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(1859) 12 12
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gung; die Jungen, ſo lange man die Schüſſel vor ihnen läßt; die Vielfreſſer, ſo lange Platz im Magen iſt. Frage dich: Wie eſſe ich? Dann weißt du, wer du biſt.

Stegreifsredner geſtikuliren gemeinlich tapfer mit den Armen, um die Leerheit ihres Vortrags durch äu⸗ ßerlichen Affekt zu verbergen. Einen ſolchen Redner hörte einſt der Satyriker Piron.Sehen Sie doch einmal, ſagte er endlich zu einem Bekannten,wie er ſich durch Schwimmen zu retten ſucht.

Aus der Schule.

Lehrer: Wie theilt man die Artikel ein?

Knabe: In beſtimmte und unbeſtimmte.

Lehrer: Was macht man mit den Artikeln?

Knabe: Man ſucht ſie zu verkaufen.

Lehrer: Wer hat das geſagt?

Knabe: Mein Vater hat's zu unſerm Ladendiener geſagt.

Schulmeiſter in guter Laune: Ihr habt heut' eure Sachen brav gemacht, jetzt will ich euch zur Be⸗ lohnung ein Räthſel geben. Merkt auf: Wenn man jung iſt, ſo wünſcht man es, und wenn man's hat, ſo wünſcht man es gar nicht mehr. Was iſt das?

Peter: Ich weiß, Herr Lehrer!

Schulm.: Nun ſo ſag's, Peter!

Peter: A Frau!

Schulm.: Wer hat Dir das geſagt?

Peter: Mei Vater.

Schulm. einlenkend: S'iſt nicht ganz falſch aber eigentlich hatt' ich das Alter gemeint.

Lehrer: Woher hat Amerika den Namen? Knabe: Weil es am Meere liegt.

Biografieen von Zeitgenoſſen.

Aimable Jean Jacques Peliſſier,

franzöſiſcher Marſchall, wurde am 6. November 1794 zu Ma⸗ romme im Departement der untern Seine nicht weit von Rouen geboren. Seine erſte Bildung erhielt er auf dem Liceum zu Brüſſel, welches damals ein franzöſiſches war, und fand im Frühling 1814 auf der Artillerieſchule von⸗La Fleche Aufnahme, von wo er in die Militärſchule von St. Cyr überging. Nicht lange vor Napoleon's Landung wurde er in der Artillerie des königlichen Hauſes zum Sekondelieutenant ernannt und trat nach einiger Zeit in das 57. Linienregiment. Es war dieß einer ver wenigen Truppenkörper, die im Feldzuge von 1815 nicht in's Feuer kamen. Die zurückkehrenden Bourbons nahmen eine ſtrengere Politik an, in deren Folge Peliſſier zur Verfügung geſtellt wurde. Nach ſeiner Wiederaufnahme in das Heer be⸗ ſtand er ſeine Prüfung glänzend, trat in den Generalſtab und diente von 1819 1823 als Regimentsadjutant und Lieute⸗ nant erſter Klaſſe bei den Huſaren der Meurthe. So lernte er alle drei Waffen, Geſchütz, Fußvolk und Reiterei, durch prakti⸗ ſche Thätigkeit kennen. Der Feldzug gegen Spänien, dem er im Generalſtabe beiwohnte, war ſein erſter. 1828 begleitete er den General Durvieu als Adjutant Griechenland⸗

1830 war er in Bourmonts Gefolge bei der Eroberung von Algier thätig. Dieſer erſte Aufenthalt auf dem afrikaniſchen Boden dauerte nicht lange, und bis zum Jahre 1839 wurde er in Frankreich als Major im Generalſtabe verwendet. Mit General Schramm, der ihn zu ſeinem Generalſtabschef wählte, kehrte er nach Algier zurück, das ernwierzehn Jah mehr verließ. Zum Oberſten ernannt, machtener mit feine gimente im Jahre 1845 einen Zug gege e a Dahra. Tauſend Menſchen jenes Stammes, Bewaffhate, Frauen

