee, und nur mit das eben erwähnte Seil um einen Baum und zwingen Einem, aber einem ſehr ſtarken Widerhaken verſehen. dadurch das Floß zumvor Anker liegen.

Dieſelbe wird vermittelſt dünner lederner Riemen an Gewöhnlich finden ſich, wenn die Bayeye eine Fluß⸗ einen hölzernen Schaft von recht hartem und zähem pferd⸗Jagd vorhaben, ihrer zwanzig bis dreißig auf Holz befeſtigt, der mehr als armsdick iſt und eine einem Floſſe zuſammen, von denen übrigens nur einige Länge von wohl zwölf Fuß hat. Um das andere Ende Wenige und zwar die Geſchickteſten alsHarpuniere des Schaftes iſt ein ſtarkes und ſehr langes Seil ge⸗ fungiren; die Uebrigen führen Alle kurze Speere oder wunden, in deſſen Mitte ein ſogenannterBuoy oder Lanzen, die vorn eine ſtarke eiſerne Spitze haben. Schwimmkrek angebracht wird, damit das Seil oder Sind alle Vorbereitungen getroffen, ſo fährt man ab, Tau im Waſſer nicht unterſinke, und ſchon hieraus er⸗ das Floß getroſt ſich ſelbſt überlaſſend, und die Bayeye ſieht man, daß der Stamm der Bayeye⸗Neger in der ſind in der Hoffnung auf die reiche Beute voller Luſt Verfertigung einer guten Harpune wohl eingeübt iſt! und Leben. Nun leben aber die Flußpferde immer in Nicht minder geſchickt ſind jene Halbwilden in der kleinen Heerden zuſammen, da ſie ſehr geſelliger Na⸗ Herſtellung einesFloſſes, auf dem das Hippopota⸗ tur ſind; auch findet man ſie nichtüberall im Fluſſe, mus gefangen werden ſoll; denn obwohl das Flußpferd, ſondern nur an gewiſſen Stellen, die ſie der nahen wie bekannt, ein grasfreſſendes Thier iſt ſ alſo noth- fetten Triften wegen oder aus einem andern Grunde

wendig an's Land kommen muß, um Nahrung zu ihren Lieblingsplätzen erwählt haben. Somit iſt zu ſuchen, ja obwohl überdies nicht g. t werden es durchaus nöthig, einen ſcharfen Umblick zu halten, kann, daß daſſelbe auf dem Lande weit ungelenker in ob man ſich einem ſolchenHippopotamus⸗Geſellſchafts⸗ ſeinen Bewegungen iſt, als im Waſſer, wo es trotz platze nahe, denn ſobald dies der Fall iſt, d. h. ſeines elephantenmäßigen Umfangs ſchwimmt und un⸗ ſobald die Nähe der Flußpferde durch ihr Schnarchen tertaucht wie eine Ente, ſo iſt dennoch eine Jagd deſ⸗ und Grunzen, ſowie durch ihr ſtarkesWaſſergepatſch, ſelben auf dem Lande kaum thunlich und wäre ſicher⸗ daß dieſes giſchtmäßig aufſpritzt, ſich kundgibt, ſo lich nur wenig erfolgreich, und zwar einfach deßhalb, tritt auf einmal eine tiefe Stille auf dem Floſſe ein weil das Thier meiſt blos bei dunkler Nacht das Waſ⸗ und lautlos gleitet dieſes weiter. Die Flußpferde ſol⸗ ſer verläßt, und ſich, wenn irgend möglich, nicht allzu len nicht ahnen, daß ihr größter Feind im Anzuge iſt; weit vom Ufer entfernt, um alſobald beim geringſten denn ſonſt wäre es ihnen bei ihrer Schwimmfertigkeit Geräuſch, oder wenn es irgend Gefahr wittert, in ſein leicht, zu entkommen! Aber immer mächtiger erſchallt ureigenthümliches Element, wo es ſich zu Hauſe fühlt, das Grunzen und Schnarchen und Schnauben der ko⸗ zurückzueilen. Man muß alſo das Flußpferd im Waſ⸗ loſſalen Thiere, diehalb Sau halb Ochs(nur ohne ſer ſelbſt aufſuchen, und um dies thun zu können, iſt Hörner und mit geſtutzten Ohren) in aller Sicherheit ein Floß nöthig, denn die Nachen, welche die Bayeyes ſich erluſtiren! Offenbar iſt das Floß ihnen ſchon ganz aus hohlen Baumſtämmen zu verfertigen im Stande nahe, und nur eine Biegung, die der Fluß macht, ver⸗ ſind, faſſen im höchſten Falle drei Perſonen und wären birgt ſie noch; aber ſiehe da, jetzt erſcheinen einige alſo viel zu klein, um denBehemoth wie das dunkle ſchwarze Punkte, die ſorglos im Waſſer herum⸗ Buch Hiob das Flußpferd nennt zu jagen. Die ſchwimmen, jedoch keineswegs wie Fiſche, ſondern eher Herſtellung eines Floſſes jedoch iſt ſehr einfach. Der wie ſchwarze Felſentrümmer ausſehen. Allein die Teoge nämlich, wie auch ſeine Nebenflüſſe, hat viele Bayeye kennen ſie wohl, dieſeFelſentrümmer, und ganz ſeichte Stellen, wenn er auch in der Mitte ſehr alſobald ſtellt ſich der im Harpuniren Geſchickteſte un⸗ tief iſt, und in dieſen, ſowie an den allezeit flachen ter ihnen hart am Rande des Floſſes auf, die furcht⸗ Ufern, wächst eine Menge von Schilf, und zwar von bare Waffe in der Hand. Von dieſer jedoch iſt das afrikaniſchem Schilf, von deſſen Höhe und Dicke ſtarke Seil, das um ihren Schaft geſchlungen war, wir in Europa keinen Begriff haben. Dieſes Schilf abgewickelt, und das Ende deſſelben halten ein paar 45

Feierſtunden. 1863.