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Julius Cäſar von Capua. 331
„Ich übernehme ſie! Laßt mich wagen dieſe meine letzte That, ihre Verwerflichkeit laſte auf mir. Genießet das Glück, das ſie Euch ſchafft und über⸗ laßt mich meinem Schickſal!“
„Ihr ſeid entſchloſſen?“ ſprach Joh anna, die ſich nur ſchwer in die ihr von Jakob angewieſene Rolle fügen konnte;„doch warum ſprecht Ihr von Eurer letzten That? Wollt Ihr mir als Herrſcherin dann nicht mehr dienen, wenn ich Euch belohnen und Euren Ehrgeiz glänzend befriedigen kann?“
„Königin, der Ehrgeiz meiner Bruſt iſt aus⸗ gebrannt, mein Lebenstraum iſt zu Ende!“
Johanna war verwirrt, ängſtlich ging ſie im Gemache auf und nieder, wußte ſie ja, daß Jakob hinter den Tapeten verborgen jedes Wort vernehme.
„Und über Euren Plan habt Ihr mir noch nichts Näheres berichtet,“ ſprach ſie, vor Cäſar ſtehen bleibend.
Julius Cäſar erkannte den verlegenen Ton ihrer Rede.
„Sind wir hier ſicher?“ ſprach er umher⸗ ſpähend.
„Sicher, Cäſar, alſo redet frei.“
Johanna ließ ſich nieder. Ihr Herz war gerührt. Cäſar opferte ſich für ſie und ſie hatte ihn doch verrathen, vernichtet. Thränen traten un⸗ willkürlich in ihre Augen, das Haupt geſenkt, winkte ſie Cäſar zu beginnen.
„Mein Entſchluß iſt verwegen und ſetzt Alles auf's Spiel.— Ich gelte für unverdächtig, darum iſt mir auch der Zutritt zu Euch geſtattet. Wenn ich nun Euch verlaſſe, ſo gehe ich zu meinen Leu⸗ ten, die als Kaufleute verkleidet mich erwarten. Ich gebe vor, Ihr wollet ihre Waaren beſehen und komme auch verkleidet mit ihnen zurück. Ihr em⸗ pfangt und entlaßt meine Diener, ich aber will Gelegenheit ſuchen, mich hier zu verbergen. Nachts, wenn rings Ruhe herrſcht und man mich in Nea⸗ pel glaubt, dringe ich in Jakob's Schlafgemach und— über ſeine Leiche tretet Ihr in Eure kö⸗ niglichen Rechte wieder ein.“
Ein leiſer Schauer überlief die Königin bei dieſen ſo ungeſcheut und kalt hingeworfenen Worten.
„Und Ihr?“ fragte ſie kaum Athem ſaſſend.
„Mich laſſet ſinken,“ ſprach Cäſar tonlos, „wenn das Werk mißlingt, mich laſſet traurige Einſamkeit als meinen Theil mir wählen, wenn es Erfolg hat!“
Johanna ſchwieg, ſchweren Kampf koſtete es ihr, ſich nicht zu verrathen. Die Nähe des lau⸗ ſchenden Königs wirkte beklemmend auf ihr Herz, das zwiſchen Furcht, Mitleid und Sehnſucht nach der verlornen Freiheit ſchwankte.
„Cäſar,“ ſprach ſie endlich nach peinlicher Pauſe,„wie ſoll ich Euer ganzes Weſen verſtehen? Als mein böſes Geſchick ſah ich Euch ſonſt an, Ehr⸗ geiz war die einzige Triebfeder Eures Handelns, un⸗
Und nun wollt Ihr Euch gänzlich zurückziehen, wenn Ihr mich befreit und vollſten Anſpruch auf meine Dankbarkeit habt?“
„Königin,“ ſprach Cäſar mit ſchmerzlicher Stimme,„ich ſtürzte mich in den Strudel des Wirkens, außer mir ſuchte ich mein Glück, ſuchte zu vergeſſen, daß in meinem Innern ich ſelbſt mir ein Räthſel bin. Königin, an mir ſelbſt verzweifelnd ſtehe ich da, mein Herz iſt leer. Verſpielt hab' ich mein Leben, und welke Blumen ſeh' ich nur zu meinen Füßen liegen, aus denen ich mir herrlich friſche Kränze winden konnte!“
Theilnahmsvoll ſah ihn nun Johanna an.
„Ich bin unglücklich!“ fuhr Cäſar fort,„und nur mich allein trifft die Schuld. Johanna, ge⸗ gen Euch habe ich gefrevelt, doch Ihr verzeiht, da ich für Euch mich opfern will. Ich weiß, mein Tag iſt vergangen und meine Nacht beginnt. Und ſo ſeltſam, ſo unerklärlich wird mir die Erinne⸗ rung, unheimlich weht mich mein bisheriges Le⸗ ben an und ich fühle meine Kraft erſchlaffen, fühle wie ich ſinke.“
„Gott, Cäſar, ermannet Euch!“ rief er⸗ ſchrocken die Königin,„bedenket, was Ihr vorhabt, bedenket, wo Ihr redet!“
Julius Cäſar preßte die Hände an ſeine Bruſt.
„Da drückt es, da glüht das Sehnen, daß vorbei ſchon Alles wäre und ich den Frieden fände in meinem Herzen!“
„Und ſehnt Ihr Euch, Cäſar, nach Frieden und Verſöhnung, ſo kann ſie Euch nimmer erblühen nach der That, die Ihr vorhabt. Sie bringt nicht Sühne, ſondern nur neue Schuld! Ich mag ſie nicht, und hört Ihr auf mein Wort, ſo verlaſſet mich, flieht Euer Verderben!“
Sich ſelbſt vergeſſend rief Johanna dieſe Worte. Sie dachte nicht mehr an den lauſchenden König, und erſt als ſie geſprochen, fiel ihr dieſer Gedanke erſchütternd ein.
Thränen ſtürzten aus ihren Augen, die Hände ringend ging ſie im Zimmer umher.„Er meinte es ſo gut und treu mit Dir, Du wirfſt ihn in's Verderben! dahin brachte Dich die thörichte Sehn⸗ ſucht nach Rache! Ihn verrietheſt Du, und ſchließeſt die Pforten zu Deiner Freiheit ſelbſt.“
Johanna blieb vor Cäſar ſtehen.
„Flieht, um Gotteswillen flieht dieſen Ort!“ rief ſie mit erſtickender Stimme,„es lauert auf Euch der Tod!“
Julius Cäſar von Capua blickte erſtaunt Johanna an, alles Blut war aus ſeinen Wan⸗ gen gewichen und drängte ſich zu ſeinem Herzen, dieſe plötzliche Eröffuung raubte ihm Sprache und Beſinnung.
„Flieht Cäſar,“ ſprach Johanna, die ſich kaum mehr aufrecht halten konnte;„Ihr habt thöricht Euer Leben in die Hand Eurer unverſöhnli⸗
beſtändig ſtürmtet Ihr von einem Ziel zum andern. chen Feindin gelegt. Ihr wolltet mir wohl, und
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