aber ſein dor Ver⸗ nehmen.
gewonnen,
Idee von orationen r begten. in Neapel elnd in jeſen mu⸗ iche Leute erhalten; t ſei, 49,
Feuilleton. 349
plaudirte man jede ſchöne Stelle raſend wie im Theater, und wenn die Muſik nicht gut war, ſo pfiff man zwar nicht, ſcharrte aber mit den Füßen und rückte die Stühle hin und her. Dieſe Theilnahme des Publikums ſteigerte die Eiferſucht der Schüler noch mehr. Am Feſte der heiligen Irene ſollte das Konſervatorium dei Turchini auftreten. Am Abend vorher aber ſchlichen die Schüler aus dem zweiten zu ihren Nebenbuhlern, beſtachen die Domeſtiken und legten die Inſtrumente, welche gebraucht werden ſollten, in Waſſer. Am andern Tage beſah man dieſelben weiter nicht und die Muſiker gingen damit in die Kirche. Wie groß aber war ihr Erſtaunen und ihr Zorn, als ſie ſtimmen wollten. Die gedrückt volle Kirche brach in ein allgemeines Gelächter aus und man konnte nicht ſpielen. Die Gekränkten ſannen auf Rache. Am Tage des heiligen Franziskus war die Reihe an den Schülern des Konſervatoriums des heiligen Onofrio. Man pflegte in der Kirche ein Orcheſter aus hohen zu⸗ ſammengebundenen Tafeln zu bauen. Was thaten die Turchini? In der Nacht ſtahlen ſie ſich in die Kirche und ſägten alle Tiſchbeine halb durch. Am andern Morgen kamen ihre Gegner triumphirend an und ſtie⸗ gen auf das Orcheſter. Im Anfange ging Alles recht gut und das Gebäude hielt, weil nur ein Muſikus nach dem andern ankam. Als aber Alle zugegen waren, als der Orcheſterdirigent das Zeichen zum Beginn gab und da⸗ bei ſtark mit dem Fuße ſtampfte, brach mit einem Mal das ganze Gerüſt zuſammen und Menſchen, Stühle, Contrebäſſe, Violinen, Hörner, Alles fiel durcheinander zu der ſeltſamſten Muſik. Am meiſten beſtürzt war man, als man ſich wieder ein wenig geſammelt hatte, daß man den Direktor nicht finden konnte, bis man ihn end⸗ lich, lebendig begraben in der großen Pauke liegen ſah.
Mannigfaltiges.
Der Porzellanthurm von Nanking, das Welt⸗ wunder, die große Pagode mit ihren 150 Glocken und 140 Laternen, trotz ihrer neun Stockwerke, die dreizehn⸗ ſtöckige genannt, indem der Plan auf dreizehn Stockwerke hinauslief, exiſtirt nicht mehr. Während der 1600 Jahre ſeiner Exiſtenz ſind die Stürme über ihn dahingebrauſt und haben ſeinen Dom hinweggeriſſen; der Donner hat über ihm gerollt und der Blitz die eiſenumwundene Kuppel auf den Boden herabgeſchleudert und Räuber haben mehrere Theile des Baues verunſtaltet. Doch erſt die Rebellen, welche die letzten fünf Jahre Nanking in Beſitz hatten, haben, wie„das Ausland“ berichtet, das Innere durch Feuer verwüſtet, das Gebäude durch Pulver in die Luft geſprengt und ſeine berühmten Back⸗ ſteine und alten Reliquien in alle Winde des Himmels zerſtreut.
. Die Zuaven ſind der Stolz Frankreichs.„Ah, die Zuaven!“ ſagt jeder Franzoſe, wenn auf dieſe Truppe die Rede kommt. Sie ſind orientaliſch koſtümirt. Kurze bis an die Knie reichende Pluderhoſen, weiße Gama⸗ ſchen, ein Shawl als Gürtel, eine kurze brodirte Jacke und ein turbanumſchlungenes Fez bilden die Kleidung, ein blankſcheidiges Schwert und eine Flinte ihre Be⸗ waffnung. Vielen ſitzt auf dem Torniſter eine rieſige
Angorakatze. Die Katze iſt das franzöſiſche Nationalthier.
Das Erſte, was man in Paris bei ſeiner Ankunft ſieht, iſt eine rieſige Katze im Hausthor; in England iſt der Hund das Nationalthier. Ueberall ſind Katzen, im ele⸗ ganteſten Laden auf dem Pulte bilden die Angora's die größte Zierde. Und die Katze, ſonſt eben nicht kriegeriſch, außer Nachts in den Straßen im Rattenkampf— der, allnächtlich ſtattfindend, die größte Merkwürdigkeit von Paris bei Nacht iſt— iſt in Frankreich tapfer gewor⸗ den. Die Katze des Zuaven, die im Kriege ihm voran die Wälle erklettert, ſpringt auf jeden los, der den Zuaven ergreifen will.