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und Kinder, flüchteten in die Kantara, eine Höhle, die vorn zwei Eingänge über einander und hinten blos ein Paar ganz enge Spalten hat. Er durfte ſie dort nicht laſſen; ſie würden ſich bei ſeinem Weitermarſche in ſeinem Rücken ausgebreitet und ihm die Zufuhren abgeſchnitten haben. Ebenſo wenig konnte er vor der Höhle lagern, bis der Hunger den Feind be⸗ zwinge, und ein Angriff auf dieſe unterirdiſche Feſte war vol⸗ lends unmöglich. Da die Araber auf ſeine Parlamentäre ſchoſ⸗ ſen, ſo machte er den Verſuch, ſie durch Rauch zu vertreiben. Als die geſammelten und angezündeten Faſchinen eine Zeitlang vor den beiden Eingängen gebrannt hatten, ſchickte er einen zweiten Parlamentär ab, und auch auf dieſen wurde geſchoſſen. Man hat ſpäter an unzweideutigen Spuren wahrgenommen, daß in der Höhle, während die beiden Scheiterhaufen brannten, ein Kampf ſtattfand, und daß die fanatiſche Partei diejenigen, welche die Höhle verlaſſen wollten, um ſich zu ergeben, mit YJataghan⸗ hieben zurücktrieb. Da Peliſſier dieſen Umſtand, der einen An⸗ griff ſehr erleichterte, nicht kannte, ließ er das Feuer unter⸗ halten, bis am dritten Tage das letzte Getöſe in der Höhle verſtummte. Es gab in ihr blos noch Leichen. Dieſe That rief in Europa einen allgemeinen Schrei des Entſetzens hervor, aber Pelifſters Vorgeſetzte entſchuldigten ſie mit dem harten Gebot der Nothwendigkeit.

1848 übernahm Peliſſier als Generalmajor die Diviſion von Oran, 1850 rückte er zum Diviſionsgeneral auf. Dreimal führte er in Stellvertretung die Statthalterſchaft, zweimal wurde er in Gefechten verwundet. 1852 vollbrachte er die erſte glänzende Waſſenthat des neuen Kaiſerreichs, die ihm, weil ſie die erſte war, doppelt angerechnet wurde. In Laghuat, einer Stadt am äußerſten Rande der Algieriſchen Sahara, predigte ein Marabut, der aus dem Tell vertrieben worden war, den heiligen Krieg. Ein Angriff mußte ſtattfinden; allein der Statthalter Randon überſchätzte die Widerſtandskraft des Ortes und der umwohnen⸗ den Stämme und glaubte zuvor eine Armee von 30,000 Mann bilden zu müſſen. Peliſſier ſammelte inzwiſchen ſeine Streit⸗ kräfte und brach auf eigene Fauſt mit 6000 Mann gegen Lag⸗ huat auf. In einem Tage war Breſche geſchoſſen, am zweiten die Stadt erſtürmt.Die Höfe ſind mit Leichen gepflaſtert, berichtete Peliſſier nach Paris,und in den Straßen fließt das Blut wie Waſſer.

In der Krim befehligte Peliſſier anfänglich das erſte Korps. Da Canrobert nicht energiſch genug war, ſo übergab der Kaiſer ihm den Oberbefehl(16. Mai 1855). Er erfüllte die Erwartungen, die man in ihn ſetzte, vollſtändig. Die Be⸗ lagerungsoperationen nahmen ſogleich einen raſcheren Fortgang. Die von Canrobert zurückberufene Expedition nach dem Aſow⸗ ſchen Meer ging von neuem ab und richtete dort große Ver⸗ heerungen an. Die Redouten Kamtſchatka und Volhynien, Vor⸗ werke des Malakoffs, fielen am 7. Juni, und wenn auch ein erſter Sturm auf dieſes letztere Werk am 18. Juni nach großem Blutvergießen ſcheiterte, ſo ließ er ſich dadurch in ſeiner Energie nicht lähmen, ſondern wagte nach achttägigem Bombardement am 8. September einen neuen Sturm, der ihn in Beſitz des wichtigen Werkes brachte und den Fall des ſüdlichen Theiles von Sebaſtopol herbeiführte. Seine Belohnung war die Ernen⸗ nung zum Marſchall von Frankreich und zum Herzog von Malakoff.

Peliſſier iſt ein Soldat aus der harten Schule Bugeauds und hat in einem langen Kampfe mit Arabern und Kabylen die Energie, die einen Beſtandtheil ſeines Charakters ausmacht, zuͤr vollendeten Rückſichtsloſigkeit ausgebildet. Wie er es liebt, den Feind nicht blos zu ſchlagen, ſondern zu vernichten, ſo würde er auch, wenn es irgend einem großen Ziele gälte, ſein Heer bis auf den letzten Mann opfern, wenn nur dieſer letzte Mann die franzöſiſche Fahne an jenem Ziele aufpflanzte. Solche Ge⸗ nerale ſind bei den franzöſiſchen Soldaten beliebt, vorausgeſetzt,

ſie gerecht ſind, und das iſt Peliſſier. Die Offiziere lieben ihn weniger; ſie nennen ihn hochfahrend und abſtoßend. Be⸗ ſonders ſollen ſeine Adjutanten einen ſchweren Stand bei ihm hoͤben. Die diplomatiſche Thätigkeit, welche der Marſchall als Botſchafter ih London entwickelte, bietet für den gegenwärtigen zuugenblick Kein Intereſſe dar. Gegenwärtig iſt er zum Ober⸗ befehlshaber des Obſervations⸗Korps ernannt worden, welches

in Nancy ſein Haupt⸗Quartier hai, alſo der Rheinalmee. 4*