Heft 
(1859) 11 11
Seite
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und ſo

umphi⸗ nit Euch rage ich ir Köni⸗

en

zure Ma⸗

11ℳ m.

u regen.

eßt nicht, lleid nur iſt Cuer, ßer Gruß

und er⸗ loſer, tu⸗

unterſchei⸗ I meinen , beſucht ſſet nicht, genheit

Julius Cäſar von Capua. 329

Jakob verließ nichts Böſes ahnend das Ge⸗ mach. Aus Cäſar's Augen blitzte ein Strahl der Siegesfreude, während Berlingiero mürriſch und argwöhniſch ihn anſehend, ihm die Thür zum Ge⸗ mache Johanna's öffnete.

In dem kleinen halbdunklen Zimmer ſaß Kö⸗ nigin Johanna beim verhängten Fenſter. Ihr Antlitz war bleich, Spuren von Kummer und Thrä⸗ nen waren mächtig in dasſelbe gegraben. Der Ein⸗ tritt Cäſar's weckte ſie aus ihren Gedanken; er⸗ ſchrocken erhob ſie ſich.

Julius Cäſar! rief ſie mit bebender Stimme,ſeid Ihr gekommen, um durch Euren verhaßten Anblick mir die traurige Zeit noch mehr zu verbittern? Seid Ihr zu dieſem edlen Werke von meinen Peinigern auserſehen, um Euch neuen Ruhm zu ſchaffen? Fürwahr, Johanna hat ein beneidenswerthes Los! Ihr könnt mich begrüßen und die mir gewogenen Barone weiſt man ab!

Der Ton, in dem Johanna zulett ſprach, war grollend, höhniſch. Cäſar ſchwieg.

Sehr angenehm habt Ihr mich überraſcht, daß ich Euch kaum bewillkommnen konnte. Wozu aber die Verſtellung, wozu die fromme Maske? Befahl das Jakobe Eegt ſie ab, zeigt Euch als der, der Ihr ſeid!

Schwer preßten dieſe Worte Cäſar's Herz. Aller Schmerz, den er über Johanna gebracht, erſchien anklagend vor ihm, gerne hätte er ſich der peinlichen Szene entriſſen. Er kam, um der Köni⸗

gin zu helfen, und Mißtrauen und Zorn waren

ihr Gruß.

Mildert die Bitterkeit Eurer Worte, Königin. Ich war undankbar gegen Euch, doch laßt mich nicht dadurch unglücklich werden, daß Ihr mir nicht vergönnt, mein Thun wieder gut zu machen.

Gut zu machen? lachte Johanna;und was ſoll der reumüthige Ton Eurer Rede? Doch ich vergeſſe, daß ich ruhig alles hinnehmen muß. Fahrt fort in Eurer Rolle!

Johanna ließ ſich nieder.

Argwohn, den ich verdient, ſpricht aus Eurem Munde und tief empfinde ich den Schmerz, aus dem er hervorgegangen.

Ihr fühlt die Wunde, die Ihr ſchlagen?

Euch und mir! rief Cäſar und ſtürzte der Königin zu Füßen. Thränen glänzten in ſeinen Augen, als er Johanna's widerſtrebende Hand ergriff.

Glaubt Ihr nicht dieſen Thränen, dem koſt⸗ barſten Zeichen der Reue im Mannesauge? Wo iſt eine That, die nicht gefühnt werden könnte? Ja, ich erkenne meine Verſchuldung an Euch. Wie brennende Gluth tobt der Gedanke daran in meinem Herzen, nur durch Eure Verzeihung und Eure von mir bewirkte Rettung kann mir wieder Ruhe werden!

Die Königin ſtarrte Cäſar an.

Was meint Ihr mit den Worten, Cäſar?

Erinnerungen. 1859.

ſelbſt ge⸗

Eure Rettung, Königin, ſei die Sühne mei⸗ ner That!

Bi. Königin wendete ſich betroffen ab.

Ihr ſtoßt mich zurück, aber mein Wille ſteht feſt, Euch zu befreien, und ich werde es, ſelbſt wenn Ihr Euch ſträubt! Glänzend ſoll Eure Ge⸗ nagekuumn ſein, die Ihr an Euren Gegnern, an mir, an Jakob nehmt, glänzend ſollt Ihr Alopo's Tod rächen!

Ueber das Antlitz Johanna's glitt ein Strahl der Hoffnung, Benniſcht mit dem trüben Lächeln ſchmerzl icher Wehmuth.

Cäſar Eure Worte ſind Nauſame Gönnt mir meine Ruhe, ſtört ſie nicht durch Eure ver⸗ kappten Anträge!

Julius Cäſar ergriff Johanna's Hand.

Wollt Ihr denn nimmer das Wahre erken⸗ nen? Wird ſtets die Verblendung des Herzens Euer Unglück? Ihr haßt mich mit Grund und darum wollt Ihr nicht an die Aufrichtigkeit meiner Worte glauben. Dieß war Eure frühere Unglücksquelle, laßt ſie nicht die neue Euch werden. Vertrauet mir und nie ſollt Ihr es bereuen!

Und wenn ich Euch vertraue, vergeſſe, daß Ihr Julius Cäſar ſeid, daß Ihr Jakob dient und zu ſeinem Spione Euch hergebt, was thut Ihr dann? Redet jetzt ſo, wie wenn Ihr ein treuer, für mein Wohl beſorgter Unterthan wäret.

c folge Euch und preiſe mich und Euch glücklich, daß Ihr alles Mißtrauen ſchwinden laſſet. Lis rbcit will ich, Jakob's Untergang; Nea⸗

l ſoll wieder nur Johanna als ſeine Königin begrüßen! 3

Exrgriffen blickte Johanna ihn an.

Die Thore Eures Gefängniſſes werden ſich öffnen nach Jakob's Fall, Neapel ſtrömt herbei, ſeine Königin eilt in die Mitte ihrer Treuen, und über dem beſeligten Lande ſtrahlt die goldene Sonne Eurer Herrſchaft, Eurer Gnade! Damit zahle ich meine Schuld!

Die Königin zitterte vor Aufregung. Cäſar's kühner Plan erfüllte ihre Seele mit lockenden Bil⸗ dern. Ein unendliches Worlehun nach Freiheit, Macht und Rache ſchwellte ihr Herz. Sie ging ſchnell im Zimmer auf und ab.

O, einen Tag der Herrſchaft, um die Schlan⸗ genbrut um mich zu zertreten, und Dich, Cäſar, zuerſt! So ließeſt Du mich büßen, lange, lange, um jetzt als Almoſen mir Deine Gnade zuzuwer⸗ fen! Ha, Johanna vergißt nicht! Truggeſtal⸗ ten zeigſt Du mir! Falſch, hinterliſtig biſt Du, Jakob ſandte Dich! Durch dieſes Spiel wollt Ihr mich verderben! Der ſtarke Feind wird nie zum Freunde des Schwachen!

Schnell blitzten dieſe Gedanken in Johanna's Seele auf.

Für mich iſt keine Rettung! ſprach ſie dann, einen Plan faſſend, der Cäſar's Verderben werden ſollte;ich erkenne meine Leiden als Sühne der

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