Jeder Zuave hat einen charakteriſtiſchen Kopf; faſt die Hälfte iſt blatternarbig und mit Narben geziert, der lange volle Bart umrahmt ſtruppig das wettergebräunte Geſicht, und der Kopf, deſſen Haupthaar von der Stirn an weit wegraſirt iſt, ſitzt auf einem Nacken von der Stärke eines Stieres. Dabei iſt dieſe Truppe ſo ge⸗ lenke und leichtfüßig wie nur irgend ein Turuer.— Die Zuaven ſind größtentheils pariſer Kinder oder Söhne der großen See⸗ und Provinzſtädte; Menſchen, die zu⸗ meiſt ein bewegtes, oft nicht fleckenloſes Leben hinter ſich haben; Leute, die oft alles gethan haben und deß⸗ halb alles zu thun im Stande ſind, auch Wunder der Tapferkeit. Wenn Eltern mit einem Sohne gar nichts mehr anzufangen wiſſen, ſo ſtecken ſie ihn„unter die Zuaven.“
In England iſt das Boxen ziemlich in Abnahme gekommen, während es in Amerika außerordentlich flo⸗ rirt. Zu einem ſolchen Streite werden die Boxer förm⸗ lich zugerichtet, ich möchte ſagen, wie die Rennpferde trainirt: Jeder muß mindeſtens vier Monnte eine ſehr ſtrenge Lebensart führen, darf nur nach Vorſchrift eſſen und trinken und ſich nie betrinken oder überhaupt gei⸗ ſtige Getränke zu ſich nehmen, er muß jede Ausſchwei⸗ fung vermeiden, täglich zwanzig Meilen, alſo mindeſtens ſechs bis acht Stunden angeſtrengt ſpazieren gehen, ſich Abends neun Uhr ſchlafen legen und früh Morgens wach ſein. Dazu übt er ſeine Fäuſte und Arme und wird bald ſo muskelſtark, daß ſein Fleiſch hart wie Eiſen iſt. Das Alles thut er, um in einem brutalen Fauſt⸗ kampfe zu glänzen, ſeinen Widerpart womöglich zum Krüppel zu ſchlagen und ſeinen Namen in den Zeitun⸗ gen zu leſen; es macht ihn ſtolz, wenn recht viele Wetten auf ihn eingeſetzt werden, wie auf ein Rennpferd.
Hoffmann von Fallersleben hat kürzlich über den bekannten„Landesvater“ intereſſante Notizen ge⸗ geben. Der Verfaſſer desſelben iſt Aug. Niemann aus Altona, der 1782, als er noch Student in Kiel war, das Gedicht in einem aus 99 Liedern beſtehenden„aka⸗ demiſchen Liederbuch“, das er auch herausgab, zuerſt veröffentlichte. Das Gedicht fand nicht nur in der Stu⸗ dentenwelt, ſondern auch in anderen Kreiſen großen Bei⸗ fall, und man verſuchte, es auch auf andere, als ſtuden⸗ tiſche, auf allgemein bürgerliche Verhältniſſe anzuwenden. So erſchien 1797 eine Umgeſtaltung desſelben für den „Hamburger Bürger.“ Da wird aber nicht mehr das Schwert, ſondern der Hut geſchwungen, und Der, an welchem die Reihe iſt, läßt Kaiſer Franz und den Erz⸗ herzog Karl leben und den Hamburgrr Senat:
Jeder unſrer Senatoren,
Oberalten— der geſchworen
Hamburg's Staate treu zu ſein. Aber dieſe und ähnliche Verſuche mißglückten, und das Lied blieb, was es von Anfang ſein ſollte, ein reines Studentenlied.
Ein gewiſſer Ladner ſoll das von Fulton ſchon er⸗ fundene unterſeeiſche Boot dermaßen vervollkomm⸗ net haben, daß es acht bis zehn Stunden unter Waſſer bleiben, dort jede beliebige Tiefe halten und nach Außen wirken kann. Das Boot hat die äußere Geſtalt eines Fiſches und wird am hinteren Ende durch eine Schraube bewegt. Ein ſtarker Mann kann es in der Schnelligkeit eines Fußgängers durch Handarbeit fortbewegen, dann den Stand desſelben regeln; auch können Perſonen, in die Taucherapparate gehüllt, durch ſichere Seitenklappen das Boot verlaſſen, Ausflüge in verſunkene Schiffe ma⸗ chen und ſonſtige Angelegenheiten auf dem Seegrunde beſorgen. Außen angebrachte Sägen können Balken zer⸗ ſägen, wenn man nicht vorzieht, Sprengladungen an den Schiffen anzubringen, welche zu ſchwer ſind, als daß man ſie mit dem Boote nach der Oberfläche ſchlep⸗ pen könnte. Die Ladung wird dann mit einem Uhr⸗